Trotz des relativ 'warmen' Winters sehnen wir uns nach Sonne und gönnen uns 10 Tage Wärme auf Bonaire. Wegen des Nebels schaffen wir unsere Maschine in Amsterdam gerade so, unser Gepäck nicht. Wir erhalten zwar die Info bereits beim Einsteigen, aber wir benötigen nur eine halbe Sekunde zum Überlegen: lieber ohne Gepäck auf Bonaire als einen ganzen Tag im kalten Amsterdam sitzen.
Wir sind im gleichen Hotel wie 2013, Captain Don´s Habitat. Nach kurzer Diskussion bekommen wir ein Zimmer zu ebener Erde mit schattiger Terrasse. Der Ausblick nach Klein Bonaire ist nun allerdings von ein Paar Palmen 'verstellt'.

Die angenehmen 30°C locken zum Schnorcheln, aber leider stehen Sommerklamotten und Schnorchelzeug noch in Amsterdam. Also bleibt nur, in Unterwäsche auf der Terrasse sitzen und lesen. Kein Problem, denn in der Fototasche sind Miniflaschen mit Repellent und Sonnenschutz immer dabei. Aber trotz Repellent finden die Mücken immer eine Lücke zum Stechen - an der Lippe, auf den Augenlidern oder zwischen den Fingern. Ich sehe aus wie nach einer missglückten Schönheitsbehandlung, die Augen völlig zugequollen und Botoxlippe. Es fühlt sich an, als wenn ein zusätzlicher Schlauch auf meiner Lippe sitzt. Und das tun sich manche Leute freiwillig an?
Unser zimmereigener winziger Gecko hat immer einen gedeckten Tisch und kann bestimmt groß und stark werden.

Abends kommt unser Koffer und wir spannen sofort unser Moskitonetz auf. Und wir sind Mal wieder froh, dass wir uns für das quadratische Riesennetz mit den feinsten Löchern entschieden haben. Denn wir wollen in Ruhe schlafen und gar keine Mücken als Bettnachbarn haben, und nicht nur die großen krankheitsübertragenden Moskitos aussperren.

An Dieters Schnorchelmaske hat sich ein Glas gelöst, der Optiker in Kralendijk soll es kleben können. Also gehen wir in die Stadt.

Leider ist Samstag und die Optiker haben am WE zu. Also was tun? Nicht schnorcheln? Im Supermarket kaufen wir Sekundenkleber. Es funktioniert gut und die kleinen Kleberänder stören kaum. Ab ins Wasser! Zwar ist Bonaire ein Taucherparadies, jedoch kommen auch die Schnorchler nicht zu kurz.

Und obwohl das Wasser wegen des starken Windes aufgewühlten und nicht ganz so klar ist, sehen wir neben den vielen bunten Fischen und Korallen auch Adlerrochen, Regenbogen-Papageifische, Squids (Kalmar, zehnarmiger Tintenfisch), Octopusse (Krake, achtarmiger Tintenfisch), etliche, allerdings noch kleine, Muränen und Dutzende Schildkröten, sogar einen uns bisher unbekannten Fisch, evtl. eine Süßlippe.

Mittlerweile steht Bonaire völlig im Banne der Kreuzfahrtschiffe. Liegt auch nur ein Kreuzfahrer im Hafen, so geht für alle Anderen gar nichts mehr. Das WasserTaxi nach Klein Bonaire fährt nur vom Hafen aus, andere Punkte wie unser Hotel werden dann nicht angesteuert. An den Schnorchelstränden werden Zeltlinge und Stühle! aufgebaut, damit sich die Kreuzfahrt Touris nach dem anstrengenden Schnorchelgang von 10 Minuten mit der Nudel auch im Schatten ausruhen können. Am besten man verlässt an solchen Tagen das Hotel nicht und bleibt am hoteleigenen Schnorchelspot. An jeder Sehenswürdigkeit kann man sich an diesen Tagen vor Bussen nicht retten, und das bei dieser kleinen Insel!

Wir sind extra früh in Rincon bei der Cadushi Distillery, wo der weltweit einzige Kaktus Likör hergestellt wird.

Die Kakteenschale dient jedoch nur dem Geschmack.

Die Grundlage bildet der Brand aus einer lokalen Kornart.

Als die Busse eintreffen, hauen wir ab und fahren ganz in den Norden, denn dort sind die Straßen nur noch mit Pick up befahrbar.

Im Nationalpark gelingt uns diesmal ein Foto von den sehr scheuen karibischen Sittichen.

Die in Gruppen herum lungernden Leguane erwartet uns bereits. Sie versuchen sogar unsere Schuhe anzuknabbern.

Jeder Bissen wird energisch verteidigt.

Auch mehr als 3.000 Brutpaare der karibischen Flamingos leben auf Bonaire.

Auf Klein Bonaire fällt das Riff sanfter ab und man hat bis mindestens 10 Meter Wassertiefe eine fantastische Sicht. Am Strand sind sogar zwei noch nicht ausgebrütete Nester der Meereschildkröten.

Zum Leidwesen der Angestellten lieben die halbwilden Esel die Grünpflanzen des Hotels.

Das letzte Abendbrot bei untergehender Sonne und dann ist die schöne Zeit auch schon wieder vorbei.

Es ist schön, dass der Heimflug nachts stattfindet und man den letzten Tag bis 18:00 Uhr Zeit hat, unter anderem zum Schnorchen.
Wir landen pünktlich in Berlin, holen im Victors Residenz-Hotel unser Auto aus der Tiefgarage und brausen nach Hause. Und auch Erik freut sich, dass wir wieder da sind, und hüpft mit strahlenden Augen immerzu um uns herum.