Nach einem kurzen Stopp an der Moinho do Pico Vermelho, der Mühle mit den roten Flügeln,

geht es durch das etwas häßliche João Bom mit etlichen verlassenen und eingefallene Häuser bis zum Fischer nach Rabo de Peixe.
Die Speisekarte im Restaurante O Pescador besteht aus zwei Teilen. Auf der linken Seite stehen die Preise für das, was es das ganze Jahr über gibt und auf der rechten Seite die Preise für das, was es geben könnte, also 'Catch of the day'.



Man geht zur Theke und sucht sich den entsprechenden Fisch aus. Wir nehmen Peixe Porco (Drückerfisch), Ölfisch und Cântaro (Offshore Rockfisch). Der wird gegrillt und mit Süßkartoffel, Knoblauch sowie zwei Streifen Paprika serviert, super lecker.
Um die Azoren herum kann man etwa 500 Fischarten fangen, die natürlich nicht jeden Tag zur Verfügung stehen. Deshalb gibt es beim Fischer in Caloura gar nicht erst eine Speisekarte, nur die Theke mit dem COD.



Der Regen lässt nach, die Regenbögen sind verschwunden und wir wollen dann doch noch zum Lagoa do Foga. Der Feldweg führt steil bergan und bergab durch Weidelandschaft und Buschwerk mit Eukalyptus, Klebsamengewächsen, Akazien und Ingwer.

Leider verdrängen diese eingeführten Pflanzen, besonders die Klebsamengewächse, zunehmend die einheimischen, oft endemischen, Pflanzenarten.

Aber in diesem Buschwerk zwitschert es nur so, denn Buchfinken, Gebirgsstelzen, Rotkehlchen und die ständig hin und her huschenden Wintergoldhähnchen sind überall anzutreffen.

Der Weg ist einfach toll und hier findet man noch endemischen Pflanzen wie Heidelbeerbäumen, Heidekraut, Lorbeer-Schneeball und Myrsinengewächse (Tamujo).



An den Levadas sind die Wege durch den vielen Regen ziemlich aufgeweicht. Da darf man nicht leichtsinnig werden, sonst gibt es ein Loch im Knie und ziemlich schmutzige Jeans.

Kurz vor dem Lagoa do Fogo läuft man über eine weitläufigere Ebene mit 100erten von Möwen, und sogar hier ist alles gemäht.

Endlich am Lagoa do Fogo können wir uns keine Zeit für eine Pause lassen. Wir sind zu spät losgegangen und nun droht die einsetzende Dämmerung. Da hilft nur schnell und weit ausschreiten. So schaffen wir es glücklich aber ziemlich erschöpft vor der Dunkelheit zum Auto zurück.
Trotz der anstrengenden elf Kilometer und dem Höhenunterschied von 485 Metern mit Steigungen von bis zu 30% ist es für uns der schönste Wanderweg von São Miguel.
In unserem Hotel lassen wir uns von der tollen Küche verwöhnen. Bereits morgens genießen wir die Bolo lêvedo (süße Fladenbrötchen der Azoren), etliche Käsesorten, frisch gebackenen Kuchen und natürlich Pastel de Nata (Blätterteigtörtchen mit Pudding).
Abends werden die meisten Gerichte im JOSPER oder im Backofen gegart. Wir probieren den köstlichen Octopus.

Im botanischem Garten, dem Terra Nostra Park, in Furnas

blühen gerade Azaleen und Kamelien in allen Formen und Farben

sowie der hier üppig gedeihende Neuseelandflachs.

Thomas Hickling aus Boston baute 1780 in Furnas seine Sommerresidenz. Heute ist dieser Park eine einzigartige Sammlung von Bäumen, Pflanzen und Blumen aus aller Herren Länder mit einer der größten Kameliensammlungen der Welt und einer Allee hundertjähriger Ginkgo-Bäume.
Dennoch ist das 38°C warme Thermalbecken der Hauptanziehungspunkt für viele Besucher des Terra Nostra Parks. In diesem Thermalsee mit seinem warmen, eisenhaltigen Wasser zu baden, ist für etliche Gäste ein besonderes Erlebnis, nur nicht für uns.

Die Sonne kommt durch und wir brausen zum Einsturzkrater Sete Citades. Es zieht sich wieder zu, der grüne und der blaue See sehen für uns nur graugrün aus und auch heute verschwindet die Caldera wieder in den immer tiefer sinkenden Wolken.
Bei 20 Meter Sicht lohnt sich hier keine Wanderung.

Dann nehmen wir eben die kurze Wanderung zum 'Janela do Inferno', das Loch im Felsen.

Zu unserer Überraschung ist der Weg gerade von überhängenden Pflanzen befreit und frisch geharkt.

 Auch hier erinnert die Üppigkeit der Pflanzenwelt ein bißchen an Regenwald.

Jedoch die berühmten Herzzeichnungen von Yves Decoster sind nicht so einfach zu finden. Dafür entdecken wir wunderschöne Schilder aus weißen Fliesen mit blauen Mustern.

Diese Fliesen werden in der Keramikfabrik Viera in Lagoa hergestellt. Unsere Zeit reicht jedoch nicht zu einem Besuch.
An der Teeplantage halten wir ebenfalls nicht, das hatten wir bereits mehrfach auf unseren Reisen.
Und endlich finden wir auch einige der Herzchen

Diese Woche relaxen kann man auf jeden Fall weiter empfehlen und sogar eine Wiederholung ins Auge fassen.