Langsam neigt sich der Herbst seinem Ende entgegen und wir möchten noch ein wenig Sonne tanken bevor die düstere Jahreszeit uns einholt.
Ziemlich früh starten wir Richtung Westen. Hinter uns geht die Sonne auf und wir sehen den schönsten Regenbogen, im Halbkreis hoch bis zum Zenit. Leider passt er nicht vollständig aufs Bild.

Sogar für sieben Wochen findet man günstige, bewachte Parkplätze in Hamburg. Auf dem Weg dorthin stecken wir kurz fest, Vollsperrung. Hier wären wir ohne Navi vollkommen aufgeschmissen gewesen, aber so schaffen wir es noch pünktlich zum Airport und bummeln langsam zum Flieger. Denn nun geht USA-Check-In doch super easy, wie wir vor fünf Wochen auf der Bike Tour erlebt haben.
Aber denkste, wieder riesige Schlange und lästige Fragerei nach Koffer, warum und wohin und und und. Auch in LA ist die Einreise ganz und gar nicht entspannt, wieder endlose Schlange, Fingerabdrücke, Foto und und und.
Etwas irritiert sind wir über nur acht Stunden Zeitverschiebung statt neun? Des Rätsels Lösung: Kalifornien hat Sommerzeit bis zum 04. November.
Es ist ziemlich spät und die Autobahnen voll. Auch hier wären wir ohne Navi völlig planlos auf den Autobahnen herum geirrt. So lotst es uns zuverlässig über die unübersichtlichen Spaghettikreuze

und führt uns sicher um die Hwy-Sperrungen herum.
Außerdem dürfen wir die linke der fünf Fahrspuren (High-Occupancy-Vehicle-Lane oder Carpools-Lane) nutzen, wir sind zu zweit im Auto. Unglaublich, vier Spuren voller Autos, in denen nur der Fahrer sitzt.
Am nächsten Morgen verlassen wir endlich das Ballungsgebiet und den Smog von LA. Die Sonne ist wieder zu erkennen und schon sind es angenehme 28°C.

 Auf dem Weg durch die endlose Wüste fahren wir einen kleinen Schlenker durch das Mojave National Preserve

mit den vielen Joshua Trees oder Joshua Palmlilien, einem Agavengewächs.

Nach 290 Meilen (da hat Dieter bei der Planung wohl Kilometer mit Meilen verwechselt) erreichen wir bei 30°C Las Vegas.
Unser Zimmer im Bellagio

liegt im 25. Stock mit Blick auf den Strip und die Wasserspiele.

Völlig verrückt mit welchem Protz die Hotels hier mitten in die Wüste geklatscht worden sind, es wurde an Nichts gespart, selbst unser Bad ist mit blauem Granit großzügig ausgestattet.

Wir schlendern durch unser gigantisches Hotel

und staunen über die Massen im riesigen Poolbereich. Die Gäste sitzen und liegen in der prallen Wüstensonne so eng wie Sardinen in der Dose.
Aber diesen Schokobrunnen hätte wohl jeder gern zu Hause.

Gleich um die Ecke stehen 'Paris Paris' mit Fuß des Eifelturms im Casino,

das 'Venetian'

mit echten Gondeln und fast perfektem Himmel auf dem nachgebautem Canale Grande,

 'Cesars Palace',

das 'Mirage' und 'Tresure island'.
Sehr beeindruckend ist die Mall des Cesars Pallace mit dem altrömischen Marktplatz

sowie den Einkaufsstraßen mit echtem Kopfsteinpflaster. Und das Alles von einem (künstlichen) Wolkenhimmel überspannt.

Man hat das Gefühl, draußen zu sein nur die Luft passt irgendwie nicht dazu, hat aber angenehme 25°C während draußen die Wüstensonne brennt.
Es ist alles sehr unwirklich, verrückt, beeindruckend, aber auch faszinierend. Ein Laden neben dem anderen, sogar Galerien, wie z.B. Beispiel eine von 'National Geographic',

in der die Fotos auf Acrylglas gedruckt eindrucksvoll präsentiert werden.
Trotz strengem Alkoholverbot im öffentlichen Raum (man darf nicht einmal eine Flasche Wein ohne Verpackung vom Konsum zum Auto tragen) ist der Strip ab Freitag mit Unmengen von angeheiterten Leuten sämtlichen Alters, alkoholische Getränken in den Händen haltend, bevölkert. Sie schieben sich von Trinkhalle zu Trinkhalle. Erinnert doch ziemlich an Ballermann. Bisher mieden wir die Wochenenden in Las Vegas und haben es deshalb noch nie so erlebt.
Abends endlich 'O' von Cirque du Soleil, der eigentliche Anlass unseres erneuten Las Vegas Besuches.

Es ist natürlich wie immer toll und die Zeit vergeht viel zu schnell.

Das Frühstück im Hotel hat außer dem Preis nix Nobles an sich. Egg Benedikt und Omelett schmeckten in der Portländer Studentenkneipe besser, und da gab es sogar richtiges Besteck und echte Tassen. In diesem vornehmen Hotel gibt es stattdessen Plasteteller, Plastebesteck und den Kaffee im Pappbecher.
Dafür geht es beim Bezahlen mit Karte nach der Anzeige des Preises einfach nicht weiter, man muss erst 18%, 20% oder 30% Tip wählen, unglaublich.
Schnell noch auschecken, kurz über die Kühlschranknutzung diskutieren (soll $50 kosten), und schon sind wir wieder in der Wüste.