Mitten in der Mojave Wüste steht Ivanpah, das bis 2014 weltgrößte Sonnenwärmekraftwerk mit einer Gesamtreflexionsfläche von 2,6 Mio Quadratmetern und einer Nennleistung von 392 MW. Von den 173.500 Heliostaten mit je zwei Spiegeln und einer Reflexionsfläche von je 15,2 Quadratmetern wird die Sonnenstrahlung auf die Solartürme fokussiert.

Leider gibt es für diese interessante Technologie kein Infocenter und auch keine Besichtigungen.
In dieser Wüste herrscht abseits des Highways totale Stille, nicht einmal Vögel flattern umher.

Es ist einfach zu trocken. Wir merken es an den tränenden Augen und der ständig tropfenden Nase.
Ganz vorsichtig laufen wir durch die Joshuas

und stampfen kräftig auf, denn hier gibt es mehrere Arten von Klapperschlangen, auch die besonders angriffslustige grüne (Mojave) Klapperschlange.
Am Mojave Cross klettern wir ein wenig zwischen den Steinen herum.

Hier gibt es auch wieder Vögel, denn in dem porösen Gestein kann sich das Wasser sammeln. Sogar ein Rotschwanzbussard kreist über uns.
Der Fransenfinger Leguan zeigt sich uns nicht, allerdings die bloß 9cm kleinen und trotz ihres Namens auch tagaktiven Wüstennachteidechsen. Die können sogar ihre Farbe von hell bis braun wechseln. Und auch die Antilopenziesel hüpfen wie kleine Springböcke vor uns her. Leider sind alle diese kleinen Flitzer viel zu fix für ein Foto.
An der Straße zum Hole-in-the-Wall Information Center geht es nur mit 4x4 weiter,

also umkehren.
Ein Roadrunner stürzt sich vor unserem Auto auf die Straße, merkt, er schafft es nicht und fliegt! Nach drei Metern ist zwar Schluss, aber welch seltener Anblick!
Und in dieser lebensfeindlichen Umgebung wohnen sogar Menschen.

Für die Eisenbahnstrecke Los Angeles - Salt Lake City wurde 1906 der Bahnhof Kelso inmitten dieser menschenleeren Wüste gebaut. Er diente zur Wasserversorgung der Dampflokomotiven und der Stationierung von Hilfslokomotiven.
Aber bereits in den 1950er Jahren entwickelte sich Kelso zur Geisterstadt. 1992 wurde das Gebäude des Güterbahnhofes grundlegend saniert und ist heute das bedeutendste Informationszentrum der Mojave National Preserve.
Das alte Postamt hatte nicht so viel Glück.

Die bis zu 300 Meter hohen Kelso Sand Dunes

bedecken eine Fläche von knapp 120 km². Hier ist auch die wegen ihrer Fortbewegung interessante Seitenwinder (Gehörnte) Klapperschlange zu Hause. Aber wir haben wieder Mal Glück und begegnen ihr nicht.
Es ist über 30°C heiß und kein Lüftchen bewegt sich, so schwächeln wir und kehren noch vor dem Gipfel um.

Vorbei an den abweisend aussehenden Granite Mountains

und der 1881 gegründeten, heutigen Geisterstadt Calico mit den ehemals über 500 Silberminen geht es weiter bis Barstow. Trotz der nur 22.000 Einwohner ist die nach dem Eisenbahnpräsidenten William Barstow benannte Stadt eine der wichtigsten Städte der Mojave Wüste.
Noch heute ist sie von der Eisenbahn geprägt. Der alte Bahnhof und einige Waggons sind zu einem witzigen Hotel umgestaltet.

Auf den Scenic Highways CA-18 und CA-38 fahren wir durch die San Bernardino Mountains über den 2.573 Meter hohen Onyx Summit, den höchsten Autobahnpass Südkaliforniens. Um uns herum nur staubtrockene Landschaft, in der hin und wieder eine Salzpfanne aufblitzt, sehr lebensfeindlich.
Im San Bernardino Forest wird es wieder grün, Bäume säumen die Straße und wir freuen uns auf unser Picknick am Big Bear Lake. Leider ist der Stausee weitestgehend ausgetrocknet,

kein Wunder bei der Hitzewelle in diesem Sommer.
Dafür finden wir mitten im Wald endlich unseren Picknickplatz

und sogar einen kurzen Rundweg

mit tollem Blick über die Umgebung.

Der gesichtete Gitterschwanzleguan entpuppt sich dann doch wieder als Wüstenstachelleguan, ist aber ein gutes Suchbild.

In Owl staunen wir über die Größe des Desert Hills Outlet Centers, knapp einen Kilometer lang mit zwei sogenannten Villages und fast 200 Stores.
Und an der Interstate10 brausen wir an Hunderten von Windrädern vorbei, sehr beeindruckend.

Und eins ist sogar von Nordex (hing 15 Jahre lang bei uns im Hausflur).