Aber nachmittags sind die Busse fort und wir wagen es. Scenic World gibt es jedoch nur im Dreierpack: Railway, Cableway und Skyway. Einzelfahrten sind nicht möglich.
Die 310 Meter lange Scenic Railway verläuft auf der alten Trasse von 1892 durch den Daylight Tunnel und ist mit einer Steigung von bis zu 52 Grad die steilste Standseilbahn der Welt.

Da auch hier die Wanderwege gesperrt sind, fahren wir mit der nächsten Bahn wieder hoch.
Die 2000 errichtete Scenic Cableway ist eine Kabinenseilbahn, die über einen 25 Meter hohen Mast auf der Kliffkante zur Talstation im 200 Meter tiefer gelegenen Jamison Valley führt.

Leider ist auch hier der Fußweg zurück gesperrt, so bleibt nur ein kurzer Besuch des schön angelegten Dinowaldes.

Die im Dezember 2004 eröffnete Scenic Skyway

ist eine 330 Meter lange Pendelbahn über die 270 Meter tiefe Schlucht des Jamison Valleys oberhalb der Katoomba Falls.

In der Mitte der Kabine befindet sich ein begehbarer Bereich, der nur bei der Einfahrt in die Station matt ist. Während der Fahrt ist er durchsichtig,

um den Blick in die tiefe Schlucht zu ermöglichen.

Und man hat einen tollen Blick auf die Katoomba Falls,
die sich über mehreren Kaskaden ergießen

Unser Wander-Elan wird stark gebremst, an den Katoomba Cascades

ist schon wieder Feierabend, gesperrt.
Dann eben noch einmal zu den Wentworth Falls.

Der Muskelkater ist zwar noch nicht weg, aber ohne Treppen geht in den Blue Mountains gar nichts.
Den Abstieg zum Fall

haben wir dann doch ausgelassen.
Der als 'offen' deklarierte schöne Overcliffwalk ist leider ebenfalls gesperrt und wir müssen umkehren.

Aber wir entdecken viele Pflanzen,

den maximal 20 Centimer langen Mountain Dragon (Rankinia diemensis)

und sogar den vom Aussterben bedrohten Blue-Mountains-Wasserskink (Eulamprus leuraensis ).

Wir sind ganz schön lahm und mögen trotz der angenehmen 30°C nicht mehr herum laufen.
So speisen wir im Grand Dinner das stilvoll servierte drei Gänge Menü (Krabbensalat, Entenbrust, Käseplatte). Reservieren muss man wohl nur, damit überhaupt jemand kommt, denn voll ist es nie. Es sind noch zwei weitere Tische halb besetzt.
Im Blackheath Blue Mountains Heritage Centre bekommen wir gute Tipps für Wanderungen, z.B. über die Hat Hill Road zum Anvil Rock,

der Wind Eroded Cave

und dem Pulpit Rock Lookout.

Weiter geht es zum 1907 eröffneten, Grand Canyon Loop Track mit dem üppigen Regenwald, Farnen, Akazien und mehreren Bachquerungen. Wir müssen 250 Meter auf steilen Treppen im Zick-Zack in die Schlucht hinunter und nach sechs Kilometern wieder hoch.

Es ist angenehm kühl in den Schluchten und auch der Water Dragon

fühlt sich hier wohl.
Nach drei Stunden sind wir ganz schön lahm oben wieder angekommen. Es ist trotzdem der schönste Wanderweg, den wir hier bisher gegangen sind.
In Mt. Victoria machen wir einen Abstecher zum Pulpit Rock Lookout

und der Ross Cave. Um in die Höhle zu gelangen, bräuchte man eine Kletterausrüstung. Aber der Weg dorthin ist das Ziel und wir begegnen auch nur selten anderen Wanderern.
Nun sind wir etwas abseits der Blue Mountain Busse und werden ein wenig enttäuscht. Im Hartley Historic Village ist nichts los, die Galerie geschlossen, der Rundweg gesperrt und in Lithgow suchen wir vergebens die ZigZag Bahn und finden auch die angepriesene Museumsbahn nicht.
In Mount Tomah werden wir jedoch entschädigt. Im wunderschön angelegten Blue Mountains Botanic Garden entdecken wir eine Menge Pflanzen, die wir noch nie vorher gesehen (oder wargenommen) haben,

den Langschwanzkuckuck und den uns unbekannten Vogel.

Mit seinen 200 Jahren ist es der älteste Botanische Garten Australiens.
Frischen, selbst gebackenem Apfelkuchen gibt es direkt an der Straße im Bilpin Apple Pie Cottage Orchard Caffe. Auch der Cappuccino ist hervorragend.
Die ersten Regentropfen fallen, wir nähern uns Richmond und bleiben im toll angelegten Riverside Oaks Golf Resort. Hier gibt es kein richtiges Restaurant, nur eine Bar mit Snacks. Aber unser Haus hat eine große Küchenzeile, wir könnten nach Herzenslust kochen.
Und endlich bemerken wir, umgeben von Kängurus und dem Krach der Papageien, dass wir doch in Australien sind.

Nun sind es nur noch 10 Tage bis Weihnachten und es wird Zeit, dass wir nach Hause kommen.