Nach dem 2. Weltkrieg wurde Triest zum Freien Territorium unter Oberhoheit der Vereinten Nationen erklärt.
1954 wurde das Freie Territorium Triest aufgelöst und italienischer Zivilverwaltung provisorisch unterstellt. Erst 1975 wurde die Demarkationslinie von 1954 endgültig als italienisch-jugoslawische Grenze festgelegt und damit die Stadt Triest Italien zugesprochen.
Triest ist trotz der Machtansprüche wechselnder Länder und Herrscher ein Ort des Miteinanders verschiedener Kulturen, Sprachen und Religionen (Città mitteleuropea) geblieben. Es ist außerdem die Città della Barcolana, Veranstalter der weltgrößten Segelregatta an jedem zweiten Sonntag im Oktober mit über 2.000 Segelyachten.
Die ans Meer grenzende rechteckige Piazza dell'Unità d'Italia, auch Piazza Grande genannt, wird auf drei Seiten von prachtvollen Bauten umsäumt, wie z.B. der Casa Stratti von 1839 mit dem renommierte Caffè degli Specchi im Erdgeschoss sowie dem 1873 erbauten Palazzo Vanoli, das heutige Grand Hotel. Der schönste jedoch ist der Palazzo del Municipio, das Rathaus oder Palazzo Comunale.



In der Mitte des Platzes stehen der Brunnen von 1750 mit den damals bekannten vier Kontinenten sowie die Säule Kaiser Karls VI.

Im Grand Hotel Duchi d’Aosta checken wir ein und bekommen im Sterne-Restaurant 'Harry's' ausgezeichnetes Frühstück mit Prosecco und hervorragendem Capuccino.
Und weil Triest die Stadt des Kaffees ist, steht in unserem Zimmer auch dieses Gerät, um uns selbst hier erstklassigen Espresso zubereiten zu können.

Zum Abendbrot gehen wir zu 'Buffet da Pepi', Essen ohne viel drum herum: Unmengen von Schweinefleisch mit Sauerkraut und Würstchen, Senf sowie frisch von der Stange geriebenem Meerrettich, deftig und sehr lecker.
Und überall in der Stadt gibt es noch Spuren aus der alten Römerzeit.

Das Opernhaus am Piazza Verdi wurde nach dem berühmten Musiker benannt.

Wir schlendern zum Castello von 1471, gleich neben der Kathedrale. Beide befinden sich auf dem Hügel San Giusto, dem antiken Zentrum von Triest.
Im Kastell

residierte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts der Statthalter von Triest, heute dient es als Waffenmuseum.
In der urige Kneipe 'Osteria da Mario' probieren wir das berühmte Jota, eine Suppe aus Bohnen, Kassler und Sauerkraut. Es schmeckt ein bißchen wie Bigos, nur nicht ganz so kräftig.
In der Altstadt von Triest gefallen uns die vielen engen Gassen mit unzähligen Kneipen und Cafés. Leider laden die Temperaturen und der feine Niesel nicht zum Draußen verweilen ein. Die Neustadt oder das Theresianisches Viertel mit dem Canal Grande und dem Markt ist nicht besonders spektakulär. Das interessanteste ist noch der Canabis Verkäufer, der seine Ware neben Obst und Gemüse anbietet.

Zur Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in Triest 54 Kaffeehäuser, im Jahr 1911 waren es bereits 98. Und auch heute noch hat hier das klassische Kaffeehaus Hochkonjunktur. Wir schaffen es jedoch nicht, sämtliche berühmte alte Kaffehäuser, wie das Caffè Tommaseo (18259), das Caffè Stella Polare (1867),

das Antico Caffè San Marco (1914) oder das Antico Caffè Torinese (1919) zu besuchen.
Wir nehmen Abschied von Triest mit den besten Spaghetti Aglio e Oleo und echter Lasagne, kaum zu toppen.
Bis zum 1. Weltkrieg war die gesamte istrisch-dalmatinische Küste bis hinunter nach Dubrovnik Teil Österreich-Ungarns. Nach dem Zerfall der Monarchie verlor Österreich seinen Zugang zum Mittelmeer an das Königreich der Slowenen, Kroaten und Serben bzw. dem späteren Jugoslawien. Dabei spielte der Adriazugang für die Teilrepubliken keine Rolle.
Als sich Jugoslawien 1991 auflöste und sich verschiedenen Staaten daraus bildeten, entstand der Konflikt zwischen Kroatien und Slowenien über den Adriazugang Sloweniens und den damit verbundenen Grenzverlauf. Den Haag schließlich sprach Slowenien den Zugang zur offenen See zu.
Um von Italien nach Kroatien zu gelangen, muss man nun für die ca. 30 Kilometer durch Slowenien eine Straßen-Nutzungs-Gebühr für 7 Tage bezahlen.
In Kroatien geht es weiter Richtung Süden vorbei an nackten, nicht gerade einladenden Inseln. Manchmal ist sogar etwas Grün dazwischen. Trotzdem ziemlich langweilig, nur Felsen und Kurven, die Natur erinnert irgendwie an Steppe.

Vor uns taucht ein riesiges Einkaufscenter mit Spar, LIDL, Kaufland, DM, Bauhaus, C & A sowie Sparkasse auf und gleich daneben ein CineStar. Huch, haben wir uns verfahren?
In Sukošan gelangen wir durch äußerst enge Straßen zu unserem Camp. Dies ist jedoch nur ein kleiner Vorgeschmack, die engen gewundenen Gassen werden uns noch etliche Wochen begleiten, manchmal ganz schön aufregend.
Das anvisierte Camp ist leider geschlossen. Aber bereits beim zweiten privaten Auto Kamp dürfen wir ganz romantisch unter Olivenbäumen stehen

und werden von der Hausdame gleich zu hausgemachtem Wein eingeladen. Ihr Gatte hat bereits das stolze Alter von 90 Jahren erreicht und trinkt keinen Wein mehr.
Diese kleinen privaten Auto Kamps kann man nur empfehlen. Sie sind ebenso gut mit Ameneties ausgestattet wie die großen, kosten jedoch im Verhältnis zu den großen nur 1/4 pro Nacht.
Die Küste entlang Ferienwohnungen, Apartments und Hotels.
Nur das ehemalige Fischerdorf Primošten mit seiner pittoresken, auf einer Halbinsel gelegenen Altstadt hat seinen ursprünglichen Charme erhalten können,

denn in dem engen Labyrinth aus kleinen Gassen sucht man hier Hotel an Hotel vergebens. Es gibt zwar private Unterkünfte und auch einige Restaurants, aber es ist ein lebendiger Ort mit Blumen vor den Fenstern und hübschen kleinen Gärten.
Und an diese Nase haben wohl schon viele Besucher Primoštens gefaßt.

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Im Neretva Delta staunen wir über die vielen Orangenbäume und Plantagen, deren Produkte man am Straßenrand kaufen kann. 

Die kleinen Mandarinen und das Feigenbrot schmecken uns vorzüglich.
Am zehn Kilometer breiten Adriazugang von Bosnien und Herzegovina müssen wir zweimal die Grenzkontrolle passieren. Ist jedoch locker, Ausweis zeigen und weiter geht es.
Wieder in Kroatien fahren wir auf die Halbinsel Pelješac nach Brijesta, wunderschön gelegen.

Wir hören das Hämmern der chinesischen Brückenbauer. Sie bauen eine Brücke von Brijesta nach Komarna auf dem Festland. Wenn dann noch auf Pelješac eine Schnellstraße bis Ston gebaut wird, ist der südliche Teil Kroatiens mit Dubrovnik nicht mehr vom Hauptteil Kroatiens abgeschnitten.
Die seit der Antike betriebenen Meerwassersaline von Ston war die Grundlage der blühenden Wirtschaft der Stadt, denn Salz war ein beinahe so kostbares Handelsgut wie Gold, Mali Ston wurde zum Ausfuhrhafen für das Salz. Zum Schutz wurden beide Städte von einem rund fünf Kilometer langen Bollwerk mit über 40 Wehrtürmen und Bastionen umschlossen. Seit ihrer Fertigstellung im Jahre 1506 galt sie als die längste Festungsmauer Europas.
Die begehbare Mauer, die allein um Ston führt, ist 980 Meter lang und in der Form eines fünfzackigen Sterns erbaut.
Natürlich ist diese monumentale Wehranlage einen Stopp wert.  

An der Grenze zu Montenegro erleben wir ungewohntes, ewig langes Warten, Ausweiskontrolle, Fahrzeugpapiere und grüne Versicherungskarte vorzeigen. Und nun bezahlen wir wieder mit EURO, obwohl Montenegro nicht in der EU ist, kurios.
Dann wirkt alles irgendwie verkommenen, staubig, möhlig. Die Straßen sind übervoll, nur Schritttempo, und die Leute fahren wie die Chaoten.
Die Bucht von Kotor ist umrahmt von bis zu knapp 1.900 Meter hohen Bergketten. Beim Umrunden der Bucht schaut man auf die malerisch gelegen Inseln, wie  Our Lady Of The Rock.



Unser Navi will uns zum Hotel in die berühmte mittelalterliche  Altstadt von Kotor führen. Geht aber nicht, da ist nämlich nix mit Auto. Drei Tore führen zwar in die Stadt, aber keines ist breiter als das Nordtor.

Also zu Fuß zum Hotel, leider ausgebucht. Uns wird aber sofort ein Apartment in uralten Gemäuern angeboten, sehr gut ausgestattet mit Waschmaschine und super Internet.

Wir wohnen direkt neben der romanischen Sankt-Tryphon-Kathedrale ('Sveti Trifun') von 1166, die als schönste Kirche in Montenegro gilt. Das Läuten begleitet uns den ganzen Tag.

Und in diese enge Bucht kommen wirklich die Kreuzfahrtschiffe, und auch unzählige Busse schlängeln sich über die engen Serpentinen und spucken Massen von Touristen aus, unglaublich.
Trotzdem ist diese Altstadt keine reine Touri-Stadt. Es gibt zwar Hotels und Ferienwohnungen, aber hier findet auch noch ein bißchen echtes Leben statt.

Auf dem Markt versorgen wir uns mit Gemüse und fangfrischer Dorade.