In den engen Gassen von Kotor sind Transporte nicht so einfach zu bewältigen, am besten geeignet sind diese Lastenfahrräder ohne Kette, nur zum Schieben.

Es sind (fast) die einzigen Fahrzeuge innerhalb der Altstadt.
Beim Bummel kommen wir auch am Uhrturm im Renaissace-Stil von 1602 sowie an St. Nikolaus, der serbisch-orthodoxen Kirche (Crkva Svetog Nikole) vorbei.



Kotor selbst ist nicht nur für seine mittelalterliche Altstadt berühmt,

sondern auch für die über 4,5 Kilometer lange, bis zu 15 Meter breite und 20 Meter hohe Verteidigungsanlage, auf der man bis zu den Ruinen des Kastelles auf dem Berg San Giovanni gehen kann.
Es sind zwar bloß 260 Höhenmeter zu überwinden, aber es geht steil am Hang entlang und ohne die eingebauten Treppen wäre der Aufstieg kaum möglich. Von oben hat man dann eine super Sicht in die Bucht und auf die Stadt.

Beim Abstieg auf den glatten Steinen bekommt der Hintern dann auch schon mal Bodenberührung, schnell wieder hoch!

Am Donnerstag vor Karfreitag geben die Kirchen Alles, den ganzen Abend wird bis 22:00 Uhr dauergeläutet. Dafür ist am Freitag Totenstille, nicht eine einzige Glocke ist zu hören, nur die Katzenmusik.

Katzen sind sehr beliebt in Kotor und werden dementsprechend verwöhnt. Es gibt sogar ein Katzenmuseum.
Allerdings riecht es in der Stadt auch sehr streng nach Kater.

Es ist zwar Ostern, aber sämtliche Geschäfte sind geöffnet, so dass wir uns täglich mit frischen Lebensmitteln eindecken können.
Über äußerst abenteuerliche Serpentinen mit engen Haarnadelkurven fahren wir zum Lovćen, dem Gebirge zwischen der Küste und der Bucht von Kotor.
Der Blick wird immer weitläufiger, bald sehen wir die gesamte Bucht von Kotor. Man hat das Gefühl, mit einem Flugzeug langsam aufzusteigen.

Das riesige Kreuzfahrtschiff ist kaum noch zu erkennen. Dafür können wir von oben einen Blick auf Tivat erhaschen.

Damit die Busse von Kotor bis zum Lovćen-Nationalpark gut durchkommen können, wird eine neue breite Straße gebaut. Dazu gehört natürlich auch ein neuer Parkplatz, denn schon mit unserem Auto war es schwierig zu wenden. Ein mutiger Busfahrer kam zwar hier hoch, musste dann jedoch eine ganze Serpentine rückwärts fahren, bis er wenden konnte, gefühlt in 100 Zügen.
Am 1.657 Meter hohen 'Jezerski Vrh' sind von den 22 °C in Kotor nur noch 9 °C übrig und an der Strasse liegt der Schnee bis zu zwei Meter hoch.

Man sieht die Besucher beim Aussteigen frösteln und dann im Auto nach warmen Klamotten suchen.
Bereits in Kotor wies man uns auf den langen kalten Winter 2019 hin. Nun erleben wir hautnah, dass der Frühling noch nicht überall eingekehrt ist. So entfällt der geplante Besuch der Tara-Schlucht.
Auf dem Gipfel Jezerski Vrh steht das Mausoleum des 1854 hier in der kleinen Grabkapelle beigesetzten Petar II Petrović-Njegoš, Fürstbischof von Montenegro, Dichter und Philosoph. Sein episches Gedicht 'Der Bergkranz' gilt als Nationalepos von Montenegro, Serbien und Jugoslawien.
1951 beschloss die montenegrinische Regierung anlässlich des hundertsten Todestages von Njegos, ein Mausoleum über der Grabstätte von dem kroatischen Bildhauer Ivan Meštrović errichten zu lassen.



Nach 461 steilen Treppenstufen kommt man sich am Eingang des Mausoleums zwischen den beiden Frauen-Skulpturen doch sehr klein vor.

In der Mitte des Mausoleums steht die monumentale Figur des Njegos mit dem Adler.

Darunter, in der Krypta des Mausoleums, befindet sich Njegos' Grab. 

Vom Mausoleum führt ein kleiner Weg zur Aussichtsplattform des des Jezerski Vrh. Trotz der fantastischen Sicht ist kein Blick auf Italien zu erhaschen, obwohl im Reiseführer versprochen. So schauen wir Richtung Binnenland auf die nicht enden wollenden Bergkuppen.



Dann geht es hinab durch felsiges Gestein über Cetinje nach Budva.

Die sibirische Stehtoilette im Autokamp in Budva verlockt uns nicht zum Bleiben.
So fahren wir weiter und werfen einen Blick auf die Insel Sveti Stefan, das malerische ehemalige Fischerdorf mit den Häusern aus dem 15. Jahrhundert.

In den 1950er und 1960er Jahren wurde das gesamte Dorf zu einer Hotelinsel umgebaut, wobei Gassen, Dächer und Häuserfassaden erhalten blieben. Es erinnert zwar an Primošten, jedoch ist diese private Insel heute den Schönen und Reichen vorbehalten.
Im Kamp Maslina in Petrovac

überzeugt uns der neue Sanitärtrakt sofort. Zum Strand sind es auch nur fünf Gehminuten.

Leider lädt das Wetter noch nicht zum Baden ein. Und grober Kies entspricht vielleicht auch nicht wirklich unserer Vorstellung von Strand.
Es geht über kleine Strassen Richtung Nationalpark Skutari-See. Zu unserer Freude hören und sehen wir beim nächsten Stopp eine Lerche. Zu Hause haben wir seit Jahren keine mehr entdeckt.
Ganz spontan folgen wir den Hinweisschildern zum Weingut 'Vinarija Kopitovic'. Es ist ein kleines, aber edles Weingut mit stolzen Preisen, bis zu 80 EUR pro Flasche. Auf Tripadviser wird es als beste 'Vinery Montenegros' benannt.

Dieter probiert drei große Gläser Wein und zwei kleine Gläser Schnaps. Heute ist mein Fahrtag und so bleibe ich doch lieber bei Gänsewein. Anschließend nehmen wir zwei Flaschen Weißwein und eine Flasche von dem Roten.
Der Skutarisees (Skadar See) ist der größte See der Balkanhalbinsel. Sein Wasserspiegel schwankt je nach Jahreszeit um bis zu fünf Meter. Die zur Adria abfließende Buna bildet größtenteils die Grenze zwischen Albanien und Montenegro.
Im Nationalpark Skutarisee sehen wir fast nichts, an den See kommt man auch nicht, die versprochenen Vögel können wir ebenfalls nicht entdecken, schade.
In Montenegros Hauptstadt Podgorica stehen wir endlos im Stau. Wir haben das Gefühl, es gibt zu viele Autos für diese wenigen Straßen.
Endlich erreichen wir den Rijeka Crnojevića, ein malerischer Flusslauf mit träger Fließgeschwindigkeit. Der geschwungene Fluss zwischen grünen Hängen, blauem Himmel und schemenhaften Berggipfeln am Horizont ist schon ein wenig kitschig, aber auch atemberaubend schön!

Dazu gibt es das kostenfreie Konzert der Skutari-Wasserfrösche.
Leider gibt es nirgendwo Rastplätze, Wanderwege oder andere Möglichkeiten zum Verweilen.
Das Dorf Rijeka Crnojevića ist eine 1481 gegründete Siedlung mit 175 Einwohnern. In einem, der schönen Restaurants hätten wir gern gespeist. Der gelangweilte Kellner, hat jedoch keine Lust zum Bedienen. Auch auf mehrere Hinweise reagiert er nicht und so verlassen wir nach 20 Minuten 'völlig bedient' das Lokal.
Das Wahrzeichen der Stadt ist die 43 Meter lange Alte Brücke (stari most) mit den zwei Bögen aus dem Jahre 1853.

Über Tivat und die Pendel-Fähre geht es zurück nach Kroatien mit Ziel Dubrovnik. Damit ersparen wir uns die nervige Umrundung der Bucht von Kotor.
Tivat, das 'Monaco' Montenegros, ist trotz der großen Yachten doch etwas enttäuschend.

Damit verlassen wir auch den Allee-artigen Wald an Plakatwänden rechts und links der engen Straßen. Sie sind zwar LKW-groß und leider oft völlig zerschlissen, kein schöner Anblick. Und dann verstellen sie noch den Blick auf die schöne Natur.