Nun geht es weiter Richtung Split und wir sind froh, diese Parkbucht genannten Müllkippen zu verlassen.
Kopf schüttelnd schauen wir zu, wie aus den Häusern der Müll einfach den Abhang hinab geschüttet wird. Bauschutt wird ganz selbstverständlich irgendwo in der Natur abgeladen, vorzugsweise auf Parkplätzen.
Kroatien ist auch nicht frei davon, jedoch ist es nicht ganz so ausgeprägt wie in Montenegro oder BiH.
Der kleine Grenzübergang Crveni Grm ist fast leer und ziemlich fix sind wir wieder in Kroatien.
Nun dominieren wieder die wilden Schweine statt der Esel auf den Straßenschildern.

Auf der Insel Čiovo fahren wir zwei ausgewiesene Campingplätze an, leider sind sie noch geschlossen. Wieder zurück durch die engen Gassen zum schönen Camp 'Rožac' in Okrug Gornij.
Heute scheint sich der Scirocco gelegt zu haben, es herrscht endlich klare Sicht. Und die hier ebenfalls auftretende Bora, ein kalter Fallwind, brauchen wir nicht auch noch, es ist schon so kalt genug.
Zehn Minuten vor zwölf bietet uns ein Holländer eine Prachtexemplar von frisch gefangener Dorade an. Seine Frau mag keinen Fisch und er möchte nur ein ganz kleines Stück von dem Gebratenen kosten.

So muss ich den Fisch umgehend abschuppen, ausnehmen, filetieren, braten. Dazu gibt es frisches Brot und Bier, köstlich.
Jetzt noch schnell den 'Abfall' vom Filetieren kochen, Gräten pulen, Petersilie sowie Butter dazu und schon ist die Fischsuppe fertig. Der Holländer ist begeistert.
Nun müssen wir ganz fix abwaschen, Auto einräumen und schweißtreibend mit eingeklappten Spiegeln durch atemberaubend enge Gassen fahren. So schaffen wir es pünktlich um 14:00 Uhr den Schlüssel zu unserer Ferienwohnung in Empfang zu nehmen.

In der super eingerichteten 'Kuća Villa Maslina' bleiben wir für eine Woche, leider gibt es keine Heizung.
Und die knapp 50 EUR pro Tag im Campground stehen in keinem Verhältnis zu den 75 EUR pro Tag in dieser schönen Ferienwohnung und dann noch für vier Personen.

Der Flieger ist pünktlich und wir schließen den großen und den kleinen Jungen in unsere Arme. Nun wird eine Woche lang ganz exzessiv 'Mensch ärgere dich nicht', 'UNO', 'Memory' sowie 'Superhirn' gespielt. Erik  ist begeistert

und hat auch schon eine neue Freundin gefunden.

Die Adria lädt mit ihrem türkisblauen, super klarem Wasser zum Baden ein. Auf dem steinigen Untergrund bilden sich kaum Schwebstoffe, so dass man sehr tief schauen kann. Leider machen der Kiesstrand, die vielen Steine und die schwarzen Seeigel das Spielen im Wasser unmöglich.
Im Moment sind jedoch weder Luft- noch Wassertemperatur dazu geeignet.

Über den 'short cut'

wandern wir zur Altstadt von Trogir.

Nach dem Zerfall der österreichischen Monarchie fiel Trogir 1918 an das Königreich der Slowenen, Kroaten und Serben, dem späteren Jugoslawien.
Sie ist in ganz Osteuropa die am besten erhaltene romanisch-gotische Altstadt mit etwa zehn Kirchen sowie Wohnhäusern und Palästen aus Romanik, Gotik, Renaissance sowie des Barock und gilt als herausragendes Beispiel für städtebauliche Kontinuität.
Wir bewundern die Stadt-Loggia und den Uhrturm aus dem 15. Jahrhundert,

die St.-Laurentius-Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert, die Stadttore sowie die Stadtmauer.
Die Festung Kamerlengo, ebenfalls aus dem 15. Jahrhundert, kann man besichtigen. Begeisterung pur bei Erik, er war noch nie in einer 'echten Ritterburg'.

Wir haben zwar noch nicht ganz das 'Einzugsgebiet' der Kreuzfahrtschiffe und deren Tagesreisenden verlassen, aber Trogir ist längst nicht so überlaufen wie Kotor, Dubrovnik oder Mostar.
Na, ja, nur 25 Kilometer entfernt gibt es noch Split, und dort legen die schwimmenden Hochhäuser sogar an. Damit haben sie die beeindruckende Flaniermeile 'Riva', das Kellergewölbe 'Podrumi', den Säulenhof 'Peristyl' sowie die Kathedrale 'Sveti Duje' direkt vor dem Bug.
Es regnet und wir haben Hunger. Erst nach langem Suchen finden wir ein Lokal, in dem wir drinnen sitzen können. Hier spielt sich das Gaststättenleben fast nur unter Markisen ab.

Das ist uns bei dem kräftigen Wind ein wenig zu kalt.
Im Krka Nationalpark mit den berühmten Wasserfällen holen uns am Eingang von Lozovac die Busse wieder ein, wir zählen fast 30 von ihnen. Zusammen mit den zahlreichen Individualtouristen ergibt das ein schönes Gedrängel in dem Nationalpark. Es ist unglaublich, wie voll es ist, man wird auf dem Bohlenweg nur geschubst.

Bei diesen Menschenmassen geht die grandiose Natur vor lauter Menschen unter, es macht keinen Spaß. Und das außerhalb der Saison. 
Am Eingang von Roški Slap ist es wesentlich leerer. Diese Straßen kann kein großer Reisebus überwinden. Hier kann man sogar über die Brücke hüpfen

oder völlig entspannt Schwäne beobachten.

Den Wasserfall 'Roski Slap' sowie die Höhle Oziđana' mit den 517 Stufen lassen wir aus. Auf dem Rundweg um die Kaskaden der Stromschnellen sind wir plötzlich fast allein.



Wesentlich anstrengender ist der steile Aufstieg zum oberen Aussichtspunkt. Er hat jedoch nur im unteren Teil ein Geländer und ist somit für Kinder nicht geeignet.
Wir wollen gern mit dem Boot von Okrug Gornij nach Split fahren. Die Abfahrtszeiten sind auf großen Plakaten angeschlagen und wir treffen pünktlich am Anleger ein.
Leider liegen die Boote noch an Land, keine Saison.

Aber immerhin wurden die Preise für Unterkunft, Campground, Parkplatz u.ä. zum 1. Mai schon Mal erhöht.
Nun heißt es für unsere beiden Gäste Abschied nehmen, der Flieger wartet nicht.
Ein letztes Mal grillen wir auf unserer Terrasse die beliebten Cevapcici. Dazu gibt es reichlich Ajvar für jeden Geschmack, scharf, lieblich oder mit viel Aubergine.
Die Altstadt von Nin liegt auf einer kleinen Insel und ist nur über zwei Steinbrücken mit dem Festland verbunden.
Grgur Ninski war im 10. Jahrhundert der Bischof von Nin sowie Kanzler des kroatischen Königreiches und wird als Vorkämpfer für den Gottesdienst in slawischer Sprache angesehen. Dafür gibt es jedoch keine überlieferten Beweise.
Dem Denkmal Grgur Nins gegenüber steht die um 800 erbaute Sveti Križ. Sie gilt als kleinste Kathedrale der Welt, obwohl sie nie Bischofssitz war.

Die Kirchenmauern, Türen und Fenster wurden an die unterschiedlichen Lichtverhältnisse innerhalb eines Jahres angepasst. Damit konnte diese Kathedrale auch als Kalender genutzt werden.
Da! Noch eine Schlange. Es ist jedoch die harmlose (weiß natürlich Jeder sofort) Schlingnatter.
Außerhalb von Nin steht auf einem Hügel die kleine Kirche 'Sveti Nikola' aus dem 11. Jahrhundert. Ihre Kuppel wurde während der Türkenkriege zu einem Wehrturm mit Zinnen umgebaut.