Der Nationalpark Paglenica im Velebit-Gebirge mit den beiden ca. 1.750 Meter hohen Bergen 'Vaganski Vrh' und 'Sveto Brdo' wird von den Touri-Busse kaum angesteuert.


Die meisten Besucher kommen um zu klettern, denn der Nationalpark verfügt über 400 Kletter-Routen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.

 

So kann man hier schon die Jüngsten in den Seilen hängen sehen.

 

Der Parkplatz ist zwar proppenvoll, aber auf den 150 Kilometern an Wanderwegen verläuft sich das. Allerdings sollte man die Wege wegen Landminengefahr nicht verlassen.
Dieser Nationalpark kommt bei uns besonders gut an, hier hat man Natur pur

und wir laufen einige Stunden bergauf und -ab, manchmal ziemlich steil, manchmal auch durch einen Bach.

Auf der Insel Pag bleiben wir im überdimensionalen 'Camping Village Šimuni' mit mehr als 1.000 Stellplätzen, Sport-bereichen, Shops und Restaurant.
Obwohl hochgelobt, gefällt uns diese ziemlich kahle Insel nicht besonders.

Sogar die Schafe auf Pag müssen sich vorwiegend von salzhaltigen Kräutern ernähren. Das verleiht allerdings dem Käse seinen besonderen Geschmack, weswegen der Pager Käse bereits vier Mal als bester Schafskäse der Welt ausgezeichnet worden ist.

Die 'Sirana Gligora Cheese Factory' wird natürlich von zahlreichen Bussen angesteuert. Aber es riecht so lecker, wir kaufen gleich drei verschiedene Sorten des berühmten Käses.
Der Nachbar erzählt uns, dass wir uns doch im Internet für den Nationalpark Plitvicer Seen anmelden sollten, damit wir keine langen Wartezeiten haben. Denn es gäbe dort nun Time Slots für die Besucher. Wenn es so voll ist, dass nur noch schubweise Einlass gewährt wird, verzichten wir auf diesen Besuch.
Mit der Fähre geht es zurück auf das Festland und über die Mautbrücke bis zum riesenhaften 'Krk Premium Camping Resort by Valamar' mit toller Ausstattung, sogar Geschirrspüler.
Nun kann Dieter endlich baden, im beheizten Pool des Camps. wink
Auf Krk gibt es sogar ein bißchen Wald, aber wir wandern durch schöne alte Olivenhaine.



Bis wir eines der bedeutendsten Zeugnisse altkroatischer Baukunst, die winzigen 'Crkva sveti Dunata', endlich entdecken, fahren wir drei Mal an ihr vorbei .

Diese aus dem Kalkstein der Region errichtete Kirche ist etwa 12 Meter × 7 Meter klein.
Baška ist ein hübscher Ort mit schöner Promenade, Kneipe an Kneipe. Abends kommt ein wenig Ballermann-Feeling auf, Musik und Gegröle bis zum Morgen.
Noch ist die Saison nicht eröffnet, die Strände werden gerade mit Liegen und Schattenspendern hergerichtet.

Unsere 'einfache' Wanderung erweist sich als ziemlich anspruchsvoll, hier kehren wir um.

Der anstrengende Aufstieg und die mittlerweile strahlende Sonne sind doch etwas schweißtreibend. Wir laufen zwar immer am Wasser entlang, aber leider fehlen die Badesachen. Und dann taucht der FKK-Strand, hier 'Naturist' genannt, auf. Nix wie rein in die Adria, bei 14°C Wassertemperatur geht Fritzi natürlich nur andeutungsweise hinein.

Nun sind wir von Italien bis zur albanischen Grenze und wieder zurück gefahren, immer zwischen Meer und Dinarischem Gebirge.
Das schroffe, großteils verkarstete Gebirge erstreckt sich über 600 Kilometer entlang des Ostufers der Adria, von Nordostitalien bis Nordalbanien. So bleibt nur ein schmaler Streifen von zerklüfteter Küstenlandschaft, der jedoch mit den etwa 900 vorgelagerten Inseln und dem kristallklaren Wasser der Adria

ein ausgesprochener Tourismus-Magnet ist.
Busse aus ganz Europa, Kreuzfahrtschiffe ohne Ende und dann noch die vielen Individualreisenden bevölkern Straßen, Städte und Strände.
Außerdem wurde während der Zeit der Sozialistischen Förderativen Republik Jugoslawien nur wenig in die Bahninfrastruktur investiert, so dass der größte Teil des Fernverkehrs über Busse abgewickelt wird. Damit wird die Verkehrsdichte auf den engen kurvenreichen Straßen zusätzlich erhöht.

Wir sind froh, die Fahrräder zu Hause galassen zu haben, Gehwege sind bedingt vorhanden, Fahrradwege gar nicht. Uns erscheint es lebensgefährlich auf diesen Straßen mit dem Fahrrad unterwegs zu sein.
Als sich Ende des 1. Weltkrieges Österreich-Ungarn auflöste, kam Istrien durch Friedensverträge zu Italien. Es wurde jedoch 1947 nicht in das Freie Territorium Triest eingegliedert, sondern Jugoslawien zugeschlagen. So ist heute noch Italienisch die zweite Amtssprache auf Istrien.
Neben den Olivenhainen und Weinbergen verfügt Istrien sogar über dichte Wälder,

nicht nur die buschartigen Bäume, die kaum höher als drei Meter werden.
Uns gefällt es hier von sämtlichen besuchten Regionen dieser Reise am besten. Mit den alten Häusern und den gewundenen engen Straßen sind die herrlichen kleinen Orte hübsch anzusehen. Es scheint auch nicht ganz so überlaufen zu sein, wie etwa Krk oder die Städte aus der Liste des UNESCO Weltkulturerbes. Ganz ohne Touristen funktioniert natürlich eine Touristenregion nicht, aber hier geht es doch etwas entspannter zu.
Die Ausläufer des Balkantiefs bringen Gewitter, heftigen Regen und nachts nur noch 8 °C, da hat man keine Lust auf Camping. Wir entscheiden uns für das völlig unscheinbare 'Hotel Amfiteatar' in Pula, welches sich dann als schickes und stilvolles Hotel

mit nur 18 Zimmern entpuppt.
Es regnet und regnet. Wir laufen kurz durch Pula und entspannen dann im schicken Hotel-Restaurant bei den wohlschmeckenden Kreationen des innovativen Koches und hervorrragenden Weinen.
Pula kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt, das Amphitheater, wurde bereits unter Kaiser Augustus erbaut.

Mit einer Größe von 133 Meter × 105 Meter bot es Platz für etwa 23.000 Menschen.
Der acht Meter hohe Sergierbogen, auch als 'Goldenes Tor' bekannt, wurde um 30 v. Chr. erbaut.

Die beeindruckende Seemannskirche 'Kirche der Mutter Gottes des Meeres' aus dem Jahre 1898 ist gar nicht so einfach zu finden und leider auch geschlossen. Allerdings sind die Säulen des Portales mit den Seemannsknoten sehr interessant.

Die 1314 erbaute Klosteranlage St. Franziskus wurde dem heiligen Franz von Assisi gewidmet.

Im Prospekt heißt es indessen in etwas drolligem Deutsch, dass man Kloster und Kirche mit der Verehrung des seligen Otto in Verbindung bringt. Denn 'Das Leben . . . des seligen Otto und das seiner Mitbürger im Kloster waren der Anlass, dass die ganze Stadt diese Brüder liebte.'

Bevor wir Pula verlassen, werfen wir noch einen Blick auf das monumentale Denkmal 'Tito's Park' aus den Fünfzigern des letzten Jahrhunderts.

Natürlich ist die Büste von Josyp Broz Tito ziemlich  überdimensioniert.

Als einer der führenden Staatsmänner der blockfreien Staaten setzte er sich für die Gleichberechtigung der Staaten und die friedliche Koexistenz der Blöcke ein.
Bereits 1948 begann Tito als Staatspräsident Jugoslawiens eine von der Sowjetunion unabhängige Politik, auch den Einmarsch von Truppen des Warschauer Paktes 1968 in die ČSSR  verurteilte er scharf.