Wir verlassen Kasane und 'informieren' uns bei den Rangern über den Straßenzustand im Chobe Nationalpark, denn es hat in der Nacht heftig geregnet.

Irgendwie haben wir das Gefühl, wir stören die Angestellten bei ihrem Nichtstun. Nach längerer Wartezeit wird uns missmutig erklärt, sämtliche Straßen seien OK, keine Probleme und ab Linyanti könnten wir sogar die Schotterstraße ganz easy nach Maun fahren.
Somit buchen wir ziemlich beruhigt die Linyanti Campsite für 98 EUR/Nacht (!) und die South Gate Campsite
für 79 EUR/Nacht (!).
Auf dem Weg nach Linyanti entspannt sich ein Rudel der seltenen Wildhunde am Straßenrand.

Ab Katchikau beginnt der Tiefsand der Kalahari, also Luft ablassen. Und wer es vergisst, sitzt bereits nach nur 50 Metern, wie diese drei (männlichen) Ösis, tief im Sand fest.

Sie wollen jedoch keine Hilfe, so fahren wir ganz flott unter ihren grimmigen Blicken vorbei.
Botswana besteht vorwiegend aus Hochland, dessen beträchtlicher Teil die Kalahari einnimmt, Nationalpark reiht sich an Nationalpark.
Das unermessliche Kalahari-Becken erstreckt sich beidseitig des südlichen Wendekreises und ist mit einer Fläche von 2,5 Millionen Quadratkilometern eine der größten zusammenhängenden Sandflächen der Erde, wobei die Mächtigkeit der Sandböden bis zu 200 Meter erreicht.
Die Kalahari Halbwüste dehnt sich nicht nur über einen erheblichen Teil Botswanas, sondern auch über Teile Namibias, Südafrikas, Angolas, Sambias und Simbabwes aus.

Es herrschen Gräser, Dornensträucher und Akazienbäume vor, die die langen Trockenperioden von rund zehn Monaten im Jahr überstehen können.
Nach Regenfällen nimmt die Vegetation stark zu. Man spricht dann von der Grünen Kalahari.
An diesen imposanten Baobabs muss natürlich gehalten werden.

Das, was man hier so als 'Straße' bezeichnet

wird immer schwieriger, und nun kommen auch noch riesige Wasserlachen über die gesamte Straßenbreite hinzu.

Durch die tiefen Pfützen möchte lieber Dieter fahren. Denn bei Wasser muss man schnell durch donnern, bevor man im Schlamm stecken bleibt.
Leider versucht Dieter das auch im Sand, nur diese Welle lässt sich nicht wegdrücken, sie baut sich unter unserem Auto auf. Und schon sitzen wir fest.

Aber nach 30 Minuten schwitzend schaufeln und Rampe bauen, sind wir wieder frei.
In Linyanti müssen wir Parkeintritt für zwei (!) Tage zahlen, obwohl wir nur 14 Stunden im Park bleiben. Neuerdings wird die Gebühr in den Nationalparks nicht nach Nächten, sondern nach Tagen (jeweils bis 24:00 Uhr) berechnet.
So kommen zu den satten 98 EUR für eine Campsite ohne (!) Strom und warmes Wasser noch 48 EUR Permit oben drauf. Wir fühlen uns ein wenig an Vanuatu erinnert, Abzocke ohne Leistung.
An diesem schönen, mit EU-Mitteln errichteten Eingangstor müssen wir uns registrieren, seit zwei Tagen keine weiteren Gäste in Linyanti, welch Wunder.

So sind wir der Campsite völlig allein, nur umgeben von mehreren Hippo Familien, Elefanten sowie Büffelherden und dürfen deshalb die Toilette nach Sonnenuntergang nur mit dem Auto anfahren.
In Botswana wird nicht eingezäunt, auch keine Campsite. Auf dem Boden möchte man hier kein Zelt aufstellen. Diese Info haben wir jedoch vorher nicht bekommen, auch nicht beim Buchen Auge in Auge mit Nationalpark-Angestellten und Rangern. Gott sei Dank, haben wir ein Zelt in luftiger Höhe.
Wir bekommen Besuch von Warzenschweinen, Baumhörnchen und Grünschwanz Glanzstaren.

Die Hippos sitzen wegen des niedrigen Wasserstandes offensichtlich sehr dicht aufeinander. Sie brüllen sich ständig an und drohen mit ihren offenen Mäulern.

Derweil bleiben die Büffel heute am anderen Ufer, was uns jedoch gar nicht stört.
Einige Elefanten laufen so dicht um uns herum, dass es uns unheimlich wird.

Sie bleiben aber freundlich, eventuell wollen sie nur wissen, was wir im Kochtopf haben.
So bewundern wir ganz entspannt den schön gefärbten Sonnenuntergang.