Der Flug nach Kapstadt ist ziemlich ruckelig. Sossusvlei können wir noch deutlich erkennen, dann sind wir von einem braungelben Sandsturm umgeben, es sieht aus wie eine Wand zwischen Himmel und Erde.
In Kapstadt selbst verhindern tiefe Wolken die Sicht auf den 1.086 Meter hohen Tafelberg, diese 65 Quadratkilometer große Wildnis mitten in der Stadt.
Ohne lange Wartezeiten bekommen wir unseren TOYOTA Corolla.
Gleich hinter dem Airport sehen wir das erste Township, massenhaft Behausungen aus Wellblech und Pappkartons mit einer extrem hohen Bevölkerungsdichte, geringer Infrastruktur und den Ausmaßen einer mittleren Stadt.

Man hat viel darüber gehört, aber diese Townships fast 30 Jahre nach dem Ende der Apartheid zu sehen, ist doch etwas Anderes.
Unser Zimmer im 'Rouge on Rose' im kapmalayischen Viertel ist sehr groß und schick. Der öffentliche Parkbereich vor dem Hotel wird Tag und Nacht von einem Sicherheitsdienst bewacht, man gibt Bescheid, wenn man kommt oder fährt. Überfälle sind an der Tagesordnung und vom Hotelchef wird uns empfohlen nicht im Dunkeln zu Fuß unterwegs zu sein.
'Marco‘s African Place' ist nur 200 Meter entfernt, da dürfen wir ohne Auto hin.



Im 16. und 17. Jahrhundert wurden Malayen zur Sklavenarbeit ans Kap verschleppt. Ihre Nachfahren errichteten den islamischen Bo-Kaap District. Es ist eines der ältesten Viertel von Kapstadt mit der größte Anzahl an historischen Gebäuden. Auf den mit Kopfstein gepflasterten Gassen läuft man an bunten Wohnhäusern

und weißen Moscheen vorbei.

Seit 1867 hatten sich im sechsten Bezirk von Kapstadt freigelassene Sklaven, Händler, Künstler und Immigranten niedergelassen. Während der Apartheid wurde dieses multiethnische Viertel zwangsgeräumt und zu einem weißen Wohnviertel umgestaltet. Das 1994 eröffnete District Six Museum

gibt einen Einblick in das bunte Leben der Menschen vor dem Abriss. Leider haben wir dieses viel gepriesene Museum nicht mehr geschafft.
Sklaven gab es seit 1658 am Kap. Ein Teil der Sklaven gehörte Privatpersonen, ein Teil der Niederländischen Ostindien Kompanie (VOC). Die VOC-Sklaven arbeiteten hauptsächlich als Handwerker und Gärtner. Sie wohnten in einem abgegrenzten Bereich der Befestigungsanlage von Kapstadt, später in der 1679 erbauten Slave Lodge. Dort lebten sie unter schlechteren Bedingungen als jene, die für Privatpersonen auf Farmen arbeiteten. In manchen Jahren starben 20 bis 30 Prozent der Bewohner.
Diese Iziko Slave Lodge wurde 1966 zu einem Museum umgewandelt.

Aktuell sind dort die sehr interessante Ausstellung zur Geschichte der Sklaverei unter dem Motto 'From human wrongs to human rights' sowie heutige Formen der Sklaverei untergebracht.

In der extravaganten 'Truth Kaffeerösterei, the World's Best Coffee Shop', gibt es sehr wohlschmeckende Kleinigkeiten.
Und überall Stahl und Leder, sogar an Salz- und Pfeffersträuer.

Der Röster ist fast 100 Jahre alt. Zusätzlich kann man sich an den vielen Dekorationen, Rohren und Schmuckstücken aus längst vergangenen Zeiten ergötzen. Es ist wie in einem Museum,

einzigartig mit lockerer und unerhört freundlicher Bedienung.
Das brach liegenden Werft- und Hafenviertel Kapstadts wurde 1990 zur Victoria & Alfred Waterfront mit Einkaufszentrum, kleinen Museen, Souvenirläden und zahlreiche Restaurants umgebaut.

Schon 1995 gab es mehr als 15 Millionen Besucher aus aller Welt. Für uns jedoch nix Besonderes, nur Touriauflauf.
Die 'Metallskulpturen' gefallen uns noch am besten.

Der Tafelberg mit seiner seltenen Pflanzenvielfalt prägt die Silhouette Kapstadts. Wer den Tafelberg erkunden will, kann die Seilbahn nehmen oder von der Talstation aus zu Fuß gehen. Leider liegt der Berg unsere gesamte Zeit in den Wolken

und die Seilbahn ist wegen des starken Windes eh gesperrt. Schade, denn eine Wanderung auf dem Tafelberg mit den tollen Aussichten hätte uns außerordentlich gereizt.
Wir entscheiden uns gegen die Hop-On-Hop-Off-Tour, da die gesamte Stadt uns nicht so sehr gefällt, überall Obdachlose und Bettler.
So geht es zur Kaphalbinsel vorbei an den Strandhütten in St. James und durch schöne (weiße) Wohnviertel.
Simon's Town war ein idealer Ankerplatz für die niederländische Flotte und ist bereits seit 1747 ein bedeutender Marinestützpunkt. Südlich von Simon's Town liegt Boulder's Beach. Hier leben das ganze Jahr über mehrere 100 Brillenpinguine (african penguin) in einer der seltenen Festland-Kolonien.

Zu unserem Erstaunen erleben wir etliche der Tiere in der Mauser. Wir erfahren, dass die Mauser dieser adulten Tiere sehr variabel und unabhängig von der Jahreszeit sein kann.

Leider ist seit 1956 ein Rückgang der weltweiten Population von 141.000 Brutpaaren auf heute nur noch 20.000 Brutpaare zu verzeichnen. Die Vögel stehen unter strengem Naturschutz und zahlreiche Zoos koordinieren sich in einem internationalen Zuchtprogramm zur Erhaltung der Brillenpinguine.