Nachdem sämtliche Widrigkeiten überwunden sind, treffen wir pünktlich am 30.05. in Zingst zum Foto-Festival 'Horizonte' ein. Es ist eindrucksvoll wie immer, aber dieses Mal sehr düster und beklemmend: verstörend wirkende Fotos über die Verschmutzung der Meere, die Zerstörung der Korallen-Riffe, die weltweiten Verwüstungen durch Überflutungen und was Kinder aus aller Welt essen.

Großartigen Fotos über die Urkraft des Meeres

und bedrohte Tiere im Portrait.
Bei dem gestrandeten Wal aus recyceltem Plastik handelt es sich um eine Kunstperformance des belgischen Künstlerkollektivs Captain Boomer, die in den vergangenen zehn Jahren bereits in Paris, London und Warschau für Aufmerksamkeit sorgte.

Sogar den Rauchschwalben gefällt unser Auto. Sie versuchen an ihm ein Nest zu bauen, natürlich erfolglos.
Durch leuchtende Mohnfelder fahren wir Richtung Polen.

Swinemündes Straßen scheinen ausschließlich aus Fußgängerüberwegen und Kreisverkehren zu bestehen, nur 'stop and go' bis wir endlich mit der kostenfreien riesigen Fähre über die Swina setzen.

Weiter Richtung Osten geht es nur langsam vorwärts, jede Menge Baustellen, große Löcher und riesige Absätze (bis zu einem Meter) laden nicht zum schnell Fahren ein.
In Rewal hat die Saison bereits begonnen, Baustellen, Buden, vor allen Dingen Fressbuden und Tinnef ohne Ende. Rewal ist eigentlich ein schöner Ort, gefällt uns jedoch nicht so sehr.

Wir spazieren bis zur berühmten gotische Kirchenruine in Trzęsacz. Die spätgotische Sankt Nikolaikirche wurde Ende des 14.Jahrhunderts mitten im Dorf, zwei Kilometer von der Küste entfernt, gebaut. 1805 waren es nur noch 25 Meter bis zum Ostseestrand und 1901 stürzte die Kirche zur Hälfte ab. Heute ist nur noch ein Teil der südliche Kirchenwand von 12 Metern Länge und 6 Metern Höhe erhalten.
Neben der Ruine wurde eine 10 Meter hohe und 36 Meter lange Stahlbrücke errichtet. Von ihr hat man einen umwerfenden Blick auf den Strand und die Ruine.

Auf den landschaftlich wunderschönen Nebenstraßen ist die Land-Post ganz modern mit Elektroautos unterwegs.
Am Wegesrand kaufen wir bei einem Bauern Erdbeeren, gleich zwei Kilogramm.

In Leba gibt es vorwiegend Fußgängerzonen, Läden und Restaurants, aber irgendwie viel gemütlicher als in Rewal. Am Fluß Leba entlang ist es fast wie am alten Strom, nur ein bißchen schöner.

Zur Freude der Urlauber kann man hier mit nachgebauten 'Koggen' eine Spritztour auf die Ostsee unternehmen. Leider sind die Segel nur Attrappen, man fährt ausschließlich mit Motor, schade.

Im Slowinzischen Nationalpark kann man mit Elektobussen bis zur Lonsker Düne fahren. Wir nutzen jedoch unsere Fahrrad für die knapp zehn Kilometer durch den herrlich duftenden Nadelwald.

Das Dünengebiet umfasst eine Fläche von 500 Hektar. Die etwa 1.300 Meter lange und 500 Meter breite Lonsker Düne ist zwischen 30 und 42 Metern hoch und bewegt sich etwa 12 Meter im Jahr nach Osten. Von dieser riesigen Dünen ist natürlich nur ein kleiner Teil begehbar.

Die Dünen sind interessant, haben jedoch nicht die klassische Form einer Düne, wie man es aus der Wüste kennt. So geht der Eindruck eine Wanderdüne irgendwie verloren.
Da die Sonne nun seit Wochen unbarmherzig scheint, lässt sich die Sonnenallergie nicht vermeiden. Nun geht es nur noch gut verhüllt an die Sonne.
In Danzig ergattern wir wieder Mal das letzte Zimmer in dem Hotel gleich neben dem großen Zeughaus.

Es ist die Suite auf zwei Etagen mit Sauna und Whirlpool, einfach toll!

Danzig kann die alte Hanse Vergangenheit nicht verleugnen. Hier ist es allerdings viel bombastischer als im armen Mecklenburg. Dagegen sind unsere Ostsee-Städte doch sehr provinziell. Allein schon die stattliche Anzahl an Lokalen, Bierstuben und Pubs ist bemerkenswert. Neben dem Krantor,

direkt an der Mottlawa, speisen wir hervorragende Piroggen. In der Frauengasse bestaunen wir die Beischläge

sowie Bernstein, Bernstein, Bernstein. Der einzigartige Lange Markt

und der pompöse Artushof

liegen ebenfalls nur wenige Gehminuten von unserem Hotel entfernt.
Entgegen den herrlich restaurierten Fassaden der Altstadt ist der heutige Wiederaufbau der zerstörten Häuser aus dem 2. Weltkrieg irgendwie einfallslos. Ganze Straßenzüge werden im pseudo-hanseatischen Stil aus Beton gegossen, ziemlich langweilig.

Aber die Markthalle begeistert.

Und die viel gerühmten polnischen Schönheiten gehören auch der Vergangenheit an, nur noch breite Hintern, schwabbelige Bäuche, fette Schenkel. Das schafft Fast Food in ganz, ganz kurzer Zeit.