Die teutonische Burganlage Marienburg aus dem 14.Jahrhundert ist der größte Backsteinbau Europas. Sie gehört seit 1997 zum UNESCO Weltkulturerbe und lockt unzählige Touristen an, wir zählen allein 15 Busse.
Man kann mit dem GPS-Audio-Guide die Burg selbst erkunden. Der Guide weiß immer, wo man ist und erklärt entsprechend.

So kann man den Rundgang je nach Gusto abkürzen bzw. zusätzliche Informationen anfordern.
Nach 4 Stunden haben wir die Burg im Wesentlichen erobert und genug gelernt über die Ordensritter und die genialen Baumeister des 14.Jahrhunderts.

Obwohl die Burg im 2.Weltkrieg bis zu 60% zerstört war, ist sie heute vollkommen wieder hergestellt, sehr eindrucksvoll.



Wir nächtigen mit dem fantastischem Blick auf die Burg im Sonnenuntergang.

In Ruska Wies, Masuren, hören wir Kraniche trompeten und ab 4:00 Uhr beglückt ein Kuckuck uns mit seiner Musik und will einfach nicht begreifen, dass wir seinen Namen bereits sehr gut kennen. Eventuell will er Dieter Konkurrenz machen?

Ein Abstecher nach Swieta Lipka (Heilige Linde) darf auf unserer Tour nicht fehlen. Die Heilige Linde war bereits seit dem Mittelalter ein Wallfahrtsort. Deshalb beschloss der Deutschen Orden 1320 hier eine Wallfahrtskapelle zu errichten. Nachdem die Jesuiten die Kirche übernommen hatten, begannen sie im Jahre 1686 mit dem Bau der barocken Klosteranlage.

Die reich verzierte Kirche wurde in Form einer dreischiffigen Basilika errichtet. Beeindruckend sind der Hauptaltar und die Orgel, beide aus dem 18.Jahrhundert.
Auf dem Klostergelände weist ein Granitfindling darauf hin, dass hier der Jacobsweg entlang führt.
Plötzlich ertönt Orgelmusik. In der Kirche gibt es ein kostenloses halbstündiges Konzert und wir sind mittendrin.

 So erleben wir nicht nur den Klang der 3.960 Orgelpfeifen, sondern auch, wie sich die restaurierten, eine Verkündigungsszene darstellenden Figuren der Orgel, bewegen. Hier eine kleines Video.
Nach dem Konzert stürmen etliche der Businsassen zum Altar, um auf Knien liegend noch einen Rosenkranz zu beten. Jedoch war der Klingelbeutel wohl nicht voll genug, denn der schwarz gekleidete Herr wies in barschem Ton darauf hin, dass nun Feierabend wäre. Oha, ein glatter Rausschmiss, und das aus einer katholischen Kirche!
In Zalewo, einem kleinen Dorf auf unserem Weg, ist Markttag.

Wir kaufen Obst und Gemüse frisch aus dem Garten, super lecker.

Und die evangelische Kirche im Stil des Bauernbarock in Sorkwity ist erst recht einen Abstecher wert. Die Figuren des Altars tragen Sorkwitter Tracht und hinter dem Kreuzigungsberg ist das Schloss Sorkwity zu sehen.

Uns amüsiert besonders der von der Decke herabschwebende Taufengel.

 

Östlich der Masuren im Wigierski-Nationalpark ist die Welt noch in Ordnung. Die schöne Wiese des Campground 'U Haliny' in Wigry liegt direkt am See mit einem Restaurant, in dem ausschließlich Hausgemachtes auf den Tisch kommt.

Und extra für uns gibt es polnische Gurkensuppe. Super lecker!
Den Kanu-Verleih müssen wir leider links liegen lassen, dieses Bombenwetter ist nichts für Sonnenallergie. Mit dick vermummtem Gesicht ist gerade noch Fahrrad fahren möglich.

Die schöne Tour um den See entpuppt sich jedoch als Staubweg an der Straße entlang.
Direkt neben dem Camp liegt das 1694 gegründete Kloster der Kamaldulenser, einem katholischen Eremiten-Orden. So wecken uns die Turmbläser pünktlich um 7:00 Uhr und um 22:00 Uhr gibt es "Il Silenzio".
Allerdings verließen schon vor 200 Jahren die letzten Mönche das Kloster. Heute ist es an den polnischen Staat vermietet und in den 12 kleinen Eremiten-Häusern kann man Quartier beziehen. Bedeutendster Besucher war Papst Johannes Paul II., der sich 1999 auf seiner Polenreise zwei Tage hier aufgehalten hat. Die Kirche wird noch heute aktiv genutzt, morgens ist Trauerfeier und abends Hochzeit.

Die beschaulichen Campingplätze in den Masuren sind oft klein mit großer Wiese, immer sehr schön gelegen und werden hauptsächlich von Deutschen genutzt, höchstens ein Finne verirrt sich Mal hierher.
Und in den erstaunlich vielen Storchennestern werden oft sogar drei Küken großgezogen.