Die Grenze nach Litauen ist wie ein Museum, Kontrollen gibt es nicht.
Nur Nato Soldaten, die ihre Einsatzfahrzeuge präsentieren und sich mit den 'Grenzgängern' unterhalten.

Die Häuser in den litauischen Dörfern wirken schon sehr skandinavisch.

Über äußerst anstrengende Waschbrettstraßen führt Dieter uns (Mal wieder eine Abkürzung!!!) nach Trakai, zur Wasserburg aus der zweiten Hälfte des 14.Jahrhunderts.

Zusätzlich zu den unzähligen Bussen scheint ganz Litauen dieses prachtvolle Wochenendwetter für eine Burgbesichtigung zu nutzen. Man wird nur geschoben und geschubst sowie ungewollt mittels Lautsprecher in verschiedensten Sprachen über die Burg informiert.

Das ist uns einfach zu viel, wir fahren weiter, ohne in die Burg hinein zu gehen.
25 Kilometer von Vilnius entfernt ist der geografische Mittelpunkt Europas. Den Obelisken mit den Fahnen suchen wir nicht, denn der Europos Park mit den über 100 Skulpturen soll viel interessanter sein.

Lohnt sich aber nicht wirklich, den Tipp kann man getrost vergessen. Den Sinn einer kaputten Leninstatue umgeben von alten Fernsehgeräten haben wir auch nicht verstanden. Wir sind eben Kunstbanasausen.

Da sieht es bei dem beeindruckenden Berg der Kreuze schon ganz anders aus.



Nachdem in den 1860-iger Jahren die Aufstände der litauischen Bevölkerung gegen das zaristische Regime blutig niedergeschlagen wurden, begannen die Bewohner der Umgebung auf dieser ehemals heidnischen Gebets- und Opferstätte, Kreuze für ihre getöteten Angehörigen aufzustellen.
In den 1950-iger Jahren wurden die Kreuze politisches Symbol gegen die Herrschaft der Sowjets. Trotz mehrerer Vernichtungsaktionen blieb der Kreuzzug der Besatzungsmacht gegen den Hügel der Kreuze erfolglos. Dadurch wurde der Berg zunehmend zum Symbol des nationalen Widerstands.
Heute stehen hier vielen 10-tausend Kreuze.

1993 besuchte Papst Johannes Paul II diesen Ort und zelebrierte eine Messe.
Neben dem Hügel der Kreuze wurde im Jahre 2000 ein Kloster mit kleiner Kapelle eigeweiht. Hinter dem Altar geben große Glasfenster einen grandiosen Blick auf den Berg der Kreuze frei.

Mit der Fähre geht es auf die Kurische Nehrung und die 40 Kilometern bis Nida fühlen sich fast so an wie zu Hause, sieht so aus und riecht auch so: Nadelwald, Moos, sumpfige Landschaft, Kormorane, Reiher, Möwen, Strand.

Natürlich müssen wir auf die Parnidis-Düne, die mit etwa 52 Metern eine der größten Wanderdünen Europas ist.

Das macht Spaß, richtige Dünen, in denen man herum toben darf. Achtung, nur innerhalb der erlaubten Zone.

Im Jahr 1995 wurde die Sonnenuhr mit einer ca. 14 Meter hohen Steinsäule, in die Kerben für die halben und ganzen Stunden sowie für jeden Monat eingemeißelt sind, angelegt. Die Stufengeometrie erinnert an die Sandschichten windverwehter Altdünen.

Und auf dem Rückweg gibt Capuccino aus dem 'Smart'-Lavazza-Automaten.