Noch ein letzter Blick zurück nach Valka, Lettland, und wir brausen durch bis zum Peipussee.

Leider haben wir diese lebenslustigen estnischen Frauen nicht getroffen.

Etliche der ausgewiesenen Stellplätze sind zwar wunderschön mitten im Wald gelegen, aber kein Wasser und nur Plumpsklo.
In Lohusuu finden wir jedoch einen himmlischen Campingplatz mit WC, Dusche, Wirlpool und sogar Sauna, und nur für uns.

Wir allein mit der Natur und natürlich der Peipussee, in dem man sogar baden kann. Oder wenigstens darin herum laufen.

Und wer hat das schon Mal getan? Natürlich Dieter.
Hier spricht kein Mensch englisch, höchstens noch ein Paar Brocken deutsch. Mit Händen und Füßen geht es aber auch. So bekommen wir die Empfehlung, zu den 'dummen Frauen' zu fahren.
Das 1891 errichtete Kuremäe-Kolster ist das einzige heute noch aktive russisch-orthodoxe Nonnenkloster Estlands.

Die Klostertore sind geöffnet und man kann in dem weitläufigen Klosterkomplex spazieren gehen sowie das alltägliche Leben des Klosters beobachten.

Und wer hat bloß diese riesige Miete angelegt?

Mit Kuremäe haben wir den östlichsten Punkt dieser Reise erreicht. Nun geht es Richtung NW weiter.
Kiviõli hat durch den ehemaligen Ölschieferabbau große Umweltschäden zurückbehalten. Wegen des Sickerwassers der beiden kegelförmigen Ascheberge starben die Bäume, Phenole verseuchten den Fluss und das Grundwasser.
Heute werden die 115 und 101 Meter hohen Erhebungen, die höchsten künstlichen Berge des Baltikums, als Skipiste

und Bergrennstrecke, sogar für WM-Etappen, genutzt. Trotzdem sieht es für uns ziemlich gruselig aus.
Der bereits im Lahemaa National Park liegende Country & Golf Club Vihula nennt keinen Golfplatz sein Eigen, sondern nutzt die beiden Golfplätze (18- und 9-Loch) im 60 Kilometer entfernten Jõelähtme. Wäre auch etwas merkwürdig hier mitten im National Park ein Golfplatz.
Trotzdem ist der Club einen Stopp wert. In dem aufwendig restaurierten Herrenhaus des Vihula Manor aus dem 16.Jahrhundert

befinden sich ein erstklassiges Restaurant und ein luxuriöses Spa-Hotel.
Das gepriesene Restaurant ist leider nur abends geöffnet, aber im Seitenraum der Lobby bekommen wir einen 'kleinen' Lunch und, wie erwartet, ist es super lecker. Obendrein darf man auf dem ausgedehnten Gelände der renovierten Gutsanlage einfach so herum schlendern.

Im ländlichen Raum wundern wir uns über die geringe Dichte der Halme auf den Feldern. Da bleibt genügend Raum für jede Menge Kornblumen. Das war schon in Polen so und hat uns im gesamten Baltikum begleitet. Auch Felder auf denen Hafer und Gerste gleichzeitig angebaut werden, kannten wir bisher noch nicht.
Immer wieder tauchen Häuser mit Natursteinwänden auf

sowie Mühlen, viele nur als Rumpf, aber etliche auch völlig intakt.

Wir fahren den Umweg über Palmse, denn dort befindet sich das Visitorcenter des Lahemaa National Parks, und nur dort gibt es Infos und Kartenmaterial. Gut, dass wir auch diese Info in Lohusuu bekommen haben.
In Käsmu versteckt sich ein kleiner Stellplatz für maximal fünf Camper, zwar mit Plumpsklo aber sauberer Abwäsche. Für eine Nacht perfekt. Es gesellen sich auch nur ein weiterer Deutscher und ein Schweizer zu uns. Da die Einen von Ost nach West fahren und die Anderen von West nach Ost, tauschen wir Erfahrungen und Tipps über schöne Campingplätze und Sehenswertes aus.
Beim Spaziergang durch den herrlichen Kiefern- und Klippenwald mit den Findlingen aus der letzten Eiszeit bis zur Spitze der Halbinsel

müssen wir leider umkehren: Es ist Brut- und Aufzuchtzeit der Wasservögel. Wir beobachten Haubentaucher mit 12 Küken, einige davon als Rucksack-Kinder.

Es kommt ein Elternpaar vorbei, deren kleiner Sohn Steine auf die Haubentaucher wirft. 'Das weiß er doch noch nicht und er ist doch so niedlich'. Klar, natürlich Deutsche.
Auch wurden hier 150 Elche gezählt, nur bei uns kam leider keiner vorbei.
Mit dem Rad lässt sich der National Park ebenfalls gut erkunden, aber man sollte es nur auf den für Radler ausgewiesenen Wegen tun. Es steht zwar geschrieben, dass man selbst die Wanderwege mit dem Fahrrad nutzen kann, zu empfeheln ist es jedoch nicht. Es sei denn, man möchte 80% des Weges das Fahrrad puckeln.

In Viinistu wundern wir uns am Kunstmuseum über die vielen Betonkoffer. Wer die wohl heben kann? Gut, dass wir nicht damit verreisen müssen.