Die Eckerö Line bringt uns in zwei Stunden nach Helsinki. Leider können wir die schöne Hafeneinfahrt kaum genießen.
Und wegen der Unwetterwarnung verabschieden wir uns noch auf der Fähre von sämtlichen geplanten Outdoor-Aktivitäten. 

Unser Aleksanteri Hotel ist bloß 500 Meter vom Boulevard entfernt. Dummerweise ist das Restaurant nur für Frühstück geöffnet.
Denn es ist Mittsommer-Wochenende und an diesen Tagen ist die Stadt ziemlich leer, Einwohner ausgeflogen, Geschäfte und Restaurants geschlossen, ein handgemaltes Schild reicht.

Abends sieht man die Touristen auf der Suche nach Futter durch die Stadt irren.
Wir haben unseren Kühlschrank dabei und können uns somit selbst versorgen.

Wir probieren ein wenig von der Stadt zu erhaschen, aber Sturzregen und Gewitter treiben uns zurück ins Hotel.
Da bleibt nichts anderes übrig, als die Privatsauna des Hotels zu nutzen. Es gibt auch eine öffentliche Sauna, die ist jedoch nach Männlein und Weiblein getrennt.
In der Privatsauna muss man sich nur eine Stunde vorher anmelden und dann hat man die weitläufigen Räume ganz für sich allein, traumhaft. Und alles inclusive. Außerdem ist dieser Bereich für maximal 12 Personen mit Handtüchern, Hygieneartikeln, Decken reichlichst ausgestattet. Balkon, gut bestückter Kühlschrank und Kamin fehlen ebenfalls nicht. Hier kann man es sich gut gehen lassen.

  

Es ist Mittsommer und den wollen wir eigentlich auf der mit dem Fahrrad gut zu erreichenden Halbinsel Lauttasaari verbringen. Für die Finnen ist Mittsommer etwa so, wie für echte Köllner der Karneval. Leider gießt es und bei den frischen 12°C muss diese ausgelassene Fete auch in diesem Jahr ohne uns stattfinden, schade.
Wir nutzen statt dessen lieber noch einmal die Privatsauna.
Helsinki gilt als Hochburg des Klassizismus und der Jugendstil-Architektur. Uns gefällt es sehr, breit angelegte Straßen und große Plätze, herrliche Gebäude.

Für den Bau des 1919 eingeweihten Bahnhofs mit Elementen des Jugendstils und des Neoklassizismus wurden 15 Jahre benötigt.

Über dem Rathausplatz thront der weithin sichtbare schneeweiße Dom. Selbst der Innenraum ist äußerst schlicht und ganz in Weiß gehalten.
Das Denkmal für den Finnland freundlichen Zaren Alexander II. in der Mitte des Rathausplatzes ist ein großer Touristenmagnet. Man ist dort zwar nie allein, aber trotz der 20 Busse verteilen sich die Massen, kein Geschubse wie in Tallinn.

Die Esplanadi mit dem grünen Park in der Mitte ist die Flaniermeile Helsinkis.
Dort steht auch das Denkmal für den finnischen Nationaldichter Johan Ludvig Runeberg (1804-1877). Und die Möwen bekleckern völlig respektlos seinen Kopf.

Am Rande des Marktes steht die 1905 aufgestellte, von Seelöwen umgebene Bronzestatue der Meerjungfrau Havis Amanda, die an Land gehend noch einen letzten Blick über ihre Schulter zurück auf das Meer wirft.

 Die größte orthodoxe Kirche im westlichen Europa ist die 1868 fertig gestellte Uspenski Kathedrale auf der Anhöhe der Halbinsel Katajanokka.

Bei der 2012 aus drei verschiedenen Holzarten gebaute Kamppi-Kapelle sind die Außenwände aus mit speziellen Wachs beschichtet Fichtenholz gefertigt. Ein beliebter Hintergrund für Fotos!

Es ist kalt, aber die Sonne lugt hervor.
Mit unseren Fahrrädern radeln wir die Touristenattraktionen noch einmal ab und bekommen so auch ein Paar Sonnenbilder.
Finnen scheinen sehr kälteresistent zu sein. Die Touris laufen dick angezogen herum, aber das Freibad ist trotz der kühlen Temperaturen gut besucht. 

Die 1971 fertig gestellte Finlandia-Halle ist zwar ein prominentes Beispiel des Funktionalismus, aber uns gefällt sie nicht. Ist wohl eher etwas für Architekten.

Auch das abstrakte Sibelius-Monument, eine Komposition aus 600 Stahlröhren, ist gewöhnungsbedürftig. Die Künstlerin versuchte damit ein Musikinstrument zu gestalten, das genauso eigenartig wie das Schaffen des Musikers selbst ist.
Bei windigem Wetter geben die Metallröhren melodische Töne von sich, was Hunderttausende neugierige Touristen anlockt.

Und uns gefallen die vielen öffentlichen Ausleihstellen für Fahrräder, Kreditkarte reicht.
Das wäre eine gute Idee für Rostock. Nur müsste es dann auch die skandinavischen 'Fahrradstraßen' geben.