Über die Ölandbrücke geht es von Kalmar auf die Insel Öland, die zu großen Teilen aus Karst- und Heidelandschaft besteht. Kleinwüchsige Bäume und Sträucher bestimmen das Bild, nur die Mitte und die Nordspitze der Insel sind bewaldet, 25% der Inselfläche werden landwirtschaftlich genutzt. Die steppenartige Agrarlandschaft im Süden der Insel gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Im 19. Jahrhundert wurde die Bockwindmühle zum bäuerlichen Statussymbol, sie dienten jedoch ausschließlich dem Eigenbedarf des Hofes. Von den ehemals knapp 4.000 Mühlen sind noch ungefähr 200 erhalten.

Was macht Dieter denn da an Odins Platten? Der Legende nach war es ein einziger Stein, der zerbrach, als Odin sein Schwert hindurch stieß.

Das Naturschutzgebiet Karum mit Kulturlandschaft und Alvar in der Mitte Ölands ist ein einzigartiges Gebiet. Ein Alvar ist ein fast baumloses, für Landwirtschaft ungeeignetes Land. Hier wurden Grabhügel und Gräber aus der späten Eisenzeit entdeckt.

Eine Kulturlandschaft wird durch bewirtschaftete Natur bestimmt, in der charakteristische jahresrhythmische Pflegemaßnahmen und Nutzungen stattfinden. Die Kulturlandschaft 'Karum' wird nach dem Prinzip der Dreifelderwirtschaft restauriert, um  für die hier vorkommenden seltenen Pflanzen und Tiere einen Lebensraum zu schaffen. Es werden 30 Hektar in drei Phasen bewirtschaftet, im ersten Jahr wird Roggen angebaut, im zweiten Jahr Gerste, und dann wird der Acker für drei Jahre brach liegen gelassen.
Diese seltenen Wiesenpflanzen tragen so merkwürdige Namen wie Roggen-Trespe, Wimper-Perlgras, Knöllchen-Steinbrech, Färberscharte und Abgebissener Pippau.
An der Ruine des Borgholm Castle vorbei

fahren wir zum Schloss Solliden, dem Sommerschloss der königlichen Familie.

Das Schloss selbst ist zwar nicht zu besichtigen, die Gartenanlage jedoch ist im Juli/August für Besucher zugänglich.

Die kleinen Katen vor dem Eingangsbereich sind heute Cafe und Souvenirladen.

Die Strandbuchten mit dem trüben Wasser haben uns bisher nicht zum Baden verleitet. Manchmal müssen diese 'Strände' auch mit schwerem Gerät von dem stinkenden Seetang befreit werden.

Bereits ab Kleipeda haben wir die Ostsee als geruchsintensives Brackwasser mit kleinen Kabbelwellen und Schilfgürtel empfunden. So haben wir auf den Campgrounds die Plätze möglichst weit weg vom Ufer gewählt. Wer die westliche Ostsee kennt, hält dieses Gewässer eher für Bodden denn für Ostsee.
Und hier wachsen Steinziegel?

Die Funktion der Burg Ismantorp ist nicht genau bekannt. Es war keine Fluchtburg, evtl. eine geschützte Wohnstätte, religiöses Zentrum oder hatte eine militärische Funktion. Innerhalb des drei bis vier Meter hohen äußeren Steinwalles mit 125 Metern Durchmesser sind die Fundamentumrisse von 88 Häusern und neun Toren erhalten.

Die Mühlen von Lerkaka sind wie an einer Kette aufgereiht

und genau gegenüber steht der ca. 1.000 Jahre alte Runenstein.

Eketorps Borg ist eine völlig freigelegte Fluchtburg, die bis zur zweiten Bebauungsphase rekonstruiert wurde.
Die erste Bebauung stammt aus der römischen Eisenzeit zwischen 300 bis 400 n. Chr. und bestand aus einer Ringmauer mit einem Durchmesser von 57 Metern mit steinerner Innenbebauung.
Im 5.Jahrhundert wurde die Mauer abgerissen und um die alte Innenbebauung herum eine Ringmauer mit Zinnen und Brustwehr mit einem Durchmesser von 80 Meter errichtet. Ende des 7. Jahrhunderts wurde die Anlage aufgegeben.

Mit der dritten Bebauung zwischen 1170 und 1240 wurde die Anlage erneut befestigt und die steinerne Innenbebauung durch Holzhäuser ersetzt.
Trotz der bisher nicht berücksichtigten dritten Bebauung, wird in dieser Anlage das archäologische Erbe mit Handwerkern und Haustieren eindrucksvoll erlebbar gemacht. Und obwohl die Vermarktung touristisch sehr erfolgreich ist, sehen es etliche Wissenschaftler als eine Art Disneyland an und es ist damit wissenschaftlich nicht unumstritten.
Der Lange Jan ist ein Leuchtturm aus dem Jahre 1785 auf der Südspitze Ölands und mit einer Höhe von 41,6 Metern der größte Leuchtturm Skandinaviens.

Hier befindet sich auch das als Rastplatz vieler Zugvögel bekannte Naturreservat Ottenby.

Mit den zahlreichen Seevögeln wie Kormoranen, Gänsen, Möwen und Strandläufern fühlen wir uns beinahe heimisch.
Nur können wir nicht mit Seehundkolonien aufwarten. Auf den ersten Blick sehen sie zwar aus wie Steine im Wasser, aber bei genauerem Hinschauen sind sie dann doch gut zu erkennen, wir zählen mehr als 40 in unmittelbarer Nähe. Eventuell sind auch ein Paar Ringelrobben darunter, so genau können wir sie auf Distanz nicht unterscheiden.

Das Gräberfeld Gettlinge mit mehr als 200 Gräbern stammt aus der Eisenzeit. Am imposantesten ist die 30 Meter lange Schiffssetzung (symbolisiert das Schiff, welches den Toten in das Totenreich bringen soll) mit den großen Kalksteinplatten.

Mittlerweile haben in ganz Europa die Ferien begonnen und sogar die großen Campingplätze mit bis zu 900 Plätzen sind ausgebucht.
So lassen wir auch Karlskrona links liegen und fahren durch bis Malmö. Wir bekommen den letzten Rasenplatz und zahlen 40 EUR ohne Strom, einschließlich Schlange stehen an Klo und an Dusche.
Den tollen Blick auf die Öresundbrücke, die weltweit längste Schrägseilbrücke für kombinierten Straßen- und Eisenbahnverkehr, haben wir jedoch kostenfrei.

Die Fähre Gedser - Rostock kann man als Kombi-Ticket mit Öresundbrücke buchen. Das ist zumindest an diesem Wochenende preiswerter als die Fähre von Trelleborg nach Rostock. So brausen wir rüber nach Dänemark

und verbringen den Tag in Stubbekøbing auf Falster. Ein sehr schöner, kleiner, gemütlicher Ort mit Motorrad Museum.

Die 30 Minuten Verspätung der Fähre stören uns nicht mehr, denn wir wissen, in spätestens drei Stunden sind wir zu Hause.
Und einige Fähren scheinen ein neues Geschäftsmodell entdeckt zu haben: die Fahrzeughöhe. Trotz der zulässigen 2,50 Meter für PKW verlangen einige Fähren Zuschläge ab 1,60 Meter. Bei den vielen Vans und Minivans ist da bestimmt Einiges herauszuholen.
Wir werfen einen letzten Blick zurück zum Fährhafen in Gedser und freuen uns auf den fast schönsten Sandstrand mit badegeeigneter Ostsee.