Nach 3.200 Kilometern Fahrt pausieren wir am Top End. Hier ist auch unser Autovermieter Apollo ansässig und so lassen wir die Schranktüren reparieren. Geht super schnell, wenn das man hält!
Darwin wurde durch Zyklone und japanischen Bombardements fast vollständig zerstört und immer wieder aufgebaut. 1974 vernichtete der Zyklon Tracy 70% der Bauwerke erneut. Somit sind leider fast keine der alten Backsteingebäude erhalten geblieben.



Darwin ist mittlerweile auf 121.00 Einwohner angewachsen und obwohl es am Meer liegt, ist baden tabu, falls man am Leben hängt. Von Oktober bis Mai bevölkern die giftigen Würfelquallen das Meer und die Leistenkrokodile schauen sogar ganzjährig gern am Strand vorbei.
Es ist bereits die Zeit des sogenannten 'build up', die Vorbereitung der Regenzeit. Die Temperatur beträgt zwar 'bloß' 36°C, aber die Luftfeuchtigkeit steigt auf 95% an. Kaltes Wasser aus der Leitung ist etwas wärmer als eine heimatliche warme Dusche, die Restfeuchte vom Duschen geht nahtlos in Schweiß über, alles klebt.
Wir schwächeln und statt durch die Stadt zu bummeln, setzen wir uns in die klimatisierte Lobby des Camps.
Erst abends schlendern wir durch die angesagte Mall. Die Geschäfte schließen bereits zwischen 17:00 bzw. 17:30 Uhr und so ist fast kein Mensch weit und breit, außer uns.



Ab Sonnenuntergang geht dann das Leben in den klimatisierten Pubs weiter.
Bevor wir auf dem Stuart Highway die 1.500 Kilometer nach Alice Springs in Angriff nehmen, stärken wir uns im 'Seafood on Cullen'. Da kann man nur sagen - yum yum!

   

Im Litchfield National Park gefällt es uns viel besser als im Kakadu NP, viel kürzere Entfernungen, abwechslungsreichere Landschaft und sehr interessante Termitenhügel.



An den Florence Falls haben sich verschiedene Pools gebildet, die gern zum Baden einladen.




Bei den sehr dünnen Tolmer Falls wären wir trotz der Hitze gern (?) in die imposante Schlucht gewandert. Leider ist das wegen der Fledermauskolonie verboten, Glück gehabt!



Auf der Litchfield Daly Railroad Road, einer wunderschönen 4WD Strecke, sind wir nach einigen Creekdurchfahrten



mitten in den Cathedral Mounts



und den Bauten der Kompass Termiten, länglich geformte, in Nord-Süd-Richtung ausgerichtete schmale Bretter.




Die prophezeite Abkühlung im Sandy Creek Pool wählen wir ab. Sie ist nur über eine 1,6 Kilometer Wanderung (one way) zu erreichen.
Im Mistake Creek, einem Nebenfluß des Reynolds River, ist die Durchfahrt versperrt. Ein anderer 4WD-Apollo steht eingesunken mitten im Creek.



Der Fahrer, ein etwas großspuriger Sachse, meint nur: "das muss doch gehen, ist schließlich 4WD" und ist ohne Prüfung der Wassertiefe mit Karacho hineingebrettert. Vielleicht hätte er doch lieber ein Amphibienfahrzeug mieten sollen.
Und der Großkotz weiß gar nicht, was für ein verdammtes Glück er hat, denn es kommen (kopfschüttelnd) Aussies mit Jeep und Winde, die beiden einzigen Fahrzeuge die wir auf dieser Piste treffen, vorbei. Aber wo befestigt man das Seil und wie, wenn alles unter Wasser liegt? Da wir das gleiche Gefährt haben, wird geschaut, wo man am besten das Seil befestigen kann, ohne die Stoßstange o.ä. abzureißen.



Und dies ist nur die erste der drei wasserführenden Creekdurchfahrten. Schade, nun ist unsere 4WD-Fahrt Richtung Daly River beendet, wir kehren um. Hier gibt es Krokodile und eine Nacht im Fahrzeug umgeben von Krokodilen ist dann doch zu viel Abenteuer.
Das Railway Museum in Pine Creek (256 Einwohner) ist der Schmalspurbahn, die von 1886 bis 1976 Pine Creek mit Darwin verband, gewidmet.




Die Fahrer der Road Traines müssen bei dieser Hitze natürlich ihre Rinder auch mit Wasser versorgen, ganz schön hoch, da oben.



Wegen der Hitze lassen wir die Kathrin Gorge im Nitmiluk NP ebenfalls aus, und nutzen nur die Edith Falls für ein erfrischendes Bad.



In Kathrine (6.000 Einwohner) beobachten wir abends den Ausflug von Tausenden Fruit Bats. Sehr imposant mit ihrer Flügelspannweite von einem Meter und mehr. Anders als Fledermäuse orientieren sich Flughunde nicht durch Echoortung sondern mit ihren gut entwickelten Augen und dem hervorragenden Geruchssinn.
An den Cutta Cutta Caves fahren wir vorbei, denn man kann sie nicht self guided besichtigen, die Mataranka Thermal Pools lassen wir ebenfalls links liegen. Wer geht schon bei 38°C in heißes Wasser baden?
Daly Waters (16 Einwohner) ist berühmt für seinen Stuart's Tree, in den John McDouall Stuart 1862 sein 'S' einschnitzte.
Zum Auftanken der Flugzeuge bei internationalen Flügen wurde hier den 1930iger Jahren die erste internationale Landebahn Australiens etabliert und gleichzeitig der heute so legendäre Pub eröffnet. Reisende aus aller Welt haben hier Unterwäsche, Visitenkarten, Banknoten und eine Menge mehr hinterlassen.




Auch wir nehmen den berühmten Outback-Hamburger. Er ist riesengroß, selbst gemacht und Fritzi isst den ersten Burger ihres Lebens auf! Schmeckt sogar.


Der Stuart Highway ist wohl einer der einsamsten Highways. Hier wird jedes entgegenkommen Auto ebenfalls  mit Fingerheben gegrüßt. Oftmals sieht es aus, als wenn man erstochen oder aufgepikt werden soll.
Wir schauen kurz bei den Pebbles, Kunjarra,


und den Boulders, Karlu Karlu, vorbei.





Sieht ein wenig aus wie die bekannten Moeraki Boulders auf Neuseeland, natürlich viel, viel größer und imposanter, auch nicht so überlaufen.
Ab jetzt gibt es bis Alice Springs außer einigen ehemaligen Telegraphenstationen keine Sehenswürdigkeiten mehr.



Und nun darf man auf dem Stuart Highway sogar mehr als 130 km/h fahren, sämtliche Geschwindigkeitsbegrenzung sind aufgehoben. Es gibt nur noch 'drive to conditions'. Wir möchten unserem Gefährt jedoch nicht mehr als 100 km/h zumuten.
Nach dem Queren des Tropic of Capricorn



erreichen wir endlich den Mittelpunkt Australiens.

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