Nun beginnt die beachtliche 4WD Strecke des Red Center Way, der Mereenie Loop.



Geht allerdings nur mit Permit. Keiner weiß, wieso Permit, wird auch nicht kontrolliert, sieht eher aus wie zusätzliche Geldquelle für Aboriginals, denn man fährt schließlich über ihr Land. Ist eigentlich eine Maut, kann man bei den unbefestigten Straßen aber wohl nicht so nennen.
Dafür gibt es jede Menge 'wichtiger' Schilder, besonders die Geschwindigkeitsbegrenzung von 110 kmh ist auf dieser Straße zu beachten!.

Die Schranktür ist natürlich wieder ausgerissen, alles rausgeflogen. Wer hätte etwas anderes erwartet? Aber diesmal ist wenigstens nix zerdeppert.
In Folge der Erosion ist von dem Gosse Bluff (Meteoritenkrater mit 22 Kilometer Durchmesser) kaum noch etwas zu erkennen. Er wird zwar als äußerst interessant angepriesen, zu sehen ist dennoch NICHTS. Am Taylors Pass bekommt man jedoch einen schönen Blick auf den Zentralberg des ehemaligen Kraters.



An der Redbank Gorge laufen wir im ausgetrockneten sandigen Creek die 1,2 Kilometer zum Waterhole und schwitzen, schwitzen, schwitzen.



Das bißchen Wasser lädt nicht wirklich zum Baden ein, aber wenigstens die Füße kann man hinein halten.



In der Regenzeit soll es hier allerdings eine Menge mehr Wasser geben?



Wir übernachten in freier Natur in einem einfachen Camp und sind mit BBQ und Buschdusche äußerst zufrieden.



Am Ellery Creek und Big Hole gibt es eine kleine Bucht mit angenehm frischem Badewasser.



Hier werden sämtliche Gorges zwar mit Superlativen wie 'australischer Grand Canyon' beschrieben, aber die Schluchten sind meist nur 100 Meter tief und einander äußerst ähnlich. So reicht es, wenn man eine Gorge der West MacDonnell Ranges erwandert hat.

Deswegen lassen wir die Ormiston und die Serpentine Gorge bei dieser Hitze aus.

Die 20 Minuten Wanderung zur schmalen Standley Chasm Schlucht empfinden wir als sehr anstrengend, schwächeln wir etwa?

Nachmittags schauen wir das Thermometer dann genauer an: 41,9°C, da ist es kein Wunder, dass uns die pralle Mittagssonne schafft.
Erneut zu Apollo, nun wollen sie die Schranktür doch wechseln. Geht allerdings erst in drei Tagen.
No worries, wir sind in Northern Territory! Da ticken die Uhren langsamer.
Immer schön entspannt bleiben, so wie der hier.



Zu Hause ist die Sommerzeit vorbei und wir haben wieder 8,5 Stunden Zeitunterschied.
Uns bleibt nun ausreichend Zeit, auch noch die East MacDonnell Ranges, den 'Geheimtipp mit idyllischen Campingplätzen', zu erkunden.
In der Emily Gap führt ein kleines Stück des ausgetrockneten Creeks

zu den heiligen Stätten der Aboriginals mit Felsmalereien, die die Dreamline des Caterpillars darstellen.

Die Jessie Gap ist fast gleich, nur hier stellt die Zeichnung die Dreamline des Emus dar.



Wir erkennen keine Unterschiede, für uns sieht es nur nach senkrechten Strichen aus.
Die Landschaft der East MacDonnell Ranges ist abwechslungsreicher und interessanter als die der West MacDonnell Ranges und erstaunlicherweise sehr viel weniger Besucher, kaum Busse.



Der Corroboree Rock ist ein bemerkenswerter platter Felsen mit zwei kleinen Löchern drin.




Um zum N'Dhale Gorge Nature Park zu kommen, muss man den Ross River durchqueren. Der Name weckt unangenehme Erinnerungen an das letzte Jahr.
Die Durchquerung des ziemlich breiten, jedoch ausgetrockneten, Flussbettes ist mit 4WD kein Problem.



Nur an sehr wenigen Stellen steht Wasser.



Hier macht das Fahren richtig Spaß und obwohl heute mein Fahrtag ist, lasse ich Dieter diese attraktive 4WD-Strecke zurück fahren.
In der Schlucht mit den steilen Felswänden




sind auf zwei großen Steinen alte Aboriginal Kunst zu sehen. Für uns sehen sie eher nach Petroglyphen aus.



Die Schwarzfuß Felswallabies zeigen sich uns nicht, dafür 100e von Schmetterlingen,



eine kleine Agame



und eine stattliche, der ausschließlich in Australien vorkommenden, Bartagamen.




Es ist schön leer und hier wollten wir eigentlich übernachten. Leider ist kein Baum, also auch kein Schatten, weit und breit vorhanden. So fahren wir zur Trephina Gorge und übernachten in dem schönen Buschcamp mitten im Wald.
Auf der Strecke laufen uns ein Riesenwaran (Perentie)



und dann noch ein Dingo vor die Kamera.



Die Tiere sind zwar ein wenig scheu, aber bleiben wenigstens in Positur für ein Paar Fotos, bevor sie im Busch verschwinden.
Auch in der Trephina Gorge ist das breite sandige Flussbett von Sandsteinwänden und hohen Eukalyptusbäumen (River Red Gum) umgeben. Bei kräftigem Wind laufen wir den Rim Walk und den halben Panorama Walk dicht am Abhang entlang.




Sogar in dieser einsamen Gegend gibt es Raser, für die dann Freunde und Familie einen Gedenkstein an der Unfallstelle aufstellen (müssen). Hier ist es die völlig demolierte Harley.



Gut, dass wir bereits den Termin bei Apollo haben. Rücklicht, Bremslicht und Blinker sind nun auch noch ausgefallen!
Wir bekommen natürlich nicht die versprochene neue Schranktürür, die alte ist notdürftig geflickt und wird wieder eingesetzt. Das kann gar nicht halten und wir binden die Türen mit Tüddelband fest. Das muss bis zum Ende unserer Fahrt halten.
Das Licht können wir nicht reparieren. Der Camper ist für Wasserdurchfahrten geeignet und somit sind die Lampen mit Silikon abgedichtet. In der Werkstatt wird uns völlig unkompliziert 'no worries' geholfen.
Bereits nach zwei Stunden sind wir schon wieder auf dem Weg zurück nach Cairns, schlappe 2.500 Kilometer.

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