Auf dem Stuart Highway Richtung Norden beginnt bereits kurz hinter Alice Springs wieder das Aufgepikse des entgegenkommenden Fahrers mit dem Finger. Am Aileron Roadhouse ist die spannende Galerie leider geschlossen.



Die eindrucksvollen 17 Meter hohen Figuren des Anmatjere Man (Dezember 2005) und Anmatjere Wife and Child (Dezember 2008) sind jedoch weithin sichtbar.



In Wycliff Well, der "UFO Capital of Australia" muss man wegen des UFO-Landeplatzes ganz besonders vorsichtig fahren. Eine witzige Idee, wenigstens einige der gelegentlich vorbeikommenden Autos zu einem Stopp zu verleiten.



Tennant Creek (3.000 Einwohner) erreichen wir erst sehr spät, so dass das preisgekrönte Aboriginal Art and Culture Centre bereits geschlossen ist. In Threeways verlassen wir den Stuart Highway (Explorer´s Way) und biegen auf den Barkley Highway (Overlander´s Way) Richtung Osten ab.
Kurz vor Camooweal (200 Einwohner) sind wir bereits wieder in Queensland und es sind damit 9 Stunden Zeitunterschied gegenüber zu Hause.
In Erinnerung an Daly Waters wünscht Dieter sich Burger zum Mittag. Wir bekommen etwas eklig Fettiges, und das soll Rindfleisch sein? Ihgitt, nie wieder!

Auf den einsamen und eintönigen Highways

haben wir wieder einmal Glück, wir werden auf diesem Abschnitt des Overlander's Ways nicht eingezäunt.

Und dies ist der langweiligste Abschnitt der gesamten Strecke, hier gibt es rechts und links der Straße - NICHTS.
Außer hin und wieder ein abgestelltes Autowrack, vorzugsweise auf dem Kopf.

Die Siedlung Mount Isa (20.600 Einwohner) wurde 1927 gegründet, als hier mit dem Abbau einer der bedeutendsten Erzlagerstätten begonnen wurde. In den folgenden Jahren wurden zusätzlich Blei-, Silber-, Kupfererz- sowie Zinklagerstätten gefunden und ausgebeutet. So ist Mount Isa auch heute noch vom Bergbau geprägt. Zudem wurde hier 1960 die zweite 'School of the Air' für den Fernunterricht der weit entfernt wohnenden Outback Kinder gegründet, die in Alice Springs bereits 1956.



Morgens treffen wir am City Blick Jakob Flick mit seiner Frau. Sie begehen heute ihre Goldene Hochzeit und beginnen diesen Tag mit sportlicher Besteigung des Mount Isa Lookout und erfreuen sich an dem 'herrlichen' Blick über die Stadt und die Minen, abends wollen sie sogar Essen gehen. Wozu weit reisen, wenn man täglich dieses einmalige Panorama genießen kann. Extra dafür sind sie von der Ostküste hierher gezogen.



Der Urantagebau Mary Kathleen wurde 1958 in Betrieb genommen, 1963 bereits wieder geschlossen und 1974 erneut eröffnet. Bei seiner endgültigen Stillegung 1982 wurde die Mine mit A$19 Mio saniert. Das möchten wir uns gern anschauen. Ein 4WD-Weg führt zu der ehemaligen Siedlung Mary Kathleen. Leider sind nur noch einige Fundamenten der ehemaligen Bergarbeiterhäuser zu besichtigen, von der sanierten Mine ist weit und breit nichts in Sicht.



Sie liegt auch 5 Kilometer nördlich der Siedlung. Einen Weg dorthin finden wir nicht, ob sie überhaupt zu besichtigen ist, haben wir nicht herausgefunden, obwohl es als ein 'must see' an der Strecke ausgewiesen ist.
In Cloncurry (2.400 Einwohner) kreuzen wir den nach dem berühmten australischen Song 'Waltzing Matilda' benannten Matilda Highway.
Da auf dem Overlander's Way ab September nur noch täglich zehn Touristen am Visitor Centre stoppen, ist das in Julia Creek (368 Einwohner) bereits geschlossen. Das 20 Meter hohe angebliche 'Weinglas' hält auch nicht, was es verspricht, es ist ein ganz ordinärer Betonwasserturm.
In Richmond übernachten wir mit Seeblick. Auf diesem winzigen Wässerchen fahren die Einheimischen sogar Wasserski, unglaublicher Lärm! Und hinter unserem Camper beginnt der Bush Tucker Garten.



Richmond liegt im Zentrum eines ehemaligen urzeitlichen Binnenmeeres. Hier wurden weltweit die meisten und gut erhaltenen Saurierfossilien gefunden. Im Museum 'Kronosaurus Fossil Corner' sind etwa 200 Fossilienexponate mit leicht verständlichen Erklärungen ausgestellt, wir sind begeistert.





Oh, Schreck, unser Brot ist alle. Ein Lädchen hat geöffnet und es gibt sogar Brot. Das hält jedoch dem Fingertest nicht stand. Dieses krustenlose Brot lässt sich mit einem Finger bis auf den Boden durchdrücken und ist, schwupps diwupps, wie Watte wieder in Form. Für uns ungenießbar! Und sieht man andere Leute beim Fingertest, so kann man sicher sein, es sind Touristen aus dem europäischen deutschsprachigen Raum. Wir entscheiden uns für Rührkuchen mit Rosinen, Zitronat und Mandeln, heißt hier Früchtekuchen, schmeckt ein wenig nach Weihnachten und ist nicht einmal scheußlich süß.
In Hughenden (1.155 Einwohner) ist die 'berühmte' Saurierfigur das einzig Interessante.



Auch an Prairie mit seinen 103 Einwohnern fahren wir vorbei.



Die Goldfelder von Charters Towers (7.979 Einwohner) waren bis zum 1. Weltkrieg die ergiebigsten in ganz Australien. Die ansehnlichen Gebäude lohnen noch heute einen Bummel durch den ehemals sehr reichen Ort.




Im 2. Weltkrieges wurden um den Towers Hill 42 kleine Bunker gebaut, die von der Luftwaffe zum Lagern von Munition, Bomben u.ä. verwendet wurden.



In Ravenswood florierte während des Goldrausches Anfang des 20. Jahrhunderts das Leben, doch ab 1915 begann der Niedergang zur Ghost Town. Die Goldminen sind wieder in Betrieb genommen und können sogar 'besichtigt' werden. Leider kann man nur einen Blick auf die bereits stillgelegten Minenabschnitte werfen.



Heute beherbergt die Stadt bereits wieder 350 Einwohner und wandelt sich nun von einer Ghost Town zu einem lebenden Museum.



Das Postamt ist wieder in Betrieb, sogar Benzin kann man hier kaufen.




Und Singer Nähmaschinen finden in fast jedem Museum Verwendung. Der Bohrer am Zahnarztstuhl rechts daneben hat den gleichen Tretantrieb wie die Nähmaschine.



Plötzlich taucht neben uns eine Horde kleiner Wallabies auf. Sie bleiben im Schatten, somit kein Foto, trotzdem beobachten wir sie eine Weile ganz ungestört.
Nun liegt das Outback hinter uns und das Gepiekse mit dem Finger ist auch vorbei. In Townsville haben wir endlich die Küste wieder erreicht.

Übersicht