Der 'Canecutter Heritage Discovery Trail' führt ausschließlich durch Zuckerrohrfelder und hier am Mena Creek Falls war 1930 für José Paronella der perfekte Platz, seine Vision von einem Vergnügungspark mit Golfplatz und Cafe inmitten der Zuckerrohrplantagen zu verwirklichen.
Die Bauten, wie Cottage, Balustraden, Schlossturm mit Dachterrasse und Außentreppe, errichtete er im Stil seiner katalanischen Heimat. Sämtliche Gemäuer, Treppen, Geländer und sogar Blumenkästen wurden von José aus Beton gegossen. Zusätzlich pflanzte er 7.500 tropische Büsche und Bäume an. Die verwitterte, mit Moosen und Farnen bewachsene Architektur inmitten der Baumriesen vermittelt heute den Eindruck eines Märchenwaldes.
Der 1935 eröffnete Park erfreute sich bei der Bevölkerung schnell großer Beliebtheit. Als José 1948 an Magenkrebs starb, wurde der Park geschlossen, verkauft und und erst in den 1990iger Jahren von den neuen Besitzern wieder eröffnet.
Im Link findet ihr Interessantes über die Entwicklung des Paronella Parkes.



Zyklone und Überschwemmungen zerstörten den Park mehrfach. Die Ruinen sind nicht mehr begehbar und werden 'nur' noch als stimmungsvoller Hintergrund für nächtliche Installationen genutzt.



Es ist ein traumhafter Park, im Eintritt ist sogar die Übernachtung auf dem CaravanPark eingeschlossen. Außerdem dürfen wir so lange und so oft wir wollen den Park genießen.



Die Auswahl der Fotos fällt in diesem Falle besonders schwer, darum gibt es hier ein Paar weitere.
Bereits 1935 nutzte Paronella das Wasser des Falls für ein kleines Wasserkraftwerk. 2009 wurde die 75 Jahre alte, davon 30 Jahre ungenutzte, Turbine durch die deutsche Firma Heidemann Hydro vollständig restauriert. Der erzeugte Strom (je nach Wasserstand 2 bis 15 kW) reicht für den täglichen Bedarf des Paronella Parks, nachts wird darüber hinaus in das öffentliche Netz eingespeist.



Direkt neben unserem Camper hat ein Honigfresser sein Nest gebaut.



Am Strand von Etty Bay soll man hin und wieder Cassowaries sehen können. Wir probieren unser Glück. Hurra, gleich zwei Cassowaries versuchen den Wald zu verlassen. Haben sie uns etwa erwartet? Und der ist echt!

Schon ist es vorbei. Ein Augenschlitz bedrängt die Tiere so sehr, dass der ängstliche Cassowarie gleich wieder verschwindet. Wenigstens der weniger scheue bleibt.
Wir warten bis alle Touris ein Foto geschossen haben und mit ihren klimatisierten Autos verschwunden sind.
Nun können wir uns in aller Ruhe und aus entsprechender Distanz dem Vogel widmen.
Oh, Mann, sind wir glücklich.

Nach sechs Wochen und 9.800 Kilometern sind wir wieder zurück in Cairns (142.200 Einwohner).
Wir promenieren an der Esplanade entlang. Plötzlich ein Schatten im Wasser. Ein Krokodil, bloß nicht dichter ran!



Ohje, hier kann schon das Plantschen im Wasser brenzlig werden. An der Wasserkante entlang zu schlendern oder sogar ins Wasser zu gehen ist gefahrlos nur innerhalb der schweren Netze möglich. Und so ist es an der gesamten Küste von Townsville bis Darwin.



Mitten in der Stadt hängen die Bäume voller stänkernder Flughunde. Vorsicht, nur mit Regenschirm unter diesen Bäumen verweilen!



Den Zoo kurz vor Port Douglas lassen wir nach kurzem Überlegen doch aus, Tierstreicheln und -fütterung ist mehr etwas für kleine Kinder. Einzig wegen der Cassowaries hätte der Besuch gelohnt, aber den hatten wir bereits hautnah in seiner natürlichen Umgebung.
In Port Douglas (3.200 Einwohner) fühlen wir uns rundum wohl, ein wunderschönes kleines Städtchen, mit Parks, Bummelmeilen, einer Menge Restaurants und Bars, so richtig zum Entspannen.



Im Visitor Centre erfahren wir, dass die nächsten Tage ziemlich windig sein werden, nicht so gut geeignet zum Schnorcheln. Wir haben Zeit und können auf das perfekte Wetter warten, so fahren wir weiter nach Norden.
Der Parkplatz an der Mossman Gorge ist fast leer, wir haben den Trail nur für uns und stören eine Winkelkopfagame beim Sonnen.



Diese Agame ist endemisch im Regenwald der Wet Topics und die einzige Agame, die die Temperatur ihrer Umgebung annehmen kann, sogar beim Schlafen. Somit wird sie von den Wärmesensoren der Amethystine Python nicht wahrgenommen.



Die imposanten Brettwurzeln der Baumriesen sind bis zu zehn Meter hoch und sternförmig angeordnet. Sie dienen der Standfestigkeit, aber vor allem der Nährstoffzufuhr in dem sehr nährstoffarmen Boden.



Das Visitor Centre der Mossman Gorge beherbergt eine tolle Ausstellung von Aboriginal Künstlern wie Luke Mallie und David Daffey, richtige Kunstwerke, nicht nur Punkte oder an alte Felsmalereien angelehnte Striche.
Und nun sind die Busse angekommen. Keine einzige Lücke mehr auf dem riesigen Parkplatz, gleich drei Autos streiten sich um unseren Platz, und das außerhalb der Saison.
Mit der Seilfähre geht es gemächlich über den Daintry River. Wir dürfen das Auto während der Überfahrt nicht verlassen, wahrscheinlich wegen der Krokodile.



Den einen Kilometer langen Jindalba Boardwalk haben wir wieder für uns allein, hierher kommen keine Busse.
An der Daintree Ice Cream Company kosten wir das leckere Eis aus uns völlig unbekannten Früchten, wie Soursop, Davidson Plum oder Posh Te. 



Der Favorit ist allerdings Wattleseeds mit seiner Mischung aus Kaffee-, Schokoladen- und Haselnussaroma.
Die Bäume, der für die Eisproduktion verwendeten Früchte, sind auf einem parkartigen Lehrpfad angepflanzt.



Und da ist noch dieser nicht zu unterschätzende Hinweis!



Auf dem stromlosen Campground am Turtle Rock Cafe in Cap Tribulation (330 Einwohner) sind wir mitten im Wald. Der Waran empfängt uns wieder einmal



und die Rufe der Reinwardthühner hören wir die ganze Nacht. Diese Großfußhühner gibt es nur auf einem schmalen Streifen an der Nord- und Ostküste Australiens.



Sie legen ihre Eier in Nisthügel, die eine Höhe von einem Meter und einen Durchmesser von zehn Metern erreichen können. Diese Nisthügel werden über Jahre gepflegt und bewacht. Weitere Brutpflege findet nicht statt. Nachdem die Eier durch Sonnenwärme ausgebrütet sind, befreien sich die Jungen aus dem Hügel und sind dann vollkommen auf sich gestellt.
Auch den metallicblauen Ulysses Schmetterling sehen wir vorbei fliegen. Ein kurzes Leuchten im Wald und schon ist er fort.
Weiter nach Cook Town geht es über den wunderschönen 4WD Bloomfield Track.



Cook Town (2.350 Einwohner) ist um diese Jahreszeit ein kleines verschlafenes Örtchen, riesig breite Straßen und kaum Autos, Menschen schon gar nicht.




Der Wind hat immer noch nicht nachgelassen. So gehen wir in Port Douglas fein Redclaw Crayfish essen,





bevor wir über die kurvenreiche Inlandstrecke nach Kuranda fahren. An der Barron Gorge und laufen wir den Boardwalk durch den Regenwald bis zur Railway Station.




Dabei hat man einen super Blick auf den Wasserfall.



In der Butterfly Sanctuary schauen wir uns die einzelnen Entwicklungsstadien der Schmetterlinge an. Am beeindruckendsten sind die Raupen. Sie fressen ununterbrochen und in Windeseile ist von einem Blatt nur noch die Rippe übrig.



Uns verwundert, wie unterschiedlich die männlichen und weiblichen Schmetterlinge gefärbt sind, z.B. ist beim Cairns Birdwing das Männchen leuchtend grün und das Weibchen unscheinbar braun-schwarz.




Abends geht es zum Nightfire im Tjapukai Aboriginal Cultural Park, einer Mischung aus traditioneller Zeremonie und Show. Es ist sehr angenehm, denn hier heißt es nicht bereits beim Empfang, wie wir es in vielen anderen Aboriginal Cultural Centres erlebt haben: 'Wir waren schon seit mehr als 40.000 Jahren hier und ihr habt unsere Kultur zerstört'.
Da man nicht erwarten kann, an einer echten Zeremonie der Aboriginal beteiligt zu werden, ist es eine gute Entscheidung, an dieser touristisch aufbereiteten Einführung in die Aboriginal Kultur mit großem Spaßfaktor teilzunehmen.
Wir erhalten traditionelle Gesichtsbemalung, um symbolisch in den Stamm der Djabugay People aufgenommen zu werden.



Nach der Vorstellung traditioneller Tänze,



Gesang und Didgeridoo Musik gibt es Buffet und natürlich kitschige Abschlußfotos.



Auch die Ausstellung und den Film im Eingangsbereich kann man empfehlen.



Kleine Überraschung, als wir gegen 22:00 Uhr wieder im Caravan Park von Lake Placid eintreffen, haben sich Tisch und Stühle in Luft aufgelöst und tauchen auch am nächsten Tag nicht wieder auf. Bei Bunnings gibt es ausreichend Campingzubehör, aber ärgerlich ist es doch.
Der Wind läßt allmählich nach und wir fahren zurück nach Port Douglas, um endlich die lang ersehnte Schnorcheltour zum Great Barrier Reef zu unternehmen.

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