Nach einem kurzen Zwischenstopp in Melbourne landen wir bereits 5:30 Uhr in Auckland und erreichen mit dem SkyBus und seiner singenden Busfahrerin ganz entspannt unser freundliches Shakespeare Hotel. Wir dürfen unser Gepäck dort deponieren und bereits ab 13:00 Uhr das Zimmer nutzen.
Dieses historische 10-Zimmer Hotel mit dem ersten Brauerei Pub Neuseelands liegt mitten in der City von Auckland, umgeben von Baustellen.



Es werden zwei eigene Sorten Bier gebraut: das 'Jester', ein Pilsner, und das 'Bastard', ein IPA (Indian Pale Ale).


 
Der Bummel durch Auckland mit der weihnachtlichen Dekoration macht trotz der durchwachten Nacht Spaß.



Leider müssen auch hier die schönen alten Häuser den Glas-Beton-Hochhäusern weichen.




Und natürlich gibt es nun den unvermeidlichen Anleger für die riesigen Kreuzfahrtschiffe ebenfalls.



An großen Kreuzungen haben sämtliche Fußgänger grün und alle Fahrzeug müssen stoppen. Da kann man sogar diagonal über die Kreuzung gehen. Das ist eine tolle Sache, allerdings nur 20 Sekunden lang.
Die durchwachte Nacht macht uns ein bisschen träge und so nehmen wir gern das hauseigene Pub für unser Diner in Anspruch.



Eine Gruppe Koreaner möchte Bier, das sie offensichtlich nur dem Namen nach kennen, probieren und erwarten eine Empfehlung. Die Serviererin versteht die Frage nicht ganz und entgegnet, was zu Hause getrunken wird, Hellbier oder eher Starkbier. Die Antwort 'Wasser oder Cola ' irritiert sie sehr. Wir empfehlen das hauseigene 'Bastard'. Es schmeckt ihnen so gut, dass sofort das zweite geordert wird. Danach geht es ziemlich lustig am Tisch der Koreaner zu.
Am Flughafen warten gemeinsam mit uns viele der auf NZ lebenden Insulaner, um die Feiertage bei ihren Familien auf Cook Islands zu verbringen. Hoffentlich kann das Flugzeug mit den vielen Wuchtbrummen auch abheben.
Auf Cook Islands sind wir Touris die Exoten zwischen all den fülligen Maoris. Da könnte man sagen, so viel Mann oder Frau und alles meins. Aber wenigstens bieten die üppigen Körperteile viel Platz für jede Menge Tattoos. Und die Kleiderordnung ist ganz einfach: möglichst kurz, möglichst eng und quergestreift, so nach dem Motto 'What You See Is What You Get'. Als Fußbekleidung sind natürlich ausschließlich Badelatschen angesagt, mit Blumen, Schmetterlingen oder Glitzerkram, in allen Farben und sogar mit bis zu sechs Zentimeter hohen Absätzen. Und nun wird um uns herum vorwiegend Maori gesprochen. Aber für die Touris wird sofort ins Englische gewechselt.
Auf Rarotonga haben wir schon wieder den 08. Dezember, war doch gestern? Klar, wir sind über die Datumsgrenze zurück geflogen!
Im Aremango Guesthous haben wir leider nur Gemeinschaftstoilette, -bad und -küche. Aber unser Zimmer hat eine schöne private Dusche im Garten, herrlich.



Das Haus ist sehr durchdacht gebaut, es fällt kein Sonnenstrahl auf die Fenster und die Überdachung ist groß genug für Tische, Stühle, Sessel, Couch. Hier kann man toll im Schatten relaxen.



Beim Scooter leihen müssen wir diesmal Helme nehmen, sollen neuerdings Pflicht sein. Aber die Einheimischen tragen keine Helme, so also auch wir nicht - und was passiert? Prompt werden wir von der Polizei angehalten. Kostet eigentlich NZ$100 p.P., aber die netten Polizisten lassen uns die Helme holen. Dafür bekommen wir auf der Weiterfahrt mit Helm dann auch einen gehobenen Daumen von dem Uniformierten.
Internet wird immer komplizierter, hier soll ein hotspot sein, ärgerlicherweise kann man sich nicht anmelden, also auf zu BlueSky, leider ist am Samstag geschlossen. Don't worry, relax!



BlueSky hat hier das Monopol auf's Internet und wir haben das Gefühl, dass es schamlos ausgenutzt wird. Wir kaufen eine SIM-Karte mit 3GB Daten, 30 Minuten telefonieren und 50 SMS für NZ$ 49. Es ist das beste Angebot, und das Netz ist flächendeckend - wenn es nicht bewölkt ist. Nach einem Monat ist die Karte und damit die Telefonnummer ungültig, verlängern geht nicht. Man muss neu kaufen und bekommt somit auch eine neue Telefonnummer. Später erfahren wir, dass eine echte Flatrate fürs Internet NZ$ 700 pro Monat kostet.
An der Lagune von Rarotonga sind viele neue Häuser mit 'privat property' entstanden. Man muss schon suchen, wo man noch ins Wasser kommt. Und der Tourismus ist neuerdings auf 'have fun' mit sehr viel Bambule ausgelegt. Es scheint, Rarotonga möchte ein zweites Mallorca werden. Und jede Gelegenheit zum 'Geld verdienen' wird genutzt. Neuerdings gibt es Führungen durch die Sheraton Ruine und um die Straße zum Wasserfall zu benutzen, muss man Eintritt bezahlen, denn man könnte ja im Wasserfall baden gehen statt in der Lagune.
Obwohl die Lebensmittelpreise kräftig gestiegen sind, hat das Angebot an Frischware stark nachgelassen. Auch bei Wigmors gibt es nicht mehr die Tüten mit einheimischem Gemüse zu moderaten Preisen. Aber das TipTop Eis lassen wir uns nicht entgehen.
Auf dem Samstagsmarkt in Avarua geht sogar der Weihnachtsmann um, der muss freilich richtig schwitzen, trotz Badelatschen!

Die Burger auf dem Muri Nachtmarkt sind heiß begehrt,




aber es gibt auch mein Lieblingsgericht: Ika Mata, roher Fisch in Kokossoße.



Wir ziehen auf die andere Seite der Insel nach Vaimaanga um. Enttäuschung - es ist nicht das Mango Cottage, was wir meinten gebucht zu haben.



Keine Waschmaschine, kein Herd, kein Tisch und draußen zwar zwei Biergartengarnituren, aber total unbequem. Die Überdachung nutzt gar nichts, denn sie ist mit durchsichtiger Wellplaste gedeckt. Da staut sich die Hitze auf dem schwarzen Bankireifußboden perfekt, und das fensterlosen Bad heizt sich mit diesem unpassenden Dach auf geschätzte 50 bis 60 °C auf. Vorsicht, nicht den Hintern an der heißen Klobrille verbrennen. Hier kann Dieter Abhilfe schaffen, er belegt das Dach mit Palmwedeln und es wird spürbar angenehmer im Klo.
Statt des Herdes bekommen wir einen elektrischen Grilltopf. Geht auch, da wir meist unsere 'Touristenpfanne' zubereiten. Beim Abnehmen des heißen Glasdeckels zerplatzt derselbe mit lautem Knall in tausende Scherben. Ich bin von Kopf bis Fuß mit winzigen Scherben bestäubt. Den Deckelgriff fest in der Hand bleibe ich noch eine Weile ganz still stehen und prüfe, ob irgendwo etwas weh tut. Alles o.k., nur essen kann man das nicht mehr! Schade, diese Arbeit ist umsonst.



Verletzungen haben wir keine davon getragen, nur hunderte winzige Schrammen, dort wo die Glassplitter die Haut getroffen haben. Sämtliche Splitter im Haus zu entfernen dauert doch etwas länger und als verspätetes Abendbrot muss heute Brot mit Butter reichen.
In der Nacht gibt es Gewitter mit Starkregen wie wir ihn noch nie erlebt haben, Sicht = Null. Leider ist das Cottage nicht gewitterdicht, das Wasser läuft in Strömen innen am Fenster herunter und breitet sich sofort seeartig auf dem Fußboden aus. Da hilft nur noch wischen, wischen, wischen. Es ist eine anstrengende Nacht.
In Avarua soll unser Visum auf drei Monate verlängert werden. Nachdem wir unsere Angaben selbst in den Rechner eingetragen, die NZ$ 70 p.P. bezahlt haben und die Pässe kopiert sind, erwarte ich den Stempel. Aber nein, auch diese Beamten sind wie Beamte überall: unfreundlich und gaaaanz langsam! Die Pässe bleiben dort, stempeln dauert schließlich drei Tage. Natürlich sind die Pässe am Dienstag noch nicht abgestempelt. Aber wir dürfen ins Allerheiligste, zu den Beamten direkt ins Büro. Und nun bekommen wir unsere Pässe sogar mit Stempel ausgehändigt.
Dieter wird von Koliken geplagt, also ab ins Krankenhaus. Es gibt keine niedergelassenen Ärzte auf Cook Islands und die beiden einzigen Ärzte arbeiten im Krankenhaus, ein Besuch für 'outdoor patients' kostet NZ$ 20. Entzündung der Bauchspeicheldrüse stellt der Doktor fest. Wir stoppen sämtliche Vorbereitungen für den Rest unserer Reise. Eventuell müssen wir hier abbrechen, jedenfalls muss Dieter erst Mal ruhen. Damit entfällt auch die geplante Wanderung quer über die Insel an der Needle vorbei. Nun haben wir genug ungeplante Abenteuer!
Mit dem Clockwise Inselbus fahren wir zum Flughafen. Allerdings Hand heben nicht vergessen, sonst fährt er vorbei. Noch einen letzten Blick aus dem Fenster bei der 'Inselrundfahrt' und dann geht es nach Aitutaki, wo Pira auf uns wartet.



Aitutaki begrüßt uns mit Regen und Sturm, beim Landen werden wir kräftig durchgeschüttelt. Pira überrascht uns mit Leis aus echten Blüten. Ach, diesen Duft habe ich vermisst.



Es soll der heißeste Sommer seit 50 Jahren sein. So haben wir statt 30 bis 32°C nun 33 bis 36°C. Damit die Luft sich abkühlen kann, muss es dementsprechend häufig regnen. Obwohl der Regen auf Aitutaki angeblich nie länger als zwei Tage durchhält, regnet es in diesem Jahr bereits seit fünf Tagen und Nächten ununterbrochen. Was soll's, das Wetter können wir nicht beeinflussen. Selbst der Inselpolizist fährt bei dieser Schwüle im modischen Rippunterhemd durch die Gegend. Wozu Uniform tragen, ihn kennt schließlich jeder der 2.000 Einwohner.
Natürlich ist der viele Regen prädestiniert für tolle Regenbögen.



Und abends bieten die Regenwolken ein prachtvolles Schauspiel.



Im Krankenhaus werden Dieters Blutwerte noch einmal kontrolliert. Alles wieder gut, nur Dieter soll bitte nicht mehr so große Mengen an hochprozentigem Schnaps zu sich nehmen. Natürlich muss ich lachen, denn wir haben seit Wochen keinen Alkohol getrunken. Außerdem müsste es mir doch schlecht gehen, denn Dieter ist viel umsichtiger mit Alkohol als ich. Nun können wir den Rest der Reise getrost buchen.
In Piras Unit haben wir vom Balkon den super Blick auf die türkise Lagune.



Wir essen auf dem schönen Balkon und unter uns tobt der Kampf um die Speisereste. Ameisen, Hühner und andere Vögel, sogar Katzen beteiligen sich. Eine Biotonne braucht man hier nicht, es geht alles über die Brüstung und wird erstaunlich schnell vernichtet. Das dürfen wir uns für zu Hause nicht angewöhnen!



Pira stellt uns für die gesamte Zeit ihr altes Moped zur Verfügung. Leider geht nicht jeder Gast vorsichtig damit um. Weil kein Benzin im Tank war, hat ein Gast den Anlasser durchgeschmort, der Schalthebel ist mit roher Gewalt verbogen. Dieter repariert so gut es geht, Kette spannen, Luft aufpumpen und dann kann es losgehen. Na, ja, das mit Luft hat noch nicht wirklich funktioniert. Die einzige Möglichkeit ist, jeden zweiten Tag zur Tankstelle fahren und Luft aufpumpen. Immer ein guter Vorwand um Eis zu essen.



Und das Getriebe ist gewöhnungsbedürftig: Beim Vorwärtsschalten geht es immer im Kreis 0-1-2-3-4-0. Rückwärts in umgekehrter Reihenfolge. Eine Kupplung gibt es nicht.
Zu Weihnachten veranstalten die Dörfler abwechselnd ein Fest mit Tanzvorführung, Gesang und Essen.



Die Akteure und auch die Zuschauer werden mit Bonbonketten behängt. Bei jeder Vorführung wird Geld gesammelt, welches dem veranstaltenden Dorf zugute kommt, für Straßenbeleuchtung oder Mülltonnen oder Gemeindehaus oder, oder, oder. Bei so viel Lebensfreude ist besinnliches Weihnachten an uns vorüber gegangen.
Unser Mitbringsel für Piras neunjährigen Sohn Jericho, Gummibären und UNO, kommen sehr gut an. Das wären die schmackhaftesten Gummibären seines Lebens und natürlich müssen wir nun jeden Abend mit ihm UNO spielen.
Silvester ist fast ein Tag wie jeder andere. Zwar ohne Knallerei oder Brimbamborium, dafür sind sämtliche Läden gleich drei Tage geschlossen. Und das neue Jahr wird mit Gesang und Tanz begrüßt, es geht von Dorf zu Dorf über die gesamte Insel. Begonnen wird um 9:00 Uhr morgens und hört auf, wenn die Insel umrundet ist. Wir bewundern die Tänzer und ihre Kondition und halten selbst nur bis zum vierten Dorf durch, denn einen Sonnenbrand wollen wir nicht riskieren. Und hier noch einmal das Video. Selbstverständlich werden wir gebeten, auch von den Speisen zu nehmen. Das sei eben Gastfreundschaft auf Cook Islands. Aber da sieht man auch, warum wir so aussehen wie wir aussehen. Es schmeckt uns hervorragend, aber in jedem Dorf diese Unmengen an Essen sich einzuverleiben, bekommen wir einfach nicht hin.
Pira, Liana und Jericho fahren bis Anfang Februar in den Urlaub und lassen uns hier nach Gutdünken herum wirtschaften.



Nun haben wir ein Grundstück mit über 10.000 Quadratmetern für vier Wochen zu versorgen, und das ganz freiwillig.


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