Aitutaki begrüßt uns mit Regen und Sturm, beim Landen werden wir kräftig durchgeschüttelt. Pira überrascht uns mit Leis aus echten Blüten. Ach, diesen Duft habe ich vermisst.



Es soll der heißeste Sommer seit 50 Jahren sein. So haben wir statt 30 bis 32°C nun 33 bis 36°C. Damit die Luft sich abkühlen kann, muss es dementsprechend häufig regnen. Obwohl der Regen auf Aitutaki angeblich nie länger als zwei Tage durchhält, regnet es in diesem Jahr bereits seit fünf Tagen und Nächten ununterbrochen. Was soll's, das Wetter können wir nicht beeinflussen. Selbst der Inselpolizist fährt bei dieser Schwüle im modischen Rippunterhemd durch die Gegend. Wozu Uniform tragen, ihn kennt schließlich jeder der 2.000 Einwohner.
Natürlich ist der viele Regen prädestiniert für tolle Regenbögen.



Und abends bieten die Regenwolken ein prachtvolles Schauspiel.



Im Krankenhaus werden Dieters Blutwerte noch einmal kontrolliert. Alles wieder gut, nur Dieter soll bitte nicht mehr so große Mengen an hochprozentigem Schnaps zu sich nehmen. Natürlich muss ich lachen, denn wir haben seit Wochen keinen Alkohol getrunken. Außerdem müsste es mir doch schlecht gehen, denn Dieter ist viel umsichtiger mit Alkohol als ich. Nun können wir den Rest der Reise getrost buchen.
In Piras Unit haben wir vom Balkon den super Blick auf die türkise Lagune.



Wir essen auf dem schönen Balkon und unter uns tobt der Kampf um die Speisereste. Ameisen, Hühner und andere Vögel, sogar Katzen beteiligen sich. Eine Biotonne braucht man hier nicht, es geht alles über die Brüstung und wird erstaunlich schnell vernichtet. Das dürfen wir uns für zu Hause nicht angewöhnen!



Pira stellt uns für die gesamte Zeit ihr altes Moped zur Verfügung. Leider geht nicht jeder Gast vorsichtig damit um. Weil kein Benzin im Tank war, hat ein Gast den Anlasser durchgeschmort, der Schalthebel ist mit roher Gewalt verbogen. Dieter repariert so gut es geht, Kette spannen, Luft aufpumpen und dann kann es losgehen. Na, ja, das mit Luft hat noch nicht wirklich funktioniert. Die einzige Möglichkeit ist, jeden zweiten Tag zur Tankstelle fahren und Luft aufpumpen. Immer ein guter Vorwand um Eis zu essen.



Und das Getriebe ist gewöhnungsbedürftig: Beim Vorwärtsschalten geht es immer im Kreis 0-1-2-3-4-0. Rückwärts in umgekehrter Reihenfolge. Eine Kupplung gibt es nicht.
Zu Weihnachten veranstalten die Dörfler abwechselnd ein Fest mit Tanzvorführung, Gesang und Essen.



Die Akteure und auch die Zuschauer werden mit Bonbonketten behängt. Bei jeder Vorführung wird Geld gesammelt, welches dem veranstaltenden Dorf zugute kommt, für Straßenbeleuchtung oder Mülltonnen oder Gemeindehaus oder, oder, oder. Bei so viel Lebensfreude ist besinnliches Weihnachten an uns vorüber gegangen.
Unser Mitbringsel für Piras neunjährigen Sohn Jericho, Gummibären und UNO, kommen sehr gut an. Das wären die schmackhaftesten Gummibären seines Lebens und natürlich müssen wir nun jeden Abend mit ihm UNO spielen.
Silvester ist fast ein Tag wie jeder andere. Zwar ohne Knallerei oder Brimbamborium, dafür sind sämtliche Läden gleich drei Tage geschlossen. Und das neue Jahr wird mit Gesang und Tanz begrüßt, es geht von Dorf zu Dorf über die gesamte Insel. Begonnen wird um 9:00 Uhr morgens und hört auf, wenn die Insel umrundet ist. Wir bewundern die Tänzer und ihre Kondition und halten selbst nur bis zum vierten Dorf durch, denn einen Sonnenbrand wollen wir nicht riskieren. Und hier noch einmal das Video. Selbstverständlich werden wir gebeten, auch von den Speisen zu nehmen. Das sei eben Gastfreundschaft auf Cook Islands. Aber da sieht man auch, warum wir so aussehen wie wir aussehen. Es schmeckt uns hervorragend, aber in jedem Dorf diese Unmengen an Essen sich einzuverleiben, bekommen wir einfach nicht hin.
Pira, Liana und Jericho fahren bis Anfang Februar in den Urlaub und lassen uns hier nach Gutdünken herum wirtschaften.



Nun haben wir ein Grundstück mit über 10.000 Quadratmetern für vier Wochen zu versorgen, und das ganz freiwillig.



Nun beginnt unser eigenwilliges 'Work and Travel'.
Das Grundstück sieht auf den ersten Blick schön grün aus, denn die Natur ist hier sehr hilfreich Schandflecken zu überwuchern.



In dem riesigen Garten gibt es genügend zu ernten: Auberginen, Avocado, Bananen, Brotfrucht, Cherimoya, Chillie, Fiji Spinat, Guaven, Kokosnuss, Kürbis, Limette, Mango, Papaya (Paw Paw), Passion Fruit, Schnittlauch und Sternfrucht.



Abendsnack ist ebenfalls gesichert, statt Erdnüsse gibt es frisches Kokosfleisch, lecker Bananen- oder Bread Fruit Chips.



Leider wird so eine Bananenstaude in Summe reif, da hat man dann, je nach Größe der Bananen, 60 bis 100 Stück zur gleichen Zeit verfügbar. Manchmal ist die Staude für den Baum dann doch zu schwer und muss abgestützt werden.



Winzige Ameisen übernehmen hier die Aufräumarbeiten. Vor ihnen ist nichts sicher. Somit muss alles, wirklich alles, im Kühlschrank aufbewahrt werden. Und auch die Vögel, besonders die freilebenden Bio-Hühner, nehmen keine Rücksicht. Wird eine Frucht, egal ob Passion Fruit, Banane oder Aubergine auch nur halbwegs reif, wird sie angepickt und ausgehöhlt.
Und so sieht unser unser Tagesablauf für die nächsten Wochen aus: Bei diesen Temperaturen kann man nur von 6:00 Uhr bis maximal 9:00 Uhr und abends ab 17:00 Uhr bis zum Dunkelwerden gegen 19:30 Uhr arbeiten. So heißt es früh aufstehen, Hühner mit Kokosnuss füttern,

unser 'täglich Food' ernten






und dann fängt die Gartenarbeit an.

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