Wir müssen zum Flieger und Piras Auto gibt keinen Mucks von sich. Gut, dass wir auf Aitutaki Kontakte geknüpft und uns mit Bananenbrot und Papaya Chutney bei Simon und seiner Familie eingeschleimt haben. So bringt er uns gern zum Flughafen.
Manche Flieger lassen doch sehr zu wünschen übrig: von Rarotonga nach Auckland sitzen wir in einem zwar neuen, jedoch sehr engen und unbequemen Airbus. In der Boeing 777 von Auckland nach Melbourne dagegen haben wir super angenehme Sitze, die wie Schlafsessel verstellbar und deren Fußbänke bis 90° klappbar sind, fast ein Bett, himmlisch.
Die Australien Einreise in Melbourne ist diesmal ätzend, eine riesige Schlange schiebt sich durch Drängelgitter, wie auf Schloß Neuschwanstein am Wochenende. Nach über zwei Stunden erreichen wir endlich die ebenfalls genervten Beamten und werden nur noch durchgewunken.
Es ist auch bereits Zeit in den nächsten Flieger zu steigen. Wir haben die vier Flüge mit 26 Stunden Reisezeit endlich überstanden und werden in Hobart von den kleinen Teufeln willkommen geheißen.



Diesmal haben wir einen SUV gemietet, denn Tasmanien ist uns zu kalt, da wird nicht im Auto geschlafen.
Das wunderschöne alte Customs House Hotel in Hobart ist die perfekte Wahl zum Entspannen.



Neben den tollen Zimmern gibt es eine gemütliche Bar und ein Restaurant mit wenigen, aber hervorragenden Speisen. Natürlich nehmen wir die geliebten Austern, Pink Ling und Blue Eyed Travella, nicht zu verwechseln mit dem Travelly. Es gefällt uns hier so gut, wir buchen gleich für die beiden restlichen Nächte unserer Tasmanien Rundreise und erhalten, wie sollte es anders sein, wieder Mal das letzte Zimmer. Zu unserer Überraschung ist warmes Frühstück im Preis inbegriffen, da schlemmen wir jeden Morgen mit Egg Benedict oder Florentine.
Gut gestärkt fahren wir zum Mt. Nelson und erhaschen sogar etwas Sonne bei sommerlichen 15°C, obwohl wir nach vier Monaten mit Temperaturen von weit über 30°C doch ein wenig frieren.



Im Visitor Centre gibt es Bückware! Der Battery Point Self-Guided Walk und die Karte mit den Wanderwegen am Mt. Wellington liegen nicht aus. Sie werden auf Anfrage von der netten Dame mit einem Griff unter dem Tresen hervorgeholt.
Der Battery Point ist die 'Altstadt' von Hobart mit vielen kleinen alten Häusern, kleinem Park und etlichen winzigen Galerien und Caffe´s. Sie lädt förmlich zum Bummeln ein.

In dem Feinkostladen 'Wursthaus' mit dem exquisites Angebot an Schinken, Käse und Wurst decken wir uns für die Lunchzeit mit Köstlichkeiten wie australischem Prosciutto, Salame di Felino und Käse ein.

Am Mt. Wellington laufen wir allein durch den Wald, uns begegnet niemand. Ist auch kein Wunder, die anderen haben ja keine Wanderkarte.

Oben ist es dann wirklich noch 10°C kälter, Regen und heftiger Sturm brennen wie Eispickel auf der Haut, Mütze und Handschuhe wären sinnvoll. Der Blick soll sooo fantastisch sein, wir sehen nur grau in grau.



In der Female Factory, besserer Name für Gefängnis, wurden die aus England deportierten Frauen untergebracht, ebenso makaber der Name für die Zellen: Apartments. Auch ganz schön gruselig, wofür man verurteilt wurde: z.B. sieben Jahre für ein gestohlenes Brot.



Die meisten der hier untergebrachten Frauen sind nach ihrer Entlassung auf Tasmanien geblieben und haben dort Familien gegründet. Es zählen also auch deportierte Frauen mit zu den ersten Siedlern Australiens.
Wir bummeln an den alten Docks entlang, winken dem Kreuzfahrtschiff beim Auslaufen zu



und sind schon auf dem Weg zum Freycinet National Park. Im Visitor Centre von Triabunna bestellen wir für den NP eine Unterkunft, es ist jedoch nur noch die ganz große Cabin mit Platz für sieben Leute frei. Egal, wir nehmen sie.
Der Weingigant Brown Brothers mit Weingütern in Victoria und Tasmanien hat an der Moulting Lagoon den Lookout des Devil’s Corner mit Weindepot, Läden lokaler Erzeuger und einem kleinen Park errichtet. Das ist wirklich einen ausgiebigen Stopp wert.

Im Freycinet National Park laufen wir zum Wineglass Beach, ganz schön anstrengend. Auf 1,5 Kilometer 220 Meter hoch, runter zum Wasser und über den Berg wieder zurück.

Die versprochenen Wallabys, Kängurus oder Wombats zeigen sich uns nicht, jedoch hat man am Lookout den super Blick auf die beiden Bays Coles und Wineglass.



Der Cape Tourville Circuit am Lighthouse ist rollstuhlgerecht ausgebaut mit herrlichen Blicken auf die Bucht. Den Sleepy Bay Beach nehmen wir auch noch mit und bewundern dort die bunten Steinformationen.



Nach ausreichender Stärkung an der Freycinet Marine Farm (was soll man aus diesem Angebot von Austern, Scallops, Abalone, Crayfish bloß nehmen?)



besuchen wir Natureworld in Bicheno, eine zooartige Sanctury, die sich der Pflege verletzter und erkrankter Tiere verschrieben hat. Nach der Genesung werden die Tiere dem Menschen entwöhnt und ausgewildert.
Dieser junge Wombat hat den 'road kill' seiner Mutter im Beutel überlebt und wurde hier per Hand aufgezogen. Nun wird von der Ersatzmutter auch das Kuscheln eingefordert.



Und, man glaubt es kaum, die Hinterlassenschaft eines Wombat besteht aus Würfeln.
Der Beutelteufel ist ein absolutes Nachttier, somit höchstens Mal zu hören und so gut wie nie zu sehen. Außerdem ist er durch eine ansteckende Gesichtskrebs-erkrankung stark gefährdet. Man geht davon aus, wenn es nicht gelingt die Krankheit einzudämmen, wird es in 30 Jahren keinen einzigen Tasmanischen Teufel mehr geben. Also wollen wir jetzt einen sehen.
Da die Tiere in der Sactuary an Menschen gewöhnt sind, kann man sie bei der Fütterung gut beobachten. Aber Vorsicht, die Beisskraft des Teufels ist vier bis fünf mal so stark wie beim Pittbull.



Interessant ist, wie der kleine Teufel bei Aufregung rote Ohren bekommt, fast wie ein Kind, das beim Lügen erwischt wird.



Die schwarzen Tiger Snakes seien 'gute Schlangen' lernen wir. Ihr Gift wird für medizinische Zwecke verwendet, alte Schlangen hätten kein Gift mehr (glauben wir nicht ganz) und bekommen ihr Gnadenbrot hier in der Natureworld.
Dann sind da noch die Quolls und die süßen Sugar Glider. Da im Nocturnal House nicht geblitzt werden darf, gibt es leider keine Bilder.
Diese Helmperlhühner sehen fast wie Bonsai Cassowaries aus.



Launceston stand gar nicht auf unserem Plan. Doch die Stadt mit ihren vielen Parks und den schönen alten Häusern gefällt uns sehr, wir bleiben gleich zwei Tage.




Und die Gorge des Tamar River mitten in der Stadt ist wirklich faszinierend.



Wir laufen jeden Trail der Cataract Gorge bis zur Alexander Suspension Bridge, auch den Sentinel Lookout lassen wir nicht aus.
Direkt an der alten Kings Bridge besuchen wir Penny Royal, ein Vergnügungsviertel und Freizeitpark für große und kleine Kinder. Auf ganz wenig Fläche gibt es Kletterwand, Cliff Walks, Zip Line, Dark Ride (Gespensterbahn), Brig Tamar Cruise (Schiff auf Schienen), Restaurants, Bars und Cafes.

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