Die kleinen Brauereien Australiens sollte man nicht links liegen lassen, sie stellen sehr gut schmeckende Bier- und Cidersorten her.



Mittlerweile sind die Temperaturen auf 34°C gestiegen und der Aufstieg zum Top of the Hill von The Rock ist ganz schön anstrengend. Oben erwarten uns der 360° Rundblick

und riesige Ekelspinnen (Seidenspinnen). Der Netzfaden ist ziemlich dick und klebrig und leuchtet in der Sonne sogar leicht golden.

In der Shearers 'Hall of Fame' in Hay wird die Geschichte des Schafscherens und die harte Arbeit der Schafscherer von Australiens Besiedlung an erzählt. Einen Platz in der Hall of Fame bekamen diejenigen, die mit ihrem Geschick und Können einen Beitrag zur Entwicklung dieses mühevollen Gewerbes geleistet haben, wie z.B. Jackie Howe. 1892 lag sein Rekord bei 1.437 Schafen wöchentlich und 321 Schafen täglich, und das in reiner Handarbeit ohne elektrische Hilfsmittel. Diese Hall lassen wir uns natürlich nicht entgehen, vor allen Dingen nicht das Schauscheren.



Aber letztendlich hat uns das Wollmuseum in Geelong doch besser gefallen.
In Balranald am Murrumbidgee River ist der Campground mit erstaunlichem Industrieschrott dekoriert.



Die unpaved Straße durch den wunderschönen Wald zu den Wetlands des Yanga NP´s ist nur mit Pfadfindergeist zu finden. Leider ist am Wehr Schluß, kein Weg, kein Aussichtspunkt. Man kann nicht mal ansatzweise einen Blick in die Wetlands hineinwerfen.



Der Ben Scott Memorial Bird Trail ist eine noch größere Enttäuschung. Er ist ziemlich verlottert, der Boardwalk teilweise eingebrochen, die Birdhide in meterhohem Schilf versteckt.



Den Südteil des NP's kann man gleich ganz vergessen. Außer staubiger Straße gibt es noch einen ramponierten Schuppen, sorry, das historische Homestad. Nun ist auch klar, warum wir die einzigen Besucher sind.
Die 150 Kilometer Highway zum Mungo NP sind fast wie ein Lehrpfad. Auf der Strecke gibt es etwa 20 Scenic Points mit super Erläuterungen. Allerdings sind die letzten knapp 100 Kilometer unpaved, davon 70 Kilometer unglaubliches Waschbrett. Man hat den Eindruck, dass das Auto in seine Einzelteile zerlegt wird.
Nun fahren wir nur noch durch Mallee Vegetation, zwei bis zehn Meter hohe Eukalyptus-Sträucher, Diesteln und Dornen, dazwischen grauer Staub, ziemlich eintönig.
Hier wachsen solche Massen an Tsamma-Melonen, der Wildform der Wassermelone, dass sie sogar als Unkraut bezeichnet werden.



In dem Becken des vor 18.000 Jahren ausgetrockneten Mungosees wurden bis zur Einrichtung des Mungo NP's Schafe gehalten. Zur Regenerierung der Natur, somit auch der ursprünglichen Vegetation und Tierwelt, wurden sämtliche Farmen geschlossen und die Brunnen zugeschüttet.
Die Ausstellung im Visitor Centre über das Leben der Ureinwohner ist sehenswert. Aber, wie so oft, auch hier kein einziger Aboriginie.



Die Lunette sind die wie eine Mondsichel geformten versteinerten Erdschichten an der Ostseite des ehemaligen Sees. Sie sind durch jahrtausendelangen Wechsel von Überflutung und Austrocknung entstanden und haben durch Wind und Wetter ihr heutiges Aussehen erhalten.
Wir wandern ein kleines Stück zu der Chinies Wall, näher heran darf man nur unter sachkundiger Leitung eines Aboriginie, aber wo sind sie?



Das war bei den Pinnacles im Namburg NP schöner, da konnte man wenigstens zwischendrin herum laufen.
Und der Red Top sieht aus wie der Brice Canyon im Mikroformat.



Es ist sehr heiß und trocken in diesem Kessel, so dass auch nur wenige Tiere hier überleben können. Wir sehen Emu Papa mit elf Jungen,



Rotes und Graues Riesenkänguru



sowie eine kleine Echse, die ein bißchen an Short Horned Lizzard erinnert.



Diese weißen Sanddünen sind nicht besonders groß, aber wandern bis zu drei Meter pro Jahr,



und das Purcupine Grass sieht wirklich wie ein Stachelschwein aus.



Auf einem der Basic Camps des NP's übernachten wir umgeben von Kängurus.



Da der Mungo NP ausschließlich unpaved zu erreichen ist, erwarten uns bis Mildura noch einmal 90 Kilometer Gravel Road, allerdings der schlimmsten Sorte.



Nach knapp vier Stunden Fahrzeit herrscht absolutes Chaos im 'Wohnzimmer', alles durcheinander gerüttelt, aber heil geblieben. Und die Zahnbürsten finden wir erst nach langem Suchen hinter dem Kühlschrank.
Der Campground von Mildura ist wie ein Skulpturenpark liebevoll ausstaffiert.



Nach dem Dunkelwerden kommt unser persönlicher Kusu, schnuppert an uns herum, springt auf unseren Tisch, blättert ein wenig im eBook rum und verschwindet wieder.
Die kanadischen Ingenieure William und George Chaffey planten 1886 das Bewässerungssystem in der Murray Region und machten mit der Umsetzung Mildura zur ersten bewässerten Siedlung Australiens. Das dazu benötigte Wasser wurde mit gewaltigen, von Dampfmaschinen betriebenen Pumpen, aus dem Murray River gefördert.

William Chaffrey beteiligte sich außerdem mit Unternehmergeist an der Umsetzung seiner Vision von einer boomenden Region Mildura.
Er betätigte sich als Weinbauer, war aktives Mitglied der australischen Trockenfrucht-Vereinigung und wurde 1920 sogar zum Bürgermeister gewählt.

Wir bummeln durch die Stadt auf der Suche nach dem angeblich längsten Tresen der Welt im Working Man Club. Auf ihn wird zwar in jedem Reiseführer verwiesen, leider gibt es ihn seit etlichen Jahren nicht mehr. Da auch die Brauerei derzeit umgebaut wird, bleibt nur der Besuch des Cider Trees.



Der Kings-Billabong NP ist das Wandergebiet von Mildura, ohne GPS hätten wir diesen NP aber kaum gefunden. Dort warten auf uns allerdings nur staubige Wege mit Blick auf Schilf, man weiß schließlich, dass dort der See ist. Auch die Birdhide ist absolut nicht zu gebrauchen, total eingewachsen. Das einzige Erlebnis ist die große schwarze Schlange. Allein scheint sie mehr Angst vor uns zu haben als wir vor ihr und huscht ganz schnell fort.
Dann versuchen wir es eben mit Merbein Common. Da ist es jedoch noch staubiger und so sind wir gleich wieder weg.
Aber tolle Häuser gibt es hier, kleine Paläste, Weinanbau scheint noch immer ein einträgliches Geschäft zu sein.



Auch der Weg zu den Red Cliffs ist so gut wie gar nicht ausgeschildert. Endlich angekommen finden wir einen verwahrlosten Weg vor, der in einem ganz neuen,
20 Meter langen Boardwalk mit Aussichtsplattform und Sicht auf die Red Cliffs endet. Irgendwie löst das bei uns nur Kopfschütteln aus.



Dann schauen wir uns noch Big Lizzi an, den größten Traktor der Welt. Diese speziellen Räder, die 'endless wheels' und Vorläufer des Kettenantriebes, waren 1916 die Sensation.



Big Lizzi wurde vor allen Dingen zur Rodung des Mallee Gestrüppes eingesetzt. Eine schöne Beschreibung dazu findet ihr hier .
Nun sind wir gespannt auf die Pink Lakes. Das sind jedoch Salzseen in sehr lebensfeindlicher Umgebung, nichts als Hitze, Staub und Fliegen. Auch die viel gelobten Camps im Pink Lakes NP überzeugen uns nicht, auf die geplante Übernachtung verzichten wir.

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