Es wird grüner und grüner und bald stehen rechts und links der Straße wieder die aufgeforsteten Wälder mit den riesigen Bäumen.
Zum Canunda NP fahren wir auf schönen Nebenstraßen, natürlich unpaved, und finden sogar die Strasse wieder auf der wir vor zwei Jahren unsere erste Schlange gesehen haben. Leider ist sie nicht zu unserer Begrüßung erschienen.
Wir staunen immer wieder über die Gehöfte, die nur über solche Pisten erreichbar sind, hier möchten wir nicht wohnen.
In Mount Gambier bleiben wir auf dem Caravan Park direkt im Zentrum und bummeln ein wenig durch die Stadt. Mit diesem riesigen Gepäckstück können unsere Köfferchen natürlich nicht mithalten.



Im Mount Richmont NP läuft uns ein schöner großer brauner Echidna über den Weg, weitaus größer als die hellen auf Tasmanien.



Der Herbst läßt sich nicht mehr verleugnen, es wird zunehmend bewölkter und stürmischer, richtig ungemütlich.



Somit fällt der geplante Besuch von Griffith Island und den Shearwaters (Sturmtaucher) in Port Fairy aus, denn im Camp kann man, windgeschützt und in die Kuscheldecke gehüllt, den Abend ganz entspannt bei einem Glas Wein verbringen.
Diesmal bleiben uns nur zwei Tage für die Great Ocean Road, so dass wir nicht sämtliche Lookouts anfahren können. Auch am schönen Naturcamp in Princetown mit den vielen Riesenkängurus fahren wir vorbei.
Und an den Highlights bietet sich das gleiche Bild wie vor zwei Jahren: Busseweise Augenschlitze, die oft aussehen, als wären sie gerade bei Best & Less eingekleidet worden. Besonders die älteren Herren bewegen sich, als ob sie sich in den neuen Klamotten irgendwie unwohl fühlen.



Die 12 Apostel haben wir uns diesmal vom Strand aus angesehen, am Lookout war es uns zu voll.




Am Cape Otway Campground gibt es nur noch sehr wenige Kolalas. Jede Menge kahl gefressener und abgestorbener Eukalyptusbäume zeugen von dem Ungleichgewicht zwischen Wald und Tier. So wurden die Koalas eingefangen und umgesiedelt.
Doch wir entdecken auf 'unserem' Baum einen ganz lebhaften. Das kann nur der Kolala von vor zwei Jahren sein, offensichtlich hat er uns wieder erkannt.



Im Otway Forest NP laufen wir zu den Hopetoun Falls. Um Mal kurz so richtig aus der Puste zu kommen, ist ein kleiner Ausflug Berg runter und wieder hoch gerade das Richtige.
Der märchenhafte Weg ist von riesigen Farnen gesäumt



Der Sovereign Hill in Ballarat ist eine nachgebaute alte Goldgräberstadt, fast doppelt so groß wie das Freilichtmuseum Klockenhagen. Sehr nett gemacht aber einfach zu teuer. Trotz Eintritt von $54 p.P. muss für jede weitere Bespaßung extra bezahlt werden: kurze Kutschfahrt $5,50, Goldminenführung $7,50 und abendliches Spektakel 'Blood on the Southern Cross' mit Lasershow sogar $59,50, natürlich ebenfalls p.P.



Wir bekommen sogar einen deutschen 'Besucherplan' mit liebenswerten Wortschöpfungen. Darin wird ganz besonders auf das Backen im Holzofen und die Übersetzung von Vorführungen in australische Zeichensprache hingewiesen. Die 'Vorurteile' aus dem Jahre 1850 werden von kostümierten Mitarbeitern dargestellt und im Süßwarenladen sind Pferdekopf-Lutscher erhältlich.



Unser Nachbar im Campground ist ein Travel Agent aus Peking. Er beabsichtigt, seine Landsleute für Reisen nach Australien zu begeistern. Dazu befragt er uns nach unseren Eindrücken und möchte natürlich auch wissen, woher wir kommen. Er kennt sogar die Ostsee und ist sich somit sicher: 'Ihr seid aus Lostock'!
Der Discovery Park Melbourne gefällt uns trotz der Einflugschneise zum Flughafens wesentlich besser als der BIG4 Holiday Park im Norden der Stadt. Der Bus in die Innenstadt hält direkt vor dem Eingang des Parkes und der Woolworth ist genau nebenan, super!
Wir genießen diese schöne Stadt und lassen uns einfach ein bißchen treiben.




Für den großen und kleinen Hunger gibt es in den winzigen Gässchen unzählige Verlockungen.



Hier gilt man bereits mit 60 Jahren als Rentner und darf das herrliche Melbourne Museum mit der Dinosaurier Ausstellung sowie völkerkundlichen Sammlungen kostenfrei besuchen. Wir verbringen allerdings die meiste Zeit in der 30 Meter hohen Forrest Gallery, bleiben bis zum Feierabend und dann singt und tanzt der scheue Bowerbird (Laubenvogel) nur für uns.



Plötzlich und unerwartet (?) ist unsere schöne Zeit in Australien vorbei und wir sitzen bereits im Flieger nach Singapur.
Diesmal haben wir das Hotelzimmer mit Balkon gebucht und bereuen es bei dieser herrlichen Postkartenaussicht mit Blick auf das malayische und das indische Viertel nicht.



Singapur ist eine Stadt der Moderne und für uns auch die Stadt des Essens. Zwischen all den hypermodernen Wolkenkratzer entdeckt man ein Füllhorn an Foodcourts und Restaurants, es wird immer und überall gegessen. Wir probieren malayische, indonesische, koreanische, vietnamesische, thailändische Gerichte, und natürlich die geliebten Dumplings und Bumps.



Eine so schnell prosperierende Stadt über mehrere Jahre zu beobachten, ist schon eine spannende Sache. Als wir vor 20 Jahren das erste Mal in Singapur waren, erstaunten uns die riesigen Baustellen, die der Landgewinnung dienten. Neben den vielen Hochhäusern ist dort auch ein außergewöhnlicher Freizeitpark mit Marina Bay Sands und Gardens by the Bay entstanden.
Vor zwei Jahren liefen wir in der riesigen Anlage der Las Vegas Sands Corporation mit Hotel, Casino, Shopping Mall, Restaurants und Bars ziemlich allein durch fast leere Gebäude, die Geschäfte lagen wie ausgestorben da. Diesmal steppt hier der Bär.



Am Montag dämpft der Konsul im usbekischen Konsulat unsere Vorfreude auf die alte Seidenstraße. Es liegt kein Visum für uns bereit, es ist nicht mal ein Antrag zu finden. Wir sind etwas irritiert. Der äußerst nette Konsul ruft beim Travel Agent Evaneos in Samarkand an und gibt uns eine Internetadresse, auf der wir den Bearbeitungsstatus des Visums kontrollieren können. Evaneos will sich natürlich kümmern und verspricht, bis spätestens Mittwoch 16:00 Uhr das Visum bereit zu stellen.
Ein Gewitter mit mächtigen Donnerschlägen und tropischen Regentropfen kreist über Singapur. So verschieben wir den Besuch des Gardens by the Bay, ein 101 Hektar großes, wunderschön angelegtes Parkgelände. Da braucht man keinen Botanischen Garten mehr.
Uns interessieren natürlich die gigantischen Glasgewächshäuser. Hier werden, im Gegensatz zu Europa, die Gewächshäuser gekühlt, so dass man mit einer Jacke gut bedient ist.
Im Cloud Forest sind auf 0,8 Hektar die Tropen in Höhen von 1.000 bis 3.000 Metern über dem Meeresspiegel nachgestellt. Die 35 Meter hohe Turmkonstruktion imitiert einen Berg mit Wasserfall und Tree Top Walk.



Der 1,28 Hektar große Flower Dome ist das größte Glasgewächshaus der Welt. Dazu werden nicht einmal Stützpfeiler benötigt, unglaublich!



Im Dome kann man Pflanzen der mediterranen und halbtrockenen Klimazonen bewundern.



In diesem Jahr findet hier eine Tulpenausstellung statt. So wie uns tropische Pflanzen begeistern, geraten die Asiaten beim Anblick von Tulpen, Geranien, Wicken und Margeriten völlig aus dem Häuschen.

Die Super Trees sind 25 und 50 Meter hohe mit Pflanzen bewachsene Stahlgerüste.
Zwei der 'Bäume' sind in sehr luftiger Höhe über den Skyway miteinander verbunden.

In diesem exorbitanten Garten muß man nur für die Gewächshäuser und den Skyway bezahlen, alles andere ist kostenfrei.
Abends erfreuen wir uns an der täglich stattfindenden Licht- und Tonshow bei Wiener Walzer, Cancan und Marschmusik.



Unsere Visa stehen immer noch auf 'beantragt' und der Flieger nach Taschkent startet um 22:00 Uhr. So bleiben wir in Reichweite des Internets, also im Hotel, und warten auf Nachricht von Evaneos.
Man könnte auf der herrlichen Terrasse mit Pool, Quälbank, vielen Schattenplätzen und der Orangensaftpresse den Tag ganz entspannt genießen, wenn da nicht das fehlende Visum wäre.



Diesmal sind wir wahrscheinlich in einen Kaufrausch gefallen. Aber trotz der neuen Shirts, Kleid, Schuhen und Jacken ist immer noch Platz im Koffer. Und obwohl auch die Schnorchelausrüstung im Koffer verschwindet, kommen wir mit unseren Gepäckstücken nur auf 17 kg und 19 kg, erstaunlich.
Als wir uns gegen 18:00 Uhr zum Flughafen aufmachen wollen, erhalten wir die mail, nicht in den Flieger einzusteigen. Was tun?
Erst einmal Zimmer für die Nacht buchen und dann Flüge suchen. Der nächstmögliche Flug nach Hause geht morgens mit Emirats nach Hamburg, wir bekommen sogar die letzten beiden Plätze nebeneinander.
So liegen wir am nächsten Tag ungeplant kurz nach Mitternacht in unserem Kuschelbett. Was so ein kleines 'r' ausmachen kann, Bett statt Brett.
Morgens werden wir von einigen wenigen Vögeln begrüßt. Das ist natürlich kein Vergleich zu dem Lärm der australischen Vögel. Am lautesten waren diese starengroßen Vögel. Neben dem Baum arbeitet ein Presslufthammer. Könnt ihr ihn hören?

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Die letzte Etappe unserer Weltreise, den Besuch der alten Seidenstrasse, werden wir nun wahrscheinlich im Sommer nachholen.

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