Die kanadischen Ingenieure William und George Chaffey planten 1886 das Bewässerungssystem in der Murray Region und machten mit der Umsetzung Mildura zur ersten bewässerten Siedlung Australiens. Das dazu benötigte Wasser wurde mit gewaltigen, von Dampfmaschinen betriebenen Pumpen, aus dem Murray River gefördert.

William Chaffrey beteiligte sich außerdem mit Unternehmergeist an der Umsetzung seiner Vision von einer boomenden Region Mildura.
Er betätigte sich als Weinbauer, war aktives Mitglied der australischen Trockenfrucht-Vereinigung und wurde 1920 sogar zum Bürgermeister gewählt.

Wir bummeln durch die Stadt auf der Suche nach dem angeblich längsten Tresen der Welt im Working Man Club. Auf ihn wird zwar in jedem Reiseführer verwiesen, leider gibt es ihn seit etlichen Jahren nicht mehr. Da auch die Brauerei derzeit umgebaut wird, bleibt nur der Besuch des Cider Trees.



Der Kings-Billabong NP ist das Wandergebiet von Mildura, ohne GPS hätten wir diesen NP aber kaum gefunden. Dort warten auf uns allerdings nur staubige Wege mit Blick auf Schilf, man weiß schließlich, dass dort der See ist. Auch die Birdhide ist absolut nicht zu gebrauchen, total eingewachsen. Das einzige Erlebnis ist die große schwarze Schlange. Allein scheint sie mehr Angst vor uns zu haben als wir vor ihr und huscht ganz schnell fort.
Dann versuchen wir es eben mit Merbein Common. Da ist es jedoch noch staubiger und so sind wir gleich wieder weg.
Aber tolle Häuser gibt es hier, kleine Paläste, Weinanbau scheint noch immer ein einträgliches Geschäft zu sein.



Auch der Weg zu den Red Cliffs ist so gut wie gar nicht ausgeschildert. Endlich angekommen finden wir einen verwahrlosten Weg vor, der in einem ganz neuen,
20 Meter langen Boardwalk mit Aussichtsplattform und Sicht auf die Red Cliffs endet. Irgendwie löst das bei uns nur Kopfschütteln aus.



Dann schauen wir uns noch Big Lizzi an, den größten Traktor der Welt. Diese speziellen Räder, die 'endless wheels' und Vorläufer des Kettenantriebes, waren 1916 die Sensation.



Big Lizzi wurde vor allen Dingen zur Rodung des Mallee Gestrüppes eingesetzt. Eine schöne Beschreibung dazu findet ihr hier .
Nun sind wir gespannt auf die Pink Lakes. Das sind jedoch Salzseen in sehr lebensfeindlicher Umgebung, nichts als Hitze, Staub und Fliegen. Auch die viel gelobten Camps im Pink Lakes NP überzeugen uns nicht, auf die geplante Übernachtung verzichten wir.

Nun haben wir die trockenen wüstenartigen Gebiete von New South Wales verlassen. Auf schönen Nebenstraßen geht es zum Barossa Valley. Allerdings gibt es kaum Wegweiser und ohne GPS ist man einfach aufgeschmissen.
Vorwegweiser und Wegweiser werden aus deutscher Sicht einfach überschätzt. Dafür scheinen hier die Geschwindigkeits-Begrenzungsschilder für Jahre im Voraus gefertigt worden zu sein und müssen nun überall verteilt werden. Auf einer Waschbrettstraße ist die Begrenzung auf 80 km/h ganz besonders sinnvoll, wenn schon ab 30 km/h das Auto auseinander zu brechen droht. Und 50 Meter vor einem Stoppschild auf die erlaubten 100 km/h hinzuweisen, erschließt sich uns ebenfalls nicht. Und so folgen Schild auf Schild, egal ob sinnvoll oder nicht.
Nun sind wir sogar auf dem 'Worlds End Hwy' angekommen, aber kurz vor dem Ende sind wir doch noch abgebogen.



Und uns begegnet auf 70 Kilometern kein einziges Fahrzeug. So stören wir nur den großen Blauzungen Skink auf seiner Suche nach Ameisen.

Diesmal zeigt er uns sogar seine Zunge.

Die große schwarze Schlange hat sich viel zu schnell im Gebüsch verkrochen, wir sind lieber nicht für ein Foto hinterher. Dafür halten wir noch kurz bei ibay.



In und um Nuriootpa gibt es knapp 100 Winzereien, einige mit deutschen Namen wie Kellermeister oder Basedow. Natürlich besuchen wir die Cellar Doors.




Bereits nach vier Verkostungen und Erläuterungen zu diesen speziellen Weinen sind wir geschafft und widmen uns der kleinen Ausstellung über den Anfang der 'Mobile Homes'.



Wir fahren weiter Richtung Westen und allmählich weichen die Weinfelder Stoppelfeldern, auf denen, für uns etwas ungewöhnlich, Schafe weiden.
In Port Broughton, noch nicht ganz auf der Yorke Peninsula, soll es wieder super Seafood geben. Das erste Lokal am Platze hat geschlossen, das Hotel gleicht einer Spelunke, aber im Pub gibt es wohlschmeckenden Fisch, Bier und Cider.
In Walleroo beeindruckt uns die Wohnanlage 'Copper Cove' mit Bootssteg an jedem Haus. Hier scheint niemand am Hungertuche zu nagen.



Lustig finden wir die deutschen Straßennamen wie Pommern Way oder Spinnaker Drive.
In Port Victoria ist das Maritime Museum nur von 14:00 bis 16:00 Uhr geöffnet. Schade, aber drei Stunden warten ist nicht drin.
Und hier hat jede Ortschaft, die etwas auf sich hält, ein Kriegerdenkmal, eine Post 



und eine Kanone von Krupp,



egal wie viel Einwohner diese Städtchen hat. Und Minlaton hat sogar eine Population von 773.

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