Neben dem westlichen Stadttor



befindet sich die Statue von Muhammad ibn Musa al-Khwarizmi, einem Astronomen, Mathematiker und Geographen des 9. Jahrhunderts.
Von ihm stammen die ältesten Lehrbücher über die Gleichungslehre und das Rechnen mit arabischen Ziffern.



1686 wurde mit dem Bau der Festung Kuhna (Kunya) Ark am Westtor der Altstadt begonnen. Der Ark bestand aus einem Komplex mit mehreren Höfen, dem Haus für den Khan, seine Familienmitglieder und die Diener.
Von der Vielzahl der Gebäude sind heute noch Empfangshalle (Kurinishkhana),





die Sommermoschee,



die Münze und der Harem erhalten.
Vom Festungsturm hat man einen guten Überblick über das Lehmlabyrinth von Chiva.



Die Juma Moschee (Freitagsmoschee) wurde Ende des 18. Jahrhunderts erbaut. Im Innern der Moschee befindet sich eine einzige Halle, deren Decke von 215 hölzernen, kunstvoll geschnitzten Säulen aus verschiedenen Jahrhunderten getragen wird.



Vorbei am Pachlavon-Machmud Mausoleum aus dem Jahre 1810 erreichen wir den Tosh-Hovli-Palast (Tash Khovli, Tach Khaouli) mit Harem und dem Labyrinth von mehr als 150 Zimmern.
Das Zimmer des Herrschers ist nicht besonders groß und nur mit einem prunkvollen Bett ausgestattet.



Die Alla Khouli-Khan (Allakulli) Medrese bietet heute Platz für Teppichknüpfereien,



Webereien, Seidenstickereien und Schnitzereien.
Die Holztüren werden auch heute noch nach alten Mustern gefertigt.



So eine aufwändige Arbeit dauert mehrere Monate.



Wir bewundern besonders die aus einem einzigen Stück geschnitzten Koranständer, die sich durch Ziehen und Drehen in verschiedenen Varianten aufstellen lassen. Ein handwerkliches Wunderwerk!



Es gibt gerade kein Benzin und Auto und Fahrer werden gewechselt. So wird Akhmal uns nun mit dem nagelneuen Gas betriebenen Chevy bis nach Samarkand, dem Ende unserer Rundreise, chauffieren.



Auf dem Weg nach Buchara fahren wir bei Diyors Oma in Urgentsch vorbei. Als Gastgeschenk kaufen wir am Straßenrand eine riesige Melone .
Diyors Oma hat herrliches Essen vorbereitet und erwartet uns am gedeckten Tisch: Farschirovannyj perez (gefüllte Paprikaschoten), gebackene und gebratene Somsa, frisch gebackenes Brot, Pistazien, Aprikosenkerne, Früchte, Tee.



Natürlich schaffen wir es nicht, diese Mengen aufzuessen und so packt sie reichlich zum Mitnehmen ein.
Von den 400 Kilometern Autobahn bis nach Buchara sind 300 Kilometer durch die Fa. Papenburg neu gebaut und somit sehr eben. Da kann ein Auto schon mal ordentlich beladen werden. 



Ansonsten ist die Fahrt durch die Kysulkum ziemlich langweilig, nur grau und staubig und ab und zu ein trockener Busch. 
Wir stoppen am Amu-Darja (manchen auch als der Antike Fluss 'Oxus' bekannt) mit Blick auf Turkmenistan, ist jedoch wenig spektakulär.



An jeder Rajon-Grenze gibt es Polizeikontrollen. Nach der Antwort 'is Germanii' und einem prüfenden Blick in unsere Gesichter werden wir jedoch problemlos durchgelassen.
Dann wieder eine 'normale' Strasse, der Verkehr nimmt zu, die Löcher ebenso. Das kann uns jedoch nicht vom Hocker hauen, wir haben Curacao- und Bonaire- Erfahrung.
Und auch gelasert wird hier. Statt der erlaubten 70 km/h hatten wir 76 km/h drauf. Das kann den Fahrer bis zu zwei Mindestmonatsgehälter kosten.
Wann die Oasenstadt Buchara (Buxoro) gegründet wurde ist nicht bekannt. Die ältesten gefundenen Scherben stammen aus dem 3. Jhd. v.Chr.
Heute ist Buchara eine Handels- und Industriestadt mit 250.000 Einwohnern, von denen die meisten Tadschiken sind. Seit 1993 zählt das historische Zentrum Bucharas zum Weltkulturerbe der UNESCO.
In unserem romantischen Kavsar Hotel in der Altstadt essen wir mit Diyor die restlichen Somsas seiner Oma.
Das Frühstück ist super, dauert jedoch eine Stunde: Milchbrötchen, Butter, Käse, Wurst, Blinies, French Toast, Kasha, Yoghurt, frischer Pflaumensaft, Rosenmarmelade, Blätterteigtaschen mit Käse gefüllt, warme Baklavar (süße Teigtaschen), Bratei, Würstchen, Gurke, Tomate, Kaffe, grüner Tee, Brot, Nektarinen, Weintrauben, Melone. Immer, wenn wir dachten es sei genug, kam der nächste Gang.
Serviert wird in dem malerischen Innenhof des Hotels.



Leider reichen die Plätze dort nicht für alle Gäste und wir dürfen in den prunkvollen, hinreißend restaurierten Nebenraum ausweichen.



Nun können wir gut gestärkt die nächste Flut an Medresen und Moscheen auf uns wirken lassen.
Bei dem Ismail Samani Mausoleum (Samaniden Mausoleum) aus dem 10. Jhd. handelt es sich vermutlich um das früheste islamische Kuppelgrab (Qubba) überhaupt. Es ist ganz und gar aus gebrannten Ziegeln gemauert.



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