Auf dem Weg nach Buchara fahren wir bei Diyors Oma in Urgentsch vorbei. Als Gastgeschenk kaufen wir am Straßenrand eine riesige Melone .
Diyors Oma hat herrliches Essen vorbereitet und erwartet uns am gedeckten Tisch: Farschirovannyj perez (gefüllte Paprikaschoten), gebackene und gebratene Somsa, frisch gebackenes Brot, Pistazien, Aprikosenkerne, Früchte, Tee.



Natürlich schaffen wir es nicht, diese Mengen aufzuessen und so packt sie reichlich zum Mitnehmen ein.
Von den 400 Kilometern Autobahn bis nach Buchara sind 300 Kilometer durch die Fa. Papenburg neu gebaut und somit sehr eben. Da kann ein Auto schon mal ordentlich beladen werden. 



Ansonsten ist die Fahrt durch die Kysulkum ziemlich langweilig, nur grau und staubig und ab und zu ein trockener Busch. 
Wir stoppen am Amu-Darja (manchen auch als der Antike Fluss 'Oxus' bekannt) mit Blick auf Turkmenistan, ist jedoch wenig spektakulär.



An jeder Rajon-Grenze gibt es Polizeikontrollen. Nach der Antwort 'is Germanii' und einem prüfenden Blick in unsere Gesichter werden wir jedoch problemlos durchgelassen.
Dann wieder eine 'normale' Strasse, der Verkehr nimmt zu, die Löcher ebenso. Das kann uns jedoch nicht vom Hocker hauen, wir haben Curacao- und Bonaire- Erfahrung.
Und auch gelasert wird hier. Statt der erlaubten 70 km/h hatten wir 76 km/h drauf. Das kann den Fahrer bis zu zwei Mindestmonatsgehälter kosten.
Wann die Oasenstadt Buchara (Buxoro) gegründet wurde ist nicht bekannt. Die ältesten gefundenen Scherben stammen aus dem 3. Jhd. v.Chr.
Heute ist Buchara eine Handels- und Industriestadt mit 250.000 Einwohnern, von denen die meisten Tadschiken sind. Seit 1993 zählt das historische Zentrum Bucharas zum Weltkulturerbe der UNESCO.
In unserem romantischen Kavsar Hotel in der Altstadt essen wir mit Diyor die restlichen Somsas seiner Oma.
Das Frühstück ist super, dauert jedoch eine Stunde: Milchbrötchen, Butter, Käse, Wurst, Blinies, French Toast, Kasha, Yoghurt, frischer Pflaumensaft, Rosenmarmelade, Blätterteigtaschen mit Käse gefüllt, warme Baklavar (süße Teigtaschen), Bratei, Würstchen, Gurke, Tomate, Kaffe, grüner Tee, Brot, Nektarinen, Weintrauben, Melone. Immer, wenn wir dachten es sei genug, kam der nächste Gang.
Serviert wird in dem malerischen Innenhof des Hotels.



Leider reichen die Plätze dort nicht für alle Gäste und wir dürfen in den prunkvollen, hinreißend restaurierten Nebenraum ausweichen.



Nun können wir gut gestärkt die nächste Flut an Medresen und Moscheen auf uns wirken lassen.
Bei dem Ismail Samani Mausoleum (Samaniden Mausoleum) aus dem 10. Jhd. handelt es sich vermutlich um das früheste islamische Kuppelgrab (Qubba) überhaupt. Es ist ganz und gar aus gebrannten Ziegeln gemauert.




Wahrscheinlich um 1380 wurde das Chashma-Ajub-Mausoleum (Hiobsbrunnen-Mausoleum) erbaut. Hier soll Hiob mit einem Stab eine Quelle, deren Wasser Heilkräfte nachgesagt werden, aus dem Felsen geschlagen haben.



Und ebenda ist auch das Wassermuseum untergebracht.



Auf dem Samaniden-Basar kosten wir getrocknete Früchte, Nüsse



und kleine, sehr salzige Käsekügelchen. 



Die Bolo-Khauz-Moschee wurde 1712 an dem künstlich angelegten Khauz (Hovuz, Teich) errichtet und diente als Hauptfreitagsmoschee von Buchara.




Wann der Ark (Zitadelle) auf dem etwa 20 Meter hohen künstlich aufgeschütteten Hügel erbaut wurde, ist umstritten. Ausgrabungen ergaben Spuren aus dem 4. Jahrhundert vor Christus.




Der Großteil des Geländes liegt jedoch in Trümmern.
In dem aus einfachem Backstein gebauten Palast des Herrschers befindet sich heute das Museum für Landeskunde.
Unser Weg führt durch diverse Baustellen und die Marktkuppelbauten.



Der Toqi-Sargaron (Kuppelbasar der Juweliere) aus den Jahren 1586/87 ist der ältester Kuppelbasar.



Die Basare Toqi-Sarrafon (Kuppelbasar der Geldwechsler) und Toqi-Telpak-Furushon (Kuppelbasar der Mützenverkäufer) wurden Ende des 16. Jahrhunderts errichtet.
Im Kuppelbasar der Mützenverkäufer kaufen wir zwei Miniaturen für unsere Souvenirwand.



In Usbekistan fahren fast sämtliche Fahrzeuge mit Gas, denn Benzin ist knapp.
Bei LKW oder Bus werden die Gasflaschen einfach außen angebracht.




Das 1620 von Nadir Devonbegi angelegte Wasserbecken Labi Hovuz war eines der größten in Buchara. Es wurde zweimal monatlich über einen Kanal aus dem Fluss Serafschan aufgefüllt.



Neben dem Bassin ist ein kleiner Park mit schattenspendenden jahrhundertealten Maulbeerbäumen.
In der Südostecke des Parks steht das Standbild Hodscha Nasreddins.



Um diesen Komplex aus Wasserbecken und Park herum sind drei Bauwerke angeordnet: die Medresen Kukeldash und Nadir Devon Begi sowie die Chanaka (Unterkunft für wandernde Derwische) Nadir Devon Begi.
Auch heute noch ist die nördlich des Beckens angeordnete Kukeldash Medrese aus dem 16. Jahrhundert die größte Medrese Bucharas.
Die Medrese Nadir Devon Begi aus dem Jahre 1620 wurde ursprünglich als Karanwanserei gebaut.



Sie wird heute von Handwerkern und Souvenirläden genutzt. Abends findet im Innenhof die Folklore Show statt.




Und ihr gegenüber steht die Chanaka Nadir Devon Begi aus dem Jahre 1620.
Ein kurzer Besuch in einem Hammam erzeugt große Augen bei anderen Touristen. Der Guide erklärt gerade, dass dies ein Männer Hamam sei. Da kommt Fritzi völlig entspannt mit einem seligen Lächeln auf den Lippen zur Tür des Hamam heraus.



Diyor führt uns in eine studentische Wohnzelle (Hujra) der 1417 errichteten Medrese Ulugbeg



und in den Innenhof der Medrese Abdulasis Khan aus dem Jahre 1652.



Am Poi Kalon Komplex bestaunen wir den Innenhof der 1541 erbauten Kalon-Moschee und das Kalon-Minaret von 1127, welches mit seinen 50 Metern Höhe ein Wahrzeichen Bucharas ist. Es diente, wie viele Minarette, als Wachtturm und als weithin sichtbares Zeichen, um den Karawanen den Weg in die Stadt zu zeigen.



Der Kalon-Moschee gegenüber steht die Medrese Miri Arab von 1536.
Ergänzt wird der Komplex von der Anfang des 20. Jahrhunderts errichteten Medrese Emir-Alim-Khan.

Wir laufen ein wenig durch das nächtliche Buchara.
In der Hitze des Tages war es ziemlich ruhig hier, aber nun steppt der Bär.


Und heute soll unser Interview gesendet werden.
Wir schauen eine Stunde die Touristik Sendung aus Taschkent, aber wir sind nicht dabei. 

Von der 1807 erbauten ehemalige Medrese Chor Minor (vier Minarette) sind nur noch das Pförtnerhaus und die vier 17 Meter hohen Zier-Minarette mit den Kuppeln aus hellblau glasierten Ziegeln erhalten. Chor Minor gilt neben dem Kalon Minarett ebenfalls als Wahrzeichen der Stadt.



Auf dem Weg nach Samarkand fahren wir wieder an etlichen Melonenverkäufern und diversen Eselsgespannen vorbei. Ob das ein turmenischer Zwergesel ist?
Dieses fast abgasfreie Gefährt ist sehr beliebt in Usbekistan und kann sogar von Kindern gesteuert werden.

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