In Katherine biegt der Savannah Way ab und geht auf dem Victoria Hwy weiter nach Broome. Wir bleiben auf dem Stewart Highway, denn uns locken der Kakadu National Park und Darwin.
Die Dry Season geht hier von April bis September (Wer weiß schon, dass die Trockenzeit hier nicht bis Oktober geht, wie es in jedem Reiseführer vermerkt ist?) und die Whet Season von Dezember bis März. Oktober hängt irgendwie dazwischen und vieles ist bereits geschlossen (steht ebenfalls in keinem Reiseführer), wie auch das Visitor Centre auf dem Kakadu Hwy (Nature's Way) am Eingang zum Kakadu National Park.



Erst in Cooinda bekommen wir den ParkPass für $40 pP, ganz schön happig.
An Cohills Crossing soll man Krokodile beobachten können. Weit, weit weg sehen wir mit dem Fernglas für zwei Minuten eine halbe Schnauze aus dem Wasser lugen. Ob sie Angst vor den Autos haben? Dafür sind wir nun 160 zusätzliche Kilometer gefahren.



Auf dem Weg geraten wir in eine Polizeikontrolle. Wir sind jedoch nicht gemeint, sondern eine Gruppe von Aboriginals. Die Polizisten konfiszieren Kartons mit Flaschen einer hellbraunen Flüssigkeit. Was das sein könnte, wissen wir nicht, aber offensichtlich ist es illegal.
Wegen der 39°C tagsüber gehen wir ganz früh den schönen Nourlangie Walk.



Und hier holen uns die Fliegen ein, aber wir haben unsere Fliegennetze dabei und ernten neidische Blicke der Bustouristen.



Dort ist auch eine der zwei Stellen des NP mit den uralten Felsmalereien, hier 'Aboriginal Rock Arts' genannt. Sie sind schön, aber leider verstehen wir nur sehr wenig davon. Die Beschilderung besteht aus einer Fotografie der Zeichnung, aber über die Bedeutung oder was es darstellen soll, erfahren wir nichts.



Die merkwürdigen Blattklumpen im Baum sind Nester der grünen Ameisen. Sie gelten bei den Aboriginal als kleiner Snack für zwischendurch, denn sie sollen wunderbar nach Zitrone schmecken. Wir probieren nicht!



Am Anbandang Billabong ist der Rundweg schon gesperrt, allerdings kann man an den Aussichtspunkten gut Wasservögel beobachten, aber keine der der versprochenen Krokodile.
Aboriginie ist ebenso wie Neger politisch nicht mehr korrekt, also ab nun Aboriginal! Das Warradjan Aboriginal Culture Centre und Museum in Cooinda ist sehenswert und wir kaufen sogar ein Bild mit typischen Aboriginalmotiven für unser Wohnzimmer.
Abends ist das Licht weicher und so buchen wir eine Fahrt auf dem South Alligator River mit Yellow Water und dem tollen Guide John, der deutlich und langsam sprechend Umgebung sowie Pflanzen- und Tierwelt erklärt. Wir sehen auch ein bißchen Ginga (Salzwasserkrokodil), aber vor allen Dingen Wasservögel, Weißbauchseeadler, winzige Eisvögel und balzende Jabirus, sehr lohnenswert.









Erst nach Sonnenuntergang steuern wir den kleinen Anleger wieder an.
Obwohl wir uns nun mitten im Kakadu NP befinden, sehen und hören wir erstaunlich wenig Tiere, selbst Vögel sind auf dem Campground in Katherine wesentlich häufiger vertreten, sogar eine Schar der angeblich nur im NP vorkommenden Spaltfußgänse hat sich dort angesiedelt.
Die Luftfeuchtigkeit steigt enorm und wir verzichten trotz des frühen Morgens bei heißen 38°C auf die Wanderung zum Mirrai Lookout. Wir fragen im Bowali Visitor Center nach Sehenswürdigkeiten auf dem Weg nach Darwin: Man könne stoppen, wo es ausgeschildert sei, es gäbe viele Billabongs zum Wandern. Diese Info hatten wir bereits und so ein Billabong ist auch nur ein Tümpel mit braunem Wasser, da braucht man wirklich nicht jeden im Park anzufahren. Ab Jabiru verläuft der Nature's Way auf dem Arnhem Hwy Richtung Darwin.
Der Kakadu NP ist in unseren Augen völlig überbewertet, lange Anfahrten, nur zwei Orte mit Felszeichnungen, immer gleiche Landschaft und sonst nur Billabong, Billabong, Billabong mit Spaltfußgänsen, Pfeifgänsen, Pandanuß und Schneckensamenbäumen (wilde Baumwolle), keine Abwechslung. Zum Selbsterleben ist wenig im Angebot, nur teuer zu bezahlende Fahrten, die dann allerdings sehr interessant sind.
Kurz vor dem Stuart Highway plötzlich ein Schild 'Jumping Crocodile'. Es sind noch Karten für die nächste Fahrt auf dem Alligator River zu haben, wir nehmen sie und bereuen es nicht.



Hier sehen wir Krokodile in Aktion, tapfer richten sie sich zum herabhängenden Fleisch auf.



Wir schaffen es noch pünktlich zum Mindil Beach Night Market in Darwin mit Musik, Eis, Smoothies und Freßbuden. Kein Alkohol!



Plötzlich Auflauf am Strand – die Sonne geht unter! Und das zum ersten und letzten Mal an diesem Tag!

Zum Sonntagabendausklang genießen wir nach Sonnenuntergang ein Digeredoo Konzert mit Schlagzeug, sehr interessant.

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