Rapid City ist viel schöner, als wir erwartet hatten. Die Stadt wurde 1972 bei einem Dammbruch schwer beschädigt und offensichtlich mit vielen Parks und Grünflächen wieder aufgebaut. Die gepflegte Down Town von Rapid City lädt jeden zum Bummeln ein.

Rapid City nennt sich Stadt der Präsidenten und in Down Town kann man die Bronzestatuen aller bisherigen 43 US-Präsidenten in Lebensgröße besichtigen.

 

Beim abendlichen Stadtbummel kehren wir dann in einem zur tollen Kneipe umgebauten Güterverkehrsschuppen ein. Es ist wie in einem Museum, dazu 70 Biersorten vom Hahn! Absolut sehens- und trinkenswert!

Wir stromern durch den beeindruckenden Memorial Park 'Berlin Wall'. Es werden der Bau und Ausbau der Mauer bis zu ihrem Fall beschrieben. Es ist sogar ein originales Teilstück zu sehen.

Am nächsten Morgen starten wir in die Black Hills zum Mount Rushmore National Memorial mit den Präsidenten Thomas Jefferson (04.03.1801 bis 04.03.1809), George Washington (erster Präsident der USA von 1789 bis 1797), Theodore Roosevelt (14.09.1901 bis 04.03.1909) und Abraham Lincoln (1861 bis 15.04.1865) in Stein.
Der Parkplatz zum Mount Rushmore National Memorial ist overcrowded, aber man hat auch von der Straße einen schönen Blick auf die Präsidenten, also sparen wir den Eintritt.

Auf dem Weg zu den Black Hills fahren wir durch Keystone (337 Einwohner) und Hill City (966 Einwohner). Es sind reine Touristädte mit wahnsinnig vielen Hotels, Motels und Fastfood-Abfütterungseinrichtungen. In South Dakota steht die Einwohnerzahl auf dem Ortseingangsschild. Am witzigsten finde ich 4 Einwohner. Einmal fehlt die Angabe der Population - beim Vorbeifahren sehen wir: es war eine Gohsttown = NULL Einwohner.


Das Crazy Horse Memorial ist eine Gedenkstätte für die Kultur der Indianer und wenn das Eintrittsgeld von $22 p.P. für die indianische Universität verwendet wird, ist es ok. Ganz heran an den Felsen kommt man nur mit Bussen und noch einmal $4 p.P., auf den Felsen genau vor das Gesicht kostet noch einmal $20 p.P. Begonnen wurde der Bau 1948, bisher ist nur das Gesicht von Crasy Horse fertig. Bis zur Fertigstellung werden noch viele Jahre ins Land gehen - und viele Spenden gesammelt werden müssen.

Und so soll es einmal aussehen:

Dann sollen indianische Tänze vorgeführt und erklärt werden. Das überzogen patriotische Geschwätz des 'Tänzers' gepaart mit religiöser Inbrunst verwundert uns doch sehr. Als dann noch die Veteranen des Vietnam Krieges geehrt werden, weil sie 'für die Freiheit Amerikas gekämpft hatten', hauen wir ab. Von weitem hören wir dann das kreischende Gequäke aus den Lautsprechern, zu denen sich der 'Tänzer' endlich etwas bewegt.

Der Film über den Künstler Korczak Ziolkowski, der das Crazy Horse Denkmal schuf, ist ganz aufschlussreich. Ansonsten ist es zwar touristisch sehr erschlossen mit Souvenirverkauf und Direktabkauf von den anwesenden Künstlern. Die Exponate im Museum und auch die Ausstellung selbst sind sehr gut. So etwas hätten wir uns bei Wounded Knee gewünscht. Noch ein Paar Fotos schießen und dann bloß weg von den Reisebussen.

Am nächsten Tag fahren wir einen Umweg, um über das Visitor Center in den Black Hills National Forest zu fahren, großes Wellcome-Schild am Visitor Center, doch leider geschlossen. Weiter in den Custer State Park und die Needels bestaunen. Die Tunnels an den Needels sind so eng, dass wir keine Busse erwarten. Jedoch ein Bus schafft es durchzukommen. Ich hätte nicht der Fahrer sein mögen. (Tunnel 4: Breite 3,2 m; Höhe: 3,2 m / Tunnel 5: Breite: 2,5 m; Höhe: 3,7 m).

 

Wir finden das schöne Iron Creek Horse Camp und bleiben. Als wir ankommen ist nur ein Pferd dort. Später kommen doch zwei Pferde und drei Menschen dazu. Wunderschön im Wald gelegen mit nur 9 Stellplätzen, und jeder mit Pferch fürs Pferd.

In der Nacht wird es eisig kalt, trotz Voraussage von 10°C. Wir fahren vor dem Frühstück los, unser Picknikplatz ist mit Rauhreif bedeckt. Da wir abends den Sonnenplatz gewählt haben, sitzen wir morgens im Schatten der Berge und Bäume. Nun haben wir die Nase voll vom Frieren, diese Nacht war haarig. Das ist sehr schade, denn die Campingplätze mitten im Wald sind wunderschön, abseits gelegen mitten in der herrlichen Natur.

Die Black Hills sind wie der Schwarzwald. Nur ist der Nadelwald hier vom Borkenkäfer sehr geschädigt. An einigen Stellen ist kein Wald mehr vorhanden, nur noch kahle Stämme, richtig gruselig. Somit sind die drei Meilen des Cathedrals Spires Trail sehr sonnig, da keine Schatten spendenden Bäume vorhanden sind.

Dafür haben wir einen schönen Blick auf die Bergsteiger direkt oben auf der Kuppe.

Weiter auf Nebenstraßen durch den Park und wir bestaunen noch die riesigen Corals für den Auftrrieb der Büffel. Kurz danach treffen wir auf eine Herde von ca. 100 Tieren. Die Reiter trainieren die Pferde für das große Roundup. Manche Pferde sehen ganz schön wild und beeindruckend aus, wenn sie im gestreckten Galopp durch das hohe Präriegras jagen (davon gibt es leider kein Foto).

Die drei Meilen des Prairie Loop Trail geht wohl selten jemand, wir sind ganz allein.

Plötzlich ertönt neben dem Weg ein unbekanntes Geräusch, das schlagartig das Blut in den Adern gefrieren lässt! Auch wenn man es noch nie vorher gehört hat, weiß man sofort, dass das eine Klapperschlange ist. Dieter macht einen Satz nach vorn, ich einen zur Seite und wir bleiben stehen, um zu schauen, wo die Klapperschlange eigentlich ist. Sie ist ca 1,5 m von uns entfernt, direkt am Wegrand im hohen Gras versteckt und schaut zu Dieter. Da kann ich schnell ein Foto schießen. Dann dreht sie sich zu mir und nix mehr mit Foto, ich schaue nur noch auf ihre Reaktion. Aber Dieter schafft noch ein Foto. Dann dreht die Schlange den Kopf hin und her, dreht sich ganz langsam um und verschwindet im Gras. Schnell noch ein Foto von hinten, aber die Rassel finde ich nicht für ein Foto, ist einfach zu gefährlich, die Schlange aus den Augen zu lassen.

Und hier bin ich ganz stolz auf meinen neuen Fotoapparat, den Nachfolger von meiner Canon Powershot. Ein wunderbarer Apparat, löst viel schneller aus, hat eine Verwacklungshilfe und kann auch mit sehr wenig Licht noch tolle Bilder zaubern.
Denn das mit dem Unterwasserapparat war keine gute Idee: andauernd Brille auf- und abnehmen, auf dem Display Motiv suchen und dann noch versuchen, das Licht abzuschirmen. Da beschäftigte ich mich die meiste Zeit mit dem Apparat statt mit der Umgebung. Also mutierte ich zum Nichtfotografierer. Doch in NY entschieden wir uns kurzfristig für Neukauf. Und nun gibt es auch wieder Fotos mit Dieter drauf.