Morgens ist es bewölkt und Regen wurde erst für den Nachmittag angesagt. So besuchen wir den Dead Horse Point State Park und genießen den herrlichen Blick auf die Goosnecks des Colorado River.

Dieter meint, ich würde wohl nie Beine schlenkernd auf einem Felsen sitzen, so kann man sich irren!

Und dann blickt er sehnsüchtig auf die im Kessel fahrenden Jeeps und Crossmaschinen. Nach einigem Suchen finden auch wir eine offroad Straße. Wir fahren etliche Meilen durch fantastische Landschaft bis zu den Gemini Bridges und weiter bis zum Hwy 191, eigentlich eine Strecke für ATVs. Es ging gerade noch so mit unserem Dodge 4x4.

An diesem Wochenende merken wir nun auch, warum Moab Hauptstadt des Mountain Biking heißt. In den NP abseits der Straße, also offroad, lassen sich Dutzende von nicht mehr ganz jungen Mountain Bikern, Männer wie Frauen, aussetzen und strampeln bei 27°C durch das staubige Gelände. Die Jüngeren brausen mit ATV's durchs Gelände und hinterlassen riesige Staubwolken.

Es ist immer noch schönes Wetter und wir nehmen den Manti La Sal Mountain Loop in Angriff. Die Strecke endet diesmal nicht im Castle Valley und wir fahren den Loop vollständig bis nach Moab zurück. Es sind wirklich spektakuläre Aussichten.

Leider ziehen Wolken auf. Wir sehen schon heftige Blitze, schaffen es aber noch trocken bis zu unserem Quartier. Und dann geht die Welt unter.

Der Platzregen dauert die ganze Nacht an. Sämtliche Bäche und Flüsse treten über die Ufer. Am Morgen ist es kühl und feucht, wir 'wettern ab' und streichen sämtliche Unternehmungen für diesen Tag. Zum Einkaufen GEHEN wir die eine Meile zu Fuß. Natürlich gibt es nur ein kurzes Stück einen Bürgersteig, also müssen wir die Straße benutzen. Wer geht auch in Amerika schon zu Fuß!

Die Nacht über schüttet es wieder wie aus Eimern und am Morgen ist es trüb. Wir fahren trotzdem in den Arches NP, wir wollen endlich zur Delicate Arch. Der Abzweig zur Arch ist wegen Überschwemmung gesperrt. Also fahren wir den Scenic Drive und laufen zur Landscape Arch. Hier hat ein Bus gerade eine Ladung laut brüllender Chinesen mit großen Fotoapparaten und riesigen Stativen ausgespuckt. Stehen dann drei von diesen Stativen nebst zugehörigem Menschen auf dem Weg nebeneinander, kommt keiner mehr vorbei. Wir kehren bereits vor der Arch um und unternehmen Abstecher zur Pine Tree Arch, Sand Dune Arch, Broken Arch und Tapestry Arch.

Wir sehen im gesamten Park schweres Gerät und versuchen noch einmal den Weg zur Delicate Arch. Hurra, es ist freigeräumt und wir fahren durch 2,5 m hohe Wände aus rotem Sand. Als wir endlich starten, beginnt es zu Blitzen und zu Donnern, kein Regen. Naja, das Abenteuer geht weiter. Auf halber Strecke holt uns der Regen ein, wir weichen durch, lassen uns jedoch nicht abhalten. Die letzten 100 m sind äußerst anstrengend für mich. Der Weg schlängelt sich sehr kurvenreich nur ca. 1m am Abgrund entlang und das bei strömendem Regen und böigem Wind. Dieter reicht mir seine Hand und gemeinsam schaffen wir es, ich bin ganz stolz. Nur stehen mag ich an der Kante dann bei dem starken Wind nicht. Und hier schlenker ich meine Beine nicht über den Felsen. Um die Arch ohne Angst 'genießen' zu können, hocke ich mich hin. Zurück noch ein bißchen bangen, aber mit Dieters Hilfe ist es dann doch nicht schwer.

Und wer hat schon Fotos mit Delicate Arch bei Regen? Na, wir!

Bei den Windows ist wie immer viel los, der Bus mit den chinesischen 'Fotografen' fährt, Gott sei Dank, gerade los. Wir laufen auf dem schönen 'primitive Trail' abseits vom Touri Strom um die Windows herum.  Und endlich kommt die Sonne heraus. Wir erhaschen sogar einen Blick auf die schneebedeckten Gipfel der Manti La Sal Mountains.

Nach fast sieben Stunden herum laufen, ohne Pause oder gar Picknick, sind wir total geplättet. Nur noch ins Brauhaus zum Steakessen. Natürlich schaffen wir die zehn Unzen nicht, aber es gibt ja 'baskets'. Die Tische neben uns werden eingedeckt, und als wir gehen stürmen die Bus-Chinesen in das Restaurant. War zwar vorbestellt, aber eventuell gibt es nicht genug Plätze und einer muss stehen!

Mit Hilfe der Mikrowelle gibt es zum Frühstück warme Steakstreifen. Wir fahren zum Needles Overlook im südlichen Teil das Canyonlands NP und genießen die Ruhe und den herrlichen Ausblick.

Aber nicht lange! Schon quellen die Chinesen der Fotosafari aus dem ankommenden Bus und belagern das Terrain. Wir suchen uns eine ruhige Bank in der schönen Sonne und lesen. Das Panorama ist wirklich faszinierend, man kann aber nur die Aussicht genießen, es gibt keine Wanderwege. Nach reichlichem Konsum des Rundblickes fahren wir zurück zum Highway und dann 30 Meilen Richtung Parkeingang. Der Newspaper Rock hat die Form eines riesigen Bildschirms, wir können aber nicht alles lesen was dort geschrieben steht.

Es schauen auch zwei Herren in einer zitronengelben Corvette vorbei. In Großbuchstaben stand rundherum 'CORVETTE', auf der Frontscheibe, an der Seite, auf dem Heck, falls man den Namen seines Autos vergessen hat? Der Fahrer schafft es schon nach drei Minuten draußen zu sein. Dann hört man nur noch Stöhnen und Flüche, und irgendwann hängt auch der Beifahrer außerhalb des Autos. Vielleicht sollten die beiden sich nach einem etwas altersgerechteren Fahrzeug umschauen.
Die Straße im Indian Creek Canyon wird immer schöner.

Kurz vor dem Parkeingang biegt eine unpaved Road ins Lock Hart Basin ab. Nach einer knappen Meile quert die Straße einen Wash, der eine ganze Menge Wasser führt. Wir gehen lieber kein Risiko ein und fahren zum Hamburger Campground zurück. Wir suchen uns den schönsten Platz für die Nacht, genießen die Sonne sowie die Stille im Nichts. Außer Eidechsen und hin und wieder Mal ein Mucker schaut niemand vorbei.