Auto abgeben am Denver Flughafen klappt, wie stets in den USA, in wenigen Minuten. Für die Auswahl von Sitzplätzen im Flieger, z.B. am Fenster, sollen wir zusätzlich zahlen. Tun wir aber nicht, Stehplätze werden wir wohl nicht bekommen. Um die $20 pro Gepäckstück kommen wir allerdings nicht herum.

Beim Zwischenstopp in Seattle gibt es Kultur. Seattle nennt sich Stadt der Musik und so werden wir von einer Sängerin mit Gitarre empfangen.

Weil wir in Seattle die Fluggesellschaft wechseln, können wir in Denver keine Board Karten für den Anschlußflug bekommen. Ist aber ganz easy, wir verlassen den Transferbereich nicht, am Info Schalter bekommen wir die Tickets und sämtl. Informationen. Und um 22:00 Uhr endlich in Kona, uns empfangen 25°C, und es duftet so unbeschreiblich, und der Lärm der tropischen Nacht, einfach herrlich! Nun beträgt die Zeitverschiebung 12 Stunden, da im Pazifik keine Sommerzeit gilt. Wozu auch, es ist von 6:30am bis 6:30pm hell. Somit können wir Erik nicht einmal per Skype 'Gute Nacht' wünschen, denn wenn wir um 6:15 aufstehen, schläft er schon. Hoffentlich vergißt er nun seine Großeltern nicht ganz. Dann der Schock, auf den großen Rucksack warten wir am Buggage Claim vergeblich. Das meiste des Outdooraquipments ist nun futsch. Wir haben zum ersten Mal für den Transport unseres Gepäckes bezahlen müssen und ausgerechnet das! Dieter fährt mit dem Shuttle schon mal zur Autovermietung. Ich bleibe, um (auf englisch!) verantwortliche Personen zu finden, Formulare ausfüllen, Rucksack beschreiben, Inhalt angeben. Um 23:30 Uhr sind wir dann im B&B. Kein Hinweis, kein Zettel, es ist alles dunkel und so klopfen wir einen anderen B&B-Gast aus dem Bett, der uns unser Zimmer zeigt. Wir haben zwar eine mail erhalten, dass wir ohne zu fragen in unser Zimmer gehen sollen, Aloha! Die ist aber erst abgeschickt worden, als wir bereits im Flieger sitzen. Na, jedenfalls haben wir ein Bett in einem liebevoll eingerichteten Haus mit geschmackvollem Außenbereich, den wir leider nicht nutzen können. Wir würden gern länger bleiben, aber das Quartier in Hilo ist bereits gebucht. Kurzer Stopp an einem Stand zum Kona-Kaffe kosten und Macadamias kaufen.

Im Spätsommer ist Big Island noch hinreißender als im Winter. Wir können es kaum fassen, es ist noch üppiger, als wir es bereits kennen.

 
Da wir bereits 2002 und 2012 den Volcano NP mit der Chain of crater, den riesigen Lavafeldern und der Seabridge besuchten, entscheiden wir uns diesmal für die Südostseite der Insel. Beim ersten Besuch von Big Island sollte man Volcano auf keinen Fall auslassen, es ist wirklich überwältigend. (s. Bericht 2012)

Auf Hawaii gibt es viele Farmers Markets. Sie sind sehr preiswert und bieten ausschließlich einheimische Produkte wie Früchte, Gemüse, Kaffe, Nüsse, Marmelade, organic Brot und auch Kunsthandwerk an. Entdecken wir einen Farmers Market, so halten wir sofort an. Die Produkte sind natürlich frischer als die eingeflogenen Produkte der Supermärkte. Man sollte besonders als Urlauber darauf achten, dass die einheimische Obst- und Gemüseproduktion erhalten bleibt. Wir können in unserer Unterkunft kochen und kaufen so in Hilos sehr schönem Farmers Market reichlich ein. Wir bezahlen für 5 Papaya, 10 kleine Gurken, 1 kleine Melone, 3 Paprika und ein halbes Pfund Stangenbohnen knapp 10 Dollar. Die Chillies bekommen wir geschenkt. Zum Abendbrot gibt es dann Paprika-Hühnchengulasch mit Stangenbohnen und Papaya Chutney, natürlich alles mit leichter Chillie-Note.

Ganz im Süden finden wir die herrlichen Tunnelstraßen und fahren sie rauf und runter. Leider sind etliche Picknickplätze gesperrt bzw. bereits im Meer verschwunden. Im Isaac Hale Beach Park haben wir mehr Glück und genießen in aller Ruhe unsere Früchte.

Und die Luftwurzeln des Baumblattes sind kräftig wie Lianen. Ist aber ganz schön anstrengend dran herum zu schaukeln und die blöden 'Hausschuhe' an den Füßen zu behalten, meine Sandaletten sind ja im blauen Rucksack und die Wanderschuhe waren mir dann doch zu heiß.

Auch die Lavafelder mit den unterschiedlichen, oft übereinander liegenden Lavaarten begeistern uns immer wieder. Die dünnflüssige basaltische Lava mit geringer Viskosität bildet die Stricklava. Die Brockenlava ist eine zähflüssige basaltische Lava, die zu scharfkantigen Brocken und Klumpen erstarrt. Und ein Lavastrom kann in seinem oberen Teil aus Strick-Lava bestehen, während in seinem unteren Teil Brocken-Lava dominiert.

Wir suchen die östlichen State Parks nach Schnorchelplätzen ab. Es sind einige vorhanden, jedoch nicht so schön wie erwartet, und somit lohnt sich der Kauf neuer Schnorchelbrillen nicht. Unsere liegen ebenfalls im blauen Rucksack. Die Parks sind schön zum Entspannen und so sitzen wir unter Palmen und lesen und verspeisen leckere Früchte. Noch einmal zum Farmers Market und neue Früchte, Stangensellerie und Möhren gekauft. Abends gibt es dann lecker Jambolaya mit Hühnchenfleisch (ohne Meeresfrüchte).

Die Rainbowfalls sollen DER Höhepunkt in Hilo sein. Vor 12 Jahren waren wir dort und irgendwie hatte ich es nicht spektakulär in Erinnerung. Es kam noch schlimmer. Direkt am Wasserfall ist ein neuer Parkplatz gebaut. Man fällt aus dem Auto, geht 50 m einen Betonweg und hat den Wasserfall vor Augen. Selbst mit Rollator in 5 Minuten zu schaffen. Der Wasserfall selbst ist am Ausgang des Sommers sehr kläglich. Schöner ist es in dem kleinen Waldstück daneben mit den riesigen Luftwurzeln der Bäumen.
 
Parkplatz und Weg an den Boiling Pots sind ebenso ausgebaut und es ist noch weniger Wasser zu sehen als bei den Rainbow Falls. Der Scenic Bayway mit dem Tropical Botanic Garden hat uns vor zwei Jahren richtig vom Hocker gehauen. Das möchten wir noch einmal erleben. Es ist sehr heiß, ca. 90°F (31°C). Die bunte Pflanzenwelt begeistert uns erneut, noch üppiger als im März. Leider sind die Wasserfälle im Spätsommer nicht so schön wie im Winter, da fehlt doch eine Menge Wasser. Man kann eben nicht alles haben, überbordende Natur oder opulente Wasserfälle.

Es gibt gibt unzählige Blüten und wir knipsen wie die Wilden, abends beim Sortieren und Löschen wird es wieder sehr mühsam!

Zu unserer Überrschung hören und sehen wir Kraniche. Wir wußten nicht, dass es auf Hawai'i welche gibt. Bei all dieser Natur haben wir die Aufregung um den an diesem Tag in Kona stattfindenden Iron Man völlig verpasst. Beim abendlichen mails checken finden wir nach drei unruhigen Nächten die ersehnte Nachricht: unser Rucksack ist in Kona auf dem Airport. 

Von Hilo nach Kona fahren wir die berühmt berüchtigte Saddle Road. Die Saddle Road war eine gefährliche, unbefestigte und kurvenreiche bis auf 1.200 m ansteigende one lane road in sehr schlechtem Zustand. Ab 1946 wurde die Straße bis zur Militärbasis befestigt und dann Stück für Stück zweispurig erweitert. Seit 2013 ist sie nun durchgängig mit drei Fahrbahnen (zwei bergauf, eine bergab) ausgebaut und von einer mysteriösen Straße zu dem vielbefahrenen Highway 200 geworden. Als Unfallursache Nummer 1 gelten allerdings noch immer die häufig auftretenden dichten Nebelbänke. Wir machen einen Abstecher zum Mauna Kea Visitorcenter. Es ist tolles Wetter und die Landschaft eine Augenweide.

Eine kleine Wanderung auf eine Anhöhe bietet einen grandiosen Blick auf den Mauna Loa mit seinen vielen kleinen seitlichen Vukankegeln.

Auch hier gibt es ein endemisches Silver Sword, sieht jedoch ein wenig anders aus als das vom Haleakalā


Da wir angeben müssen, was im verschwundenen Rucksack verpackt ist, üben wir schon mal Vokabeln wie binoculars, scissors, swimming trunks, chlorine troches, tea towels, flatware. Aber am Airport bekommen wir unseren Rucksack in Null Komma Nichts ausgehändigt. Große Erleichterung: es ist wirklich unser! Die Schnorchelsachen sind nun wieder vollständig und wir fahren direkt zu unserer 'Turtle Bay'. Die bunten Fische und die Schildkröten haben offensichtlich auf uns gewartet.


Der Humuhumunukunukuapua'a ist so etwas wie ein Wappentier von Hawaii. Wer den Hawaiianischen Namen einmal kennt, vergießt ihn nicht wieder. Man kann ihn auch Diamant-Picassodrückerfisch nennen, aber das klingt doch langweilig oder? Und wenn schon Zungenbrecher, dann doch richtig!

Der Alii drv ist noch voller Aktivität zum Ironman und der gesamte Ort strotzt nur so von gut durchtrainierten Körpern mit den ach so straffen Hintern und flachen Bäuchen. Überall Radfahrer, Jogger und ständig die T-Shirts mit 'Finisher 2014'. Wir sind jedoch nicht wirklich neidisch. Allein der Gedanke an 3,86 km (2,4 Meilen) im offenen Meer schwimmen, dann 180,2 km (112 Meilen) durch Lavafelder (schön aufgeheizt) radeln und dann noch einen ganzen Marathon dranhängen, läßt uns schon aufstöhnen. Und das bei 30 °C, nirgendwo Schatten, nur Sonne von oben und strammer Wind.
Unsere neue Unterkunft ist ein klassisches B&B, kleines schnuckeliges Zimmer mit Nutzung von Wohnzimmer und Garten unserer netten Vermieterin Barb. Sogar Frühstück bekommen wir, obwohl nicht angekündigt.

Zum Captain Cook Monument, dem schönsten Schnorchelrevier der Inseln, darf man nur noch mit Permit und Guide. Das Ufer darf man gar nicht mehr betreten, also nix mit Kanu und paddeln. Wir haben es 2012 noch ohne Restriktionen erlebt und wollen es auch so einmalig in Erinnerung behalten.
Wir unternehmen den dritten Anlauf das Vaipio Valley zu erkunden. Wir erhaschen einen Blick auf den kläglichen Wasserfall und durchwaten mehrere Wasserläufe, teilweise knietief.

Der Weg zum Wasserfall ist gesperrt und so kehren wir nach 1,5 Stunden um.


Vor uns liegt der über 300 m hohe Aufstieg mit 25% Gefälle. Durchtrainiert wie wir sind, brauchen wir keine Stunde und blicken nur verächtlich auf die vielen 'soft-eggs' in den vorbeifahrenden 4x4D Jeeps. Natürlich nur junge Leute, aber hätten wir in dem Alter wohl auch gemacht.

Das Schnorcheln am Kahaluu Beach Park fällt dann wörtlich ins Wasser, ein kräftiges Gewitter geht über uns nieder und bleibt am Berg in Kona hängen. Den Tag beenden wir mit Steak im Outback und dem längst fälligen Mai Tai.

Zum Originaldenkmal Kamehameha's von 1880 in Kapaau mussten wir unbedingt.

Die vielen Windflüchter zeigen, daß der Wind hier sehr kräftig in die gleiche Richtung weht.

Wir suchen zum letzten Mal die schönste Schnorchelbucht und landen wie bisher immer im Kahaluu Beach Park, unserer 'Turtlebay'.