Fidschi hatten wir ursprünglich abgewählt. Dann ergab sich die Zwischenlandung mit zwei Tagen Aufenthalt auf dem Flug von Hawaii nach Cook Island. Bei weiteren Recherchen gefiel uns die "Blue Lagoon Cruise" so sehr, dass wir den Weiterflug umbuchten und nun eine ganze Woche auf Fidschi bleiben.

Von Kauai'i fliegen wir über Honolulu und Kiritimati, die Weihnachtsinsel, das zu Kiribati gehörendes Atoll der Line Islands, nach Fidschi. Die Line Islands liegen etwa auf der Hälfte zwischen Hawaii und Australien in Mikronesien. Bis Ende 1994 verlief die Datumsgrenze mit dem 180. Längengrad zwischen den Gilbert- und Phoenixinseln. Im Interesse eines einheitlichen Datums im gesamten Staatsgebiet wurde zum 1. Januar 1995 die Datumsgrenze nach Osten verlegt, so dass nun ganz Kiribati westlich davon liegt. Die östlichste der Line Islands, Caroline Island, heißt seit dem 1. Januar 2000 Millennium Island, weil man auf dieser Insel den ersten Sonnenaufgang des Jahres 2000 beobachten konnte. Weiß doch jeder, oder? Nur wir nicht, beinahe hätte der Flieger ohne uns abgehoben, wir suchen den Flug nach Kiritimati, finden jedoch mit unserer Abflugzeit nur 'Christmas Island'.

Das Gepäck bereits in Lihue bis nach Fidschi aufzugeben scheint eine äußerst schwierige Angelegenheit zu sein. Wir legen jedoch keinen Wert auf eine erneute Suche nach vermisstem Gepäck. So holen wir freiwillig das Gepäck in Honolulu ab, um es dann bis nach Nandi aufzugeben.

Der 'Internationale Flughafen Christmas Island' ist winzig, eine Betonpiste und zwei Baracken mit Zaun und Tor dazwischen. Die Gangway wird per Hand heran geschoben.


Leider dürfen wir nicht aussteigen, trotz Außentemperaturen von über 30°C. Nach einer Stunde Wartezeit im eiskalten Flieger steigen doch noch einige wenige Passagiere zu. Hier muss der Flieger aus eigener Kraft wenden und an den Start fahren, technische Hilfsmittel gibt es nicht, außer einer alten Feuerwehr. Mit einer dreiviertel Stunde Verspätung landen wir in Nadi auf der Insel Viti Levu. Wir haben den Äquator und die Datumsgrenze überflogen, sind am 20. Oktober früh im Herbst gestartet und am 21. Oktober abends spät im Frühling gelandet. Somit ist zwar ein Tag futsch, allerdings erleben wir nun den zweite Frühling in diesem Jahr. Nun sind es nur noch 10 Stunden Unterschied gegenüber zu Hause. Wenn wir morgens um 6:00 aufstehen, ist es noch 20:00 Uhr gestern zu Hause, schlechte Zeit zum Skypen.

Unser wunderschönes Hotel die 'Smugglers Cove' liegt direkt am Wasser.

Wir werden nun mit "Bula" statt mit "Aloha" begrüßt, und es heißt "Vinaka" statt "Mahalo".


Bereits bei der Landung fallen uns zahlreiche Feuerwerke auf. Es ist der Vorabend zum Lichterfest Diwali. Da die Inseln mitten im Ozean nicht so viele Tiere aus eigener Kraft erreicht haben, ist der Lärm der tropischen Nacht hier ziemlich verhalten. Wegen der Schwüle ist Löffelschlafen jedoch unmöglich.

Am nächsten Tag ist alles geschlossen, denn Diwali ist eines der wichtigsten hinduistischen Feste. Also bleiben wir im Hotel, sitzen schön am Wasser und müssen leider flüchten, weil ein Ascheregen herabrieselt. Irgendwo werden Zuckerrohrfelder abgefackelt. Das ist die übliche Vorbereitung zur Ernte und geht so weiter bis in die Abendstunden. Es ist sehr heiß und schwül und über Mittag am besten im Zimmer mit AC auszuhalten. Am späten Nachmittag inspizieren wir den Strand und freuen uns über die kleinen Muscheln, die sich nach dem Rückzug der leichten Dünung aufrichten und im Sand verschwinden. Unsere Bucht ist schön, aber zum Baden lädt sie uns Ostsee Verwöhnte nicht ein. Ein kurzer Versuch erzeugt sehr gemischte Gefühle: die Temperatur wie in der Badewanne, geschätzte 33°C, nur knapp 5 cm Sicht wie im modrigen Dorfteich, keine Wellen wie im Schwimmbad und salzig wie im Ozean.

Abends gibt es Special Dinner mit echten Diwali Öllampen an jedem Tisch. Und dann geht das Geballer erst richtig los, stundenlang, bis in den frühen Morgen, viel länger als bei uns zu Silvester.

Mit dem Taxi fahren wir die 5 km ins Zentrum von Nadi. Wir schlendern durch die Stadt und werden immer wieder freundlich mit „Bula“ begrüßt. Man wird zwar andauernd aufgefordert Souvenirs zu kaufen, jedoch wird ein 'Nein' sofort akzeptiert.

Für die Besichtigung des Hindutempels sind wir zu spärlich gekleidet, meine Schultern sind nicht vollständig bedeckt und Dieters Hose geht nicht bis unterhalb des Knies, denn zu festlichen Anlässen, in Kirchen und Tempeln sowie beim Besuch kleiner Dörfer müssen Schultern und Knie bedeckt sein. Oft tragen auch Männer einen Sulu oder Sarong. Das Tuch wird über der normalen Bekleidung um die Hüften geschlungen und schon ist man ausgehfertig.

Wir kaufen nur Früchte und Wasser und fahren zurück, es ist uns zu heiß.

Am Sonntag hat das Hotel ein ganz besonderes Angebot: es wird gegrillt und 'The Wursthuette' bietet zum Lunch verschiedene Sorten Würstchen an. Das in Fidschi gebraute Bier schmeckt gut und wir erinnern uns bei Würstchen und Bier dunkel an zu Hause. Da war doch noch was? Abends können wir den roten Schein der brennenden Zuckerrohrfelder noch bis in die späte Nacht hinein sehen, ist eben kein Bioanbau.


Wir sind auf Viti Levu nicht besonders aktiv. Wir könnten mit Bus oder Auto die Insel umrunden, in die Berge fahren oder eine Dünenwanderung unternehmen. Dafür ist es uns jedoch zu heiß und zu schwül. Und schnorcheln ist nur bedingt möglich. Dazu eignen sich besser die kleineren Inseln.

Viti Levu mit der Hauptstadt Suava ist vorwiegend für Spaßtouristen unter dem Motto 'Have Fun' ausgelegt: Surfen, Wasserski, Flugtour, Islandhopping, mit einem C-Schlauch durch die Luft geschleudert werden u.s.w.

Allerdings sind die Leute super nett, eben Bula Bula oder Bula Vinaka.

Am Montag checken wir in Port Denarau für unsere 'Blue Lagoon Cruise' zu den Yasawa Inseln ein. Mit einem High Speed Katamaran brausen wir 1Stunde und15 Minuten über den Ozean, herrlich! Es gibt vegetarische Klopse und eiskalten Sekt. Der Ozean ist platt wie eine Flunder, keine Dünung, keine Wellen.

Unser Cruiser liegt versteckt hinter den Sacred Islands Vanua Levu und Navadra Island. Nach dem Übersetzen mit den Tenderbooten empfängt uns die Crew mit Buffet und Gesang.

Und nun lernen wir 'Fiji Time' so richtig kennen: no rush, no hurry, alles ganz entspannt, auf 10 Minuten kommt es nicht an, wozu auch, es ist viel zu heiß.

Unsere Kabine ist einfach toll, größer als das Hotelzimmer in Reykjavik. und mit Kaffeemaschine, diversen Drogerieartikeln, Repellent, Rotwein und einem prall gefüllten Kühlschrank mit Bier, Cola, Sprite und Weißwein ausgestattet. Der Kaffee und sämtliche Getränke werden täglich neu aufgefüllt. Cola und Sprite trinken wir gar nicht und 16 Tassen Kaffee täglich sind ebenfalls zu viel. Obwohl ich auf Fidschi meinen Alkoholverzicht aufhebe, sind 4 Dosen Bier und 2 Flaschen Wein zusätzlich zu der üblichen Versorgung an Bord mit Frühstück, Morning Tea, Lunch, High Tea, Happy Hour mit kleinen frisch zubereiteten Snacks, Diner mit Wein und Kava, auch gemeinsam nicht zu schaffen.

Trotz Regen schnorcheln wir und sind total begeistert, solche schönen Korallen haben wir noch nie gesehen. Wie wird das erst bei Sonne? Wegen der zunehmenden 'Liquid Sun' wird der Strandbesuch jedoch abgebrochen. Um 19:30 Uhr gibt es Captain's Wellcome Dinner. Bei dem vier Gänge Menü sind die Portionen scheinbar klein, aber zum Schluss passt nichts mehr rein.

In der Blue Lagoon der Nanuya Lailai Insel, an der privaten Halbinsel der 'Blue Lagoon Company' gelegen, ankert unsere 'Fiji Princess' nur 30 m vom Traumstrand entfernt. Wir können direkt vom Schiff ins Wasser springen (das einzige erlaubte Mal!) und ans Ufer schwimmen. Es fahren aber auch die Tenderboote hin und her. Damit wir nicht über angeschwemmtes Holz oder Kokosnüsse stolpern, ist der Strand geharkt. Die Crew bringt Sonnenschirme, Matten, Liegestühle und Kanus für uns, so dass wir am Strand das Rundumwohlfühlpaket erleben.

Die super ausgebildete Crew hat alles perfekt im Griff. Zu den Schnorchelplätzen werden wir stets von einem Guid begleitet, die Taucher haben Tauchlehrer dabei, und wer gar nicht mehr kann wird mit dem Glasbodenboot über die Korallen gefahren. Zuerst ist Fische füttern dran. Da die Fische die Prozedur kennen, kommen Hunderte von verschiedenen Sorten zwischen denen wir herum schnorcheln.


Dazwischen wird der Morning Tea am Strand serviert, Kaffee, Tee, Saft, Früchte, Kuchen. Lunch gibt es ebenfalls auf der Insel. Dann wird der Lovo (auf Hawai'i heißt der Erdofen Umo) bestückt. Die dazu notwendigen Körbe aus Bananenwedeln können wir selbst anfertigen, die entsprechende Einweisung für 'male bags' and 'femal bags' ist natürlich inbegriffen.

Uns erstaunt, mit welcher Ruhe und Gelassenheit und 'Fiji Time', aber tadellos durchorganisiert, absolut lustig und ohne aufgesetzt wirkende Freundlichkeit das vonstatten geht.

Beim Strandspaziergang beobachten wir, wie sich Seesterne in den Sand eingraben.


High Tea ist wieder am Strand und aus Angst vor Sonnenbrand streichen wir den nächsten Schnorchelgang. Die Sonne bekommt mehr und mehr die Oberhand über die Wolken. Zur Trauminsel kommt nun das Traumwetter und alles ist wirklich so kitschig wie es auf den Fotos aussieht.

Nach dem Frischmachen auf dem Schiff geht's wieder zur Insel zur Happy Hour und dann Dinner aus dem Lovo.


Die Crew, einschließlich Captain, sitzt singend und Gitarre spielend auf einer Matte, vor sich die Kavaschüssel. Zeit für uns, dieses muddy water auch mal zu probieren. Wir haben es uns schlimmer vorgestellt. Nur die Zunge wird taub, etwas gewöhnungsbedürftig.

Nach dem Essen kommen die Einwohner des Dorfes zum Folkloreabend und wir bekommen unsere ersten duftenden Leis, keine Kunstblumen. Die ca. 30 Darsteller wirken recht locker und nicht nach „job für die blöden touris“. Und so tanzen zum Schluss alle gemeinsam.

Bis Mittag bleiben wir an der Blue Lagoon, also nochmal schnorcheln. Die Fische dachten es ist Futterzeit und kamen wieder zu Hunderten.

Die Höhlenbesichtigung ist ein interessantes Spektakel. Man muss von der ersten Kammer in die nächste und dunkle Kammer durch einen kleinen Tunnel tauchen. Nicht wirklich schlimm, bloß das Wasser ist sehr kalt; interessant, aber nicht überwältigend.

Wegen leichten Sturmes und Wellengang können wir leider nicht zum Abendessen in das kleine Inseldorf von Tamasua. Da wir mit den Tenderbooten übersetzen müssen, ist vor allen Dingen die Rückfahrt im Dunkeln zu gefährlich. Also kommt das Essen zu uns und wir verspeisen die Köstlichkeiten an Bord. Aber das Dorf hätten wir gern besichtigt. Am Morgen ist es immer noch recht windig und wir schaukeln gen Süden in eine ruhige Bucht des Drawaqa Islands.

Natürlich wieder Morning Tea am Strand und wir erleben eine Unterwasserwelt mit Korallen und Fischen die Seinesgleichen sucht. Eine irre Vielfalt an Hart- und Weichkorallen, das Schönste, was wir bisher auf allen unseren Reisen gesehen haben. Und das Wasser ist so herrlich warm. Nach dem Lunch geht es noch einmal geführt zur Riffkante, wunderschön. Wir sehen einen Igel im Wasser, was ist denn das? Der berühmt berüchtigte Crown Of Thornes, der sich auschließlich von Steinkorallen ernährt. Die sogenannten Dornen sind giftige Stacheln. Einen seiner wenigen Fressfeinde, die Scheibenanemone, entdecken wir ebenfalls.

Soooo viele Arten von Korallen, Seegurken, Seesternen, Fischen und Mördermuscheln. Sogar eine Seeschlange sehen wir und flüchten. Sie soll giftig sein, aber nur wenn sie beißt.



Nach dem BBQ ist Kavatime mit anschließendem Nationenabend. Dieter und ich opfern uns für den deutschen Vortrag 'Wie feiern Norddeutsche? Na, dann Prost!' Die Aussies, Kiwis, Engländer, Schotten, Zyprioten und Deutsche erhalten für ihren Vortrag jeweils 9,5 von 10 Punkten. Es gibt Abzüge weil bei vielen, natürlich auch bei uns, Alkohol im Spiel ist oder unerlaubter Weise 'Fiji Princess' benutzt wird. Dann trinken und tanzen wir bis DJ Jone fast einschläft. Wir können uns dazu durchringen, trotz unseres schlechten Englischs, mit fast jedem ein wenig zu plaudern. Es ist ein super toller Abend.

Am nächsten Tag geht es leider schon zurück nach Port Denarau und die gesamte Crew verabschieden uns mit Gesang.

Die vier Tage wunderschönen Luxus' sind nun zu Ende. Die Crew besteht ausschließlich aus Fidschianern und man hat das Gefühl, auch sie haben Spaß bei ihrer Arbeit. Es war die richtige Entscheidung, diese kleine Kreuzfahrt zu buchen. Wir können die 'Blue Lagoon Cruise' nur empfehlen.

Der Flieger geht erst am nächsten Morgen und so verbringen wir den Rest des Tages im Hotel, einfach faul sein und die wunderschönen Erlebnisse der Kreuzfahrt nachwirken lassen.