Wir trennen uns endgültig von unseren 'alten' Sandaletten, obwohl sie noch nicht völlig hinüber sind. Dieters rechte Sohle löst sich ein wenig und bei Fritzis hält der Klettverschluss nicht mehr ordentlich, tragen hätten wir sie jedoch noch können. Aber so sparsam sind wir dann doch nicht.
In Auckland gibt es ein „Delay“ und statt um 13:05 Uhr starten wir erst um 19:45 Uhr nach Port Vila auf der Insel Efaté. Auch der angekündigten Lunch entfällt leider. Na ja, Lunchzeit ist vorbei und somit müssen wir auf unseren Notkeks zurück greifen. Im Flughafen von Port Vila werden wir mit live Musik begrüßt, hört sich irgendwie nach Hula an, einfach toll. Hier spricht man Französisch und Englisch, jedoch vorwiegend Bislama (eine Creolsprache, deren Wörter aus dem Englischen, Französischen und den indigenen Sprachen Vanuatus stammen) und dann noch weitere 120 Stammessprachen. Wir wissen, dass es nicht die beste Reisezeit für Vanuatu ist. Aber auf so einer langen Reise lässt sich nicht überall die beste Reisezeit erwischen. So erleben wir häufig Regen und Wind. Die Temperatur liegt am Tag bei über 30°C, nachts bei 27 bis 28°C mit 80 bis 85% Luftfeuchtigkeit. Man kann nicht ganz so viel unternehmen und das Schnorcheln muss wegen der unwetterartigen Regenfälle auch Mal ausfallen. Das ist eben der Unterschied zum Urlaub. Da möchte man möglichst viel in kurzer Zeit erleben. Wir können uns auf Dinge einlassen, die bei einem Kurzurlaub eben nicht möglich sind.
Vatu ist die einheimische Währung, für 1 € bekommt man etwa 115VT. Zum Umzurechnen der Preise reicht es, wenn man einen Vatu einem €-Cent gleichsetzt. Auf dem Flughafen tauschen wir am Schalter US$ gegen Vatu. Wir geben 2 x $20, 4 x $10 und 4 x $5, also $100. Die Scheine werden auf Stapel nach den unterschiedlichen $-Werten sortiert, dann die Anzahl der Scheine jedes Stapels einzeln gezählt und mit dem Taschenrechner die Summe pro Stapel berechnet, aufgeschrieben und zum Schluss die Einzelsummen in den Rechner eingetippt. Es sind tatsächlich $100. Das Ganze dauerte knapp zehn Minuten. 
Unser Hotel ist ganz nett, wenn man die abgebrochene Halterung des Duschkopfes, die defekten Lampen und die nicht ganz schließenden Türen und Fliegengitter übersieht. Es gibt einen schönen Außenbereich, in dem man sich Mahlzeiten bereiten oder einfach nur lesen kann. Das Frühstück ist für die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit o.k.: Weizenbrot, Butter, Marmelade, Körner, Tee, Kaffee, Milch und ganz viele Früchte. Man kann fußläufig den Super Marché, etliche Autovermietungen, die Innenstadt mit Post und Markt sowie viele 'local' Bistros, wo ein warmes Essen 300 VT kostet, erreichen. Wir sind natürlich die einzigen Weißen im Hotel und werden vor allen Dingen von den Kindern neugierig beäugt.


Ein Tief, hier Zyklon genannt, bringt ordentlich Regen und Sturm. Wir gehen die 1,5 Kilometer zu Fuß in die Stadt, schauen im Visitor Centre nach Ausflügen. Eine übellaunige Angestellte weist uns darauf hin, dass hier keine Buchungen vorgenommen werden können. Aber wo genau das dann geht, verrät sie uns schon nicht mehr. Auf dem Markt kaufen wir Ananas, Bananen und Papaya.


Für den ersten Eindruck unternehmen wir eine Inselrundfahrt mit einem Kleinbus. Unser Fahrer erzählt uns eine Menge über Land und Leute. Die viel gerühmte blaue Lagune ist jedoch eher eine Badeanstalt, aber die tobenden Kinder haben ihren Spaß.
Auf Vanuatu leben die meisten Menschen in kleinen Dörfern. Die Häuser werden aus einheimischen Materialien wie Bambus und Palmwedel gebaut.
Licht gibt es so lange die Sonne scheint, ein Stromleitungsnetz existiert nur in der Hauptstadt. Manche Dörfer haben einen Generator, der Strom für zwei bis drei Stunden am Abend liefert, ab und zu sieht man sogar ein Solarpanel. In diesen Dörfern hat noch der Chief das Sagen. Der wird jedoch nicht gewählt, sondern ist Chief auf Lebenszeit und dann erbt einer seiner Söhne das Amt. Und so ein Dorf wollen wir 'besichtigen'. Auf dem Weg dahin springen die Krieger mit viel Geschrei aus den Büschen und obwohl wir damit rechnen, bekommen wir einen gehörigen Schrecken eingejagt, der dann in endloses Lachen übergeht. Im Regen werden Kriegstänze aufgeführt und nun erkennt man deutlich, dass die drei mitreisenden Neuseeländerinnen Maoriblut in ihren Adern haben. Sie antworten auf den Kriegstanz mit Hakafiguren. Wir dürfen noch in den heiligen Banyonbaum, aber weiter ins Dorf nicht, denn das müssten wir beim Chief beantragen und extra bezahlen.

 

 

 

 

Lunch gibt es in einer schönen Strandbar. Für uns spielt eine Band mit einem sehr interessanten Bass. Ein Holzwürfel hat an der oberen Seite ein Seil befestigt und mit einem Stock wird durch unterschiedliche Spannung des Seiles der entsprechende Ton erzeugt (so ein Bass soll gern in New Orleans gespielt werden, haben wir aber leider nicht gesehen).

 

 

Der viele Regen hat eine Menge Schwebstoffe ins Meer gespült. Somit ist immer noch kein Schnorcheln möglich, obwohl das Tief bereits abgezogen ist.

 
Der Vulkan auf Tanna lockt, jedoch soll heute der Trip 145.000 VT statt der am Vortag angebotenen 96.000 VT kosten. Wir sind über die Preisdifferenz von knapp 500 € etwas ungehalten. Nach einigem hin und her einigen wir uns auf 100.000 VT.
Bevor wir jedoch in den Flieger einsteigen dürfen, müssen wir eine Flughafengebühr entrichten. Ohne diesen Stempel dürfen wir nicht an Bord. Die Gebühr wird ausschließlich für Inlandflüge erhoben, auch wenn der 'Flughafen' nur aus einer Wiese und einer Überdachung für die Passagiere besteht.

 

 

 


Auf Tanna können nur 4WD Autos mit sehr viel Bodenfreiheit fahren. Der Boden ist sehr weich und die Straßen sind ausschließlich unbefestigt. Warum das so ist, verstehen wir nicht. Denn der Vulkan soll das beliebteste Reiseziel Vanuatus sein.

Tanna hat 25.000 Einwohner, von denen die meisten in den Buschdörfern leben. Offensichtlich mag in der Hitze niemand arbeiten. So stehen die Dorfbewohner am Straßenrand und winken. Wir winken zurück und bei dem Tempo von ca. 15 kmh komme ich mir während der 90 minütigen Fahrt wie die Queen vor, im Fond sitzen, mal rechts winken, mal links winken und überall herzlich begrüßt werden.
Die Macheten gehören zur Grundausrüstung eines jeden Insulaners. Selbst kleine Kinder tragen oft nichts außer einer Machete.
Im Jungle Osis Bungalows bekommen wir statt eines 'historischen' Bungalows ein Zimmer im 'Haupthaus'. Für sämtliche Bungalows gibt es EIN separates 'Haus' mit einer Toilette und einer Kaltwasserdusche. Dieses Toilettenhaus ist etwas grenzwertig, es ist zwar übergewischt, jedoch nicht sauber. Die Oma meiner Kinder hätte 'rümgeklart' gesagt.

Wir haben drei Umschläge vom Tourveranstalter für die 'Tourpartner' vor Ort bekommen. Hier wird alles mit Bargeld geregelt, Überweisungen gibt es nicht. Den ersten Umschlag erhält Kelson, der Besitzer der Bungalows. So kann er von dem Inhalt gleich den Fahrer bezahlen.
Wir bewundern das Baumhaus mit der steilen Treppe. Aber da möchte ich nicht im Dunkeln hoch- oder runter gehen müssen.

In den abgelegenen Gegenden gibt es keinen Konsum und so ist man auf Gedeih und Verderb den Herbergseltern und dem jeweiligen Angebot an Mahlzeiten ausgeliefert. Deshalb sollte man im Voraus nicht mehr als zwei Tage buchen, damit man ohne große Verluste die Zelte wieder abbrechen kann. Wenn es gefällt kann man ja nachbuchen.
Wir spazieren zu dem riesigen Aschefeld am Fuße des Mt. Yasur. Man sieht die dunkle rot angeleuchtete Aschewolke mit dem Wind ziehen und hört das Grummeln des Vulkans und hin und wieder leichte Erdstößen und heftige Eruptionen.

Bei Kelson liegen acht Handys mit Ladekabel, denn Kelson hat einen Generator und somit Strom, die Nachbarn nicht. Um 16:30 Uhr holt uns der Fahrer zur Fahrt auf den Vulkan ab, denn wir wollen den Vulkan bei Dunkelheit erleben. Hier kommt der zweite Umschlag zum Einsatz, Vulkan Eintritt von 6.700 VT für zwei Personen. Das ist der absolute Fantasiepreis. Es gibt keine Info, keine Karte, keine Wege, keine Beschreibung, nur den angeblich notwendigen 'Guide', der hier am Park angestellt sein soll. In den tief ausgefahrenen Schlammweg wurde jedenfalls noch keine müde Mark investiert. 20 Minuten geht es eine fast unpassierbare 'Straße' bis zum Parkplatz. Die letzten 100 Meter bergauf gehen wir zu Fuß. Bereits hier ist das laute Getöse, dass an den Start eines Düsenjets erinnert, zu hören. Ehrfurchtsvoll und ein wenig ängstlich schauen wir in den Schlund wo die Lavafetzen fliegen.
Den Fahrer und den im NP 'angestellten' Guide müssen wir natürlich extra bezahlen. Der Guide lässt sich mit uns hoch und runter fahren und 'zeigt' uns den Weg zum Krater. Was gibt es da zu zeigen? Es ist eine Treppe und dann folgt ein markierter Pfad am Kraterrand entlang. Den sind wir eh allein gegangen. Man kann auch ohne Guide einfach zu Fuß hoch gehen, dauert ca. eine Stunde. Diese Info stand uns leider nicht zur Verfügung. Wir wären gern zu Fuß gegangen, denn auf die Fahrt und den Guide kann man getrost verzichten.
Das an Gewitter erinnernde Grummeln des Vulkans begleitet uns noch die ganze Nacht. Tags über spuckt der Vulkan mächtige Dampfwolken aus, die mit dem Wind leider in unsere Richtung ziehen. So sitzen wir im Nebel, obwohl der Himmel am anderen Ende der Insel blau ist.
Morgens 7:00 Uhr ist Isaak, unser Fahrer, bereits da, aber „no worry“, er wartet. Auf der Fahrt zum Custom Village, wir natürlich wieder im Fond, steigen eine Menge Leute von der Ladefläche auf- und ab. Isaak erzählt uns, dass er und seine Frau einige Saisons auf Neuseeland als Erntehelfer gearbeitet haben. Mit dem verdienten Geld konnten sie sich den Pickup leisten. Damit ist er nun in der Lage, als Truckfahrer seinen Lebensunterhalt zu bestreiten und das Schulgeld für seine Kinder zu bezahlen, jährlich 20.000 bis 38.000 VT pro Kind. Bei vielen Familien wird es wohl nicht für alle Kinder reichen.

Eigentlich wollten wir direkt in dem Dorf wohnen und dort einen Tag gemeinsam mit den Bewohnern verbringen. Jedoch sind wir im 'Lanekel Cove Resort' untergebracht. Hier kommt der dritte Umschlag zum Einsatz.
Wir werden ca. drei Kilometer vor das historische Dorf gefahren und sollen auf kleinen, total dünnen Pferden mit Stricken als Zaumzeug und lose aufgelegten Sätteln den Rest des Weges reiten. Unser Protest wird nicht akzeptiert, aber die Schutzhelme (erbsenartige Motoradhelme der 50iger Jahre) lehnen wir entschieden ab. Jedes Pferd wird von einem Jungen am Strick geführt. Vielleicht ist es ja eine spezielle Gangart, aber man hat das Gefühl die Pferde torkeln völlig entkräftet den Weg entlang. Nach 15 Minuten verweigern wir uns endgültig und gehen zu Fuß weiter. Die verschwitzen Pferde werden an den nächsten Baum gebunden.

Nach einigem hin und her und viel generve unsererseits dürfen wir eine kleine Runde im Dorf gehen. Einige Kinder tragen sogar Baströcke und Penisköcher.

Auch hier beeindrucken uns die vielen Baumhäuser, manche sogar über mehrere Etagen. Da darf man abends aber nicht zu viel Kava getrunken haben.


Beim Buchen der Tour haben wir extra darauf hingewiesen, dass wir KEINE Tänze wollen, aber nun müssen wir mehreren alten Männern und einigen Kindern beim Hopsen zuschauen. Die jüngeren Tänzer liegen eh im Schatten und versuchen gar nicht erst aufzustehen.


Im 'Resort' ist EIN 'historischer' Bungalow immerhin notdürftig repariert, die anderen zehn gammeln vor sich hin. Mit 'historisch' kann man den gepfefferten Preis wohl besser begründen, obwohl wir doch eher 'primitiv' sagen würden. Immerhin hatten wir hier die kalte Dusche und ein eigenes WC in unserem Bungalow für uns allein. Nun muss 'Manager' David uns doch fragen, ob wir wirklich noch Lunch wollen und meinte entschuldigend, es sei in fünf Minuten fertig. Nur war keiner darauf vorbereitet (weil gebucht ?) und die Köchin musste erst einkaufen gehen. Nach fast einer Stunde gab es endlich trockene Stulle mit gehacktem Ei.
David ist voller Frust, die Korruption habe sein Stipendium verhindert und damit auch sein Studium. Nun muss er sich, seine Frau und seine drei Kinder ohne Regierungsjob durchbringen. Er versucht seit drei Jahren die etwas herunter gekommene Ferienanlage zu betreiben. Die wurde vor ca. 10 Jahren von Australiern gebaut, kräftig genutzt und dann abgestoßen. Was David hier in den drei Jahren getan hat, erschließt sich uns nicht.
Eine Köchin und einen Gärtner hat er bereits 'angestellt'. Wozu weiß man nicht. Denn es kommen nur selten Gäste, die könnte er eigentlich selbst versorgen. Nur leider müsste er dann auch mal etwas tun. Dafür isst er gemeinsam mit uns Abendbrot. Na klar, wir haben ja auch für ihn mit bezahlt. Das Frühstück fällt ziemlich bescheiden aus: reichlich Brot, etwas Margarine, etwas Erdnussbutter und EINE Tasse Pulverkaffee, nicht einmal Früchte, das war's. Von dem uns angepriesenen Tanna Kaffee sehen wir nichts, wir bekommen stattdessen die Instanttüte 3in1.
Zum Zeitvertreib spazieren wir durch die „Geschäftsstraße“ von Lenakel und fallen als einzige Ausländer wieder Mal auf. Immer schön 'Hallo' sagen und winken. Als wir in unserem Bugalow zurück sind, gibt es kein Wasser mehr und somit weder Snack noch Lunch, trotz Buchung. Die Köchin schläft im Restaurant. Sollen wir sie etwa wecken?
Wir sind froh, die aschegeschwängerte Luft Tannas verlassen zu können. Man hat stets einen Film Vulkanasche auf der Haut, es beißt im Hals und man muss andauernd husten. Selbst die Bewohner sind über jeden Regen froh, da auch sämtliche Pflanzen von Asche bedeckt sind und ohne eine kräftige Dusche eingehen würden. Der Flug vom Whitegrass Airport Tanna nach Bauerfield Airport Port Vila geht 45 Minuten eher los als angekündigt. Warum auch nicht, alle Passagiere sind bereits da.

In Port Vila fahren wir zum 'Reisebüro' und bekommen ein Angebot für drei Tage Epi mit Flug für 880 EUR. Wir sind von Tanna noch ziemlich angesäuert und verzichten. So fragen wir per mail auf Malekula an, ob noch etwas frei ist. Wir erhalten das Angebot für acht Nächte im primitiven Bungalow mit Gemeinschaftsdusche und Frühstück (540 EUR), Abendbrot ab 2.000 VT p.P. extra.  Flug oder Fähre kommt noch obendrauf. Ist das nicht ein anständiger Preis? Ein 'local diner' kostet in einem einheimischen Restaurant zwischen 300 und 500 VT. Also streichen wir auch Malekula.
Schnorcheln auf Iririki, einer kleinen vorgelagerten Insel, ist o.k., das Wasser ist etwas milchig, also keine gute Sicht. Aber die Korallen sind schön und die Fische ganz zutraulich. Legt man sich auf das Wasser ist man sofort von einem Schwarm bunter Fische umgeben, die sich mit einem in der Strömung treiben lassen.

Mit dem Mietauto umrunden wir auf eigene Faust Efaté. Die Erakor Lagune ist gar nicht mehr im Guten erreichbar, nur noch 'Privat Propertie' und Resort neben Resort, viele stehen jedoch leer. Zum Betreten des Erakor Island sollen wir 1.000 VT pro Person bezahlen, tun wir NICHT!
In Tara Beach wird uns erklärt, dass es pro Auto Australische $10 für die Strandbenutzung kostet. Wir kehren um und plötzlich kostet es nichts. Es gibt ein richtiges kleines Riff mit steil abfallenden Kanten. Wir sehen schöne Korallen, riesige Seeanemonen mit etlichen Nemos, einen riesigen Rotfeuerfisch, viele große und kleine Fische und auch einen COT.

Zu unserem Erstaunen gibt es jede Menge verlassener Kokosplantagen auf der Efaté. Dabei wurde uns erklärt, dass Kopra mit der wichtigste Exportartikel Vanuatus ist.


Nun versuchen wir es noch mit der Schildkrötenfütterung. Kaum auf dem Parkplatz angekommen, steht jemand neben unserem Auto und erklärt uns, dass man hier 1.800 VT p.P. zahlen muss. Wir fragen weshalb und bekommen 'Schildkröten füttern' zur Antwort. Wie bitte? Dann müssen sie eben ohne uns fressen.
Wärend des 2.Weltkrieges hatte die US-Army einen Stützpunkt auf Vanuatu. Das hat Spuren hinterlassen, die touristisch vermarktet werden! So kann man am World War-II-Museum zu einem im Wasser liegenden Flugzeug schnorcheln, natürlich nur mit Eintritt von 2.500 VT p.P., auch das fällt aus!

Es gibt mehrere Strände und manchmal sogar Schnorchelmöglichkeiten. Das erste was man sieht ist ein großes Schild mit dem „Eintrittspreis“, meist 500 VT pro Auto oder 300 VT p.P., egal wo man hält, es kommt sofort jemand und verlangt Geld. Was man sehen oder erleben kann, wird nicht erwähnt. Wozu soll man an unsauberen ungepflegten Stränden ohne den kleinsten Schattenplatz etwas bezahlen, zumal man wegen der vielen Steine und toten Korallen nicht im Guten ins Wasser kommt?

Irgendetwas läuft hier völlig schief. Wenn man eine Inselrundfahrt macht und so an drei bis vier Stränden mal ins Wasser gehen möchte, wird das verdammt teuer. Es mag ja sein, dass die sogenannten Investoren aus Australien und Neukaledonien mit der Abzockerei angefangen haben. Die Inselbewohner haben jedoch schnell gelernt ihnen nachzueifern. Es besteht kein Verhältnis zwischen Preis und Leistung, von Service kann schon gar keine Rede sein.
Ein Lichtblick, Havannah Beach noch ohne Eintritt. Hier entdecken wir Massen von Claims in allen Größen und Farben, auf einem Stein von 1 ½ qm kann man knapp 50 Claims zählen.


Rund um die Insel sehen wir eine Menge halbfertige Lodges und Parks für Ferienwohnungen, jede Menge Bauruinen. Und wenn der Service sich bei den unverschämten Preisen nicht bessert, werden es bald noch mehr sein.
Bisher waren wir kostenfrei auf Iririki, unwissentlich, heute sollen wir nun Eintritt zahlen, 1.600VT pro Person und Tag. Frustiert verzichten wir. Also doch, Abzocke von allen Seiten!
Wir haben von Vanuatu restlos die Nase voll und überlegen, ob wir den gebuchten Flug nach Australien sausen lassen und für zwei Wochen noch einmal nach Cook Island oder jetzt schon nach Australien fliegen. Cook Island geht jedoch nicht mit Direktflug, nur über NZ, und den Camper bekommen wir erst ab 12. Februar in Melbourne. Beides keine guten Optionen. So beschließen wir, es doch mit Epi zu versuchen. Im Tourist Information Centre bitten wir die heute anwesende freundliche Dame bei Tasso, dem Eigentümer der Bungalows, anzurufen. Klar ist noch frei, nämlich alles. Wir gehen gleich zu Air Vanuatu, buchen den Flug und bezahlen wieder bar. Bezahlen mit Kreditkarte kostet zusätzlich zur Bankgebühr von 12 EUR noch 5% des Preises, ebenso Buchungen per Internet.
Endlich sehen wir mal wieder Erik per Skype und was sagt er? Opa! Na, das ist ein Ding, da habe ich soo lange mit ihm 'Oma' geübt, und nun sagt er 'Opa' und weiß auch, dass Dieter der Opa ist. Aber wenigstens war er zu einem Handkuss bereit. Und endlich sagt er 'Opa' und 'Oma' und will mich am Bildschirm streicheln. Da sind wir doch gespannt auf das Wiedersehen in drei Monaten.
Heute besuchen wir das hoch gelobte (bestes der Südsee !) Museum in Port Vila. Der Eintritt von 1.000 VT p.P. schockt uns schon nicht mehr, das Museum schon. Es besteht aus einem nicht allzu großen, stickigen und völlig lieblos eingerichteten Raum, die Vitrinen voller Staub und Schmiere, manche halbleer. Das passt zu unserem Gesamtbild von Vanuatu.
Zum Trost gibt es jede Menge Kava Bars. Leider mögen wir kein Kava. Zumal Kava mit der Hand gerührt, und aus nur einer Kokosnußschale abwechselnd von allen getrunken wird.

Wir können unseren Koffer wieder im Hotel in Port Vila lassen und machen uns auf den Weg nach Epi, einer 80 km von Efaté entfernten Insel. Die Kleinbusse sind eine gute Art des Nahverkehrs. Man steht am Straßenrand, winkt dem Busfahrer und für 150 VT pro Person bringt der Bus einen direkt bis zum gewünschten Ziel. Die Busse sind wie Taxis, nur eben 8-Sitzer und man ist nicht alleiniger Fahrgast.
Am Domestik Terminal des Flughafens herrscht Hochbetrieb und wir sind wieder die einzigen Weißen. Lebende Schweine sind nicht in der Maschine, nur ein Paar Hühner und jede Menge Kisten, Computer, Satellitenschüsseln, Lebensmittel. An Bord der winzigen Maschine findet der Horrorangriff auf meine Geruchsnerven statt. In der Luft werden wir in dem 20-sitzigen Propellerflugzeug ordentlich durchgeschüttelt und auch die Landung auf der Wiese ist nicht gerade sanft. Das Gepäck wird ausgeladen und ans Heck der Maschine gestellt, jeder nimmt sich seines.
Es sollen zwar jede Menge Touristen ihre Ferien auf Epi verbringen, trotzdem werden wir wie Exoten bestaunt. Die Kinder winken uns zu und wollen uns unbedingt die Hand schütteln. Was sehr schwer fällt bei den klebrigen Fingern und der intensiven Geruchsnote. Ein Dorfbewohner filmt uns sogar heimlich, denkt er.


Wir werden von Jody, Tassos Tochter, abgeholt. Laut Ortsangabe im Internet sollen die Bungalows nördlich vom Flughafen stehen. Wir fahren zu unserer Verwunderung ca. 800 Meter südlich und sind da. Tasso begrüßt uns mit 'Refreshment', Papaya und Ananas. In den Paradise Sunset Bungalows könnten mehr als 20 Personen unterbracht werden, wir sind jedoch die Einzigen.

Das separate Waschhaus, welches nur aus Toilette und kalter Dusche besteht, wird von uns und weiteren 20 Dorfbewohnern genutzt. Die Dusche ist o.k., denn das Wasser ist mindestens 30°C warm und Strom ist rar. Von 18:30 Uhr bis 21:00 Uhr gibt es Strom vom Generator.
Auf Epi ist es noch wärmer als auf Efaté, 35°C und 85 % Luftfeuchtigkeit. Da bleibt nur lesend faulenzen im Schatten.

Die Männer des Dorfes fischen gemeinsam vom Strand aus und fangen heringsgroße Fische, die zum Abendbrot gebraten werden.


Wir bekommen jeden Tag zum Diner Beef, Huhn oder Fisch mit Reis und frisch geerntetem Maniok in Kokosnuss Soße, frittierten Yams, Süßkartoffeln, Taro, einheimischem Kohl und Früchte aus Tassos Garten. Dieses 'local food' schmeckt uns hervorragend.

Wir kämpfen mit dem Moskitonetz, es ist zu klein für ein Doppelbett. Also hängen wir unser eigenes, vor allen Dingen engmaschigeres, auf. Passt perfekt. Man schläft doch gleich viel besser, wenn auch die kleinsten Mücken ausgesperrt bleiben. Nachts knabbert eine Ratte sich fast zu uns durch. Mit Lärm ließ sie sich nicht vertreiben, jedoch mit dem fiesen Strahl der Taschenlampe.
Zum Frühstück gibt es frisch gebackene berlinerartige Teigtaschen (manchmal mit Fisch oder Rogen gefüllt) oder Pancakes, Ananasmarmelade, Popos, Bananen, Pampelmuse, Tee, Kaffee und Milch natürlich instant. Wir bitten Tasso das Rattenloch zu verschließen. Weil es so heiß ist, vergisst er es natürlich. Abends erinnern wir an das Rattenloch, aber Tasso ist beim Meeting. Sein Sohn macht eine Notreparatur.
Am Strand beim Flughafen soll sich bei Flut ein Dugong aufhalten. Das Wasser ist zu trübe zum Schnorcheln. So sitzen wir im flachen Wasser an dem einsamen Strand und genießen die Abkühlung mit Blick auf Lamen Island.

Jimmy bringt uns zum kleinen Lamen Island. Er gibt fürchterlich an, dass er am Morgen den Dugong mit Popo und Fisch gefüttert habe. Nun jedoch jagd er das scheue Tier mit seinem Motorboot hin und her und ist erstaunt, dass wir keine Bilder schießen können. Irgendwie verstehen wir die Handlungsweise nicht so richtig, war da nicht etwas von füttern und streicheln statt jagen gesagt worden?
Vor Lamen Island schnorcheln wir am Riff. Das Wasser ist einigermaßen klar. Die meisten Korallen sind tot, aber so langsam scheinen sich neue Korallen anzusiedeln. Bei den kleinen Korallen gibt es natürlich auch keine großen Fische, selbst die Papageifische sind recht klein. Aber wir sehen eine beeindruckende 'Wiese' mit Unmengen von Seeanemonen.
Lamen Island mit seinen 500 Einwohnern ist autofrei, sehr sauber und hübsch mit einer Kirche aus Kalkstein. Jimmys Frau hat uns einen kleinen Imbis bereitet: grünen Poposalat (geraspelte Popo mit Zitrone, schmeckt ein bisschen wie Möhrensalat), Tee aus Lemonleaf (äußerst wohlschmeckend), Kochbanane in Kohl, gekochter Taro, einheimische Nüsse und Grapefruit. Alles sehr lecker.


Zurück auf Epi strömen plötzlich von allen Seiten die Dorfbewohner zum Strand, es kommen die Big Sista (große Schwester) und die Epi Dream in die Bucht. Die Tenderboote fahren hin- und her, denn den Anlegesteg gibt es nicht mehr. Freunde werden begrüßt oder verabschiedet, Waren werden in Empfang genommen oder aufgegeben. Die Epi Dream bleibt in der Bucht liegen und der Baggerfahrer übernachtet mit seiner Frau und den fünf Kindern bei Tasso. Nach getaner Arbeit wird der Bagger am nächsten Morgen wieder aufgeladen und die Epi Dream kann mit Fahrer und Familie weiter fahren.


Dann wieder Regen und sogar die Hühner flüchten vor den großen Tropfen. Die Big Sista kommt aus Santo zurück. Wieder beginnt das lebhafte Treiben am Strand. Und genau am 'Anleger' der Tenderboote ist heute Markt. Am meisten wird Kava verschifft, zwei ganze Tenderboote voller Kava verschwinden im Bauch der Big Sista.


Neu für uns sind die ungerösteten Erdnüsse vom Markt, ganz frisch aus der Erde, schmecken ein wenig wie Zuckerschoten.


Mit dem Versorgungsschiff Tina1 kommen aus Port Vila neben Passagieren auch Waren für den Inselkonsum, Diesel, Lebendferkel, Zement, Reis, Tiefkühltruhe …
Die Dieselfässer werden vom Schiff ins Wasser gerollt, und wenn sie dicht genug an Land getrieben sind, an der Strand gezerrt.

Am schwersten fällt uns auf Epi das Nichtstun, den ganzen Tag rumhängen und im Schatten dösen. Wir leben mitten im Dorf, schauen beim Fischen oder Kochen zu und packen am liebsten auch noch mit an. Wir werden ständig mit 'relax' und 'no hurry' ermahnt. Also laufen wir ein bisschen herum, lesen oder schwatzen mit den Dorfbewohnern. Das ist allerdings eine harte Nuss, da wir das stark Bislama geprägte Englisch oft nicht verstehen. Die Leute sind sehr nett und sehr interessiert. Wir stechen mit unserer Hautfarbe überall heraus und werden oft angesprochen, nach unseren Namen gefragt, wo wir herkommen und ob Deutschland wieder Fußballweltmeister wird?
Die einfachen Auslegerboote dienen auch heute noch zum Transport oder zum Fischfang.

Obwohl bei diesen Temperaturen Schwitzen rund um die Uhr angesagt ist, scheint waschen nicht so häufig vertreten zu sein. Es reicht doch, die Klamotten zu wechseln. Gegen das übliche Händeschütteln bin ich auch zu Hause voreingenommen. Aber hier wird einem sogar im Vorbeigehen die Hand gereicht. Ein Terrorangriff auf meine eh schon niedrige Ekelschwelle, was Körpergeruch und Körperkontakt angehen. Am liebsten würde ich immer mit Seife in der Hand und Klammer auf der Nase herumlaufen, aber das wäre wohl äußerst unhöflich.
Dieters Reisebass trifft auf ungeteilte Bewunderung. Oft muss er etwas vorspielen oder jemand schleppt eine Gitarre an und möchte mit Dieter gemeinsam spielen. Das ist etwas schwierig, da Dieter keinen Verstärker dabei hat und seinen Ton nur über Kopfhörer hören kann.
   
Wir versuchen es erneut am Flughafenstrand und sehen fünf Schildkröten. Die sind jedoch sehr scheu und lassen uns nicht dicht an sich heran. Verwundert sehe ich von Ferne, wie eine große Schildkröte versucht an Land zu kommen. Sie bleibt aber im Wasser und ich sehe nur die Seitenflosse und den riesigen Rücken. Ich renne hin und sehe, es ist der Dugong, nur ½ Meter vor mir im Wasser! So ein Mist, den Fotoapparat hat Dieter. Schade, kein Foto, ich hätte mich auf ihn werfen und mich festkrallen sollen. Wir entdecken den Dugong erneut ziemlich nah und Dieter kann sich ganz sachte heran schnorcheln. Es gelingen sogar einige Bilder. Wir bleiben noch eine Weile und beobachten den Dugong so ca. fünf bis zehn Meter von uns entfernt grasen und schwimmen. Es geht wie ein Lauffeuer durchs Dorf und wir werden schon beim Zurückgehen angehalten und nach dem Dugong und eventuellen Bildern befragt. Unser Ansehen als Exoten steigt ins Unermessliche.

Weil wir eine ganze Woche bleiben, bezahlen wir für den Bungalow mit Frühstück und Abendbrot den fairen Preis von 2.500 VT pro Tag und Person. Mit Flug und Transfer sind das für sieben Tage 73.400 VT, immer noch 14.000 VT weniger als das 'offizielle' Angebot über drei Tage. So versöhnt uns diese Woche 'Dschungelcamp' ein wenig mit Vanuatu.
Der Rückflug gestaltet sich etwas überraschend. Nach dem Landen der Maschine dürfen wir nicht einsteigen, es steigen nur einige Passagiere aus und die Maschine hebt nach Malekula ab. Eigentlich sollte sie zurück nach Port Vila fliegen, da gab es wohl eine Flugplanänderung? Wir warten knapp einer Stunde und die Maschine ist wieder da. Leider kann sie nicht landen, weil Kinder auf der Wiese spielen. Kurze Aufregung, dann ist die Piste frei und beim zweiten Landeanflug klappt es dann. Nun dürfen wir endlich einsteigen und zurück nach Efaté fliegen.

Auch an den letzten Tagen auf Efaté finden wir das versprochene französische Flair immer noch nicht, jedoch ein französisches Restaurant. Wir probieren Coconut Crab und Fruit Bat, beides äußerst wohlschmeckend.

Wir schlendern zum letzten Mal durch Port Vila und verabschieden uns vom Lärm und Gestank der Autos und den gefährlichen 'Bürgersteigen'.



Die Menschen auf Vanuatu sind absolut nett und freundlich, immer gibt es ein Lächeln und ein 'Hallo'. Trotzdem ist die Abzocke so imens, dass wir Vanuatu nicht als Reiseland empfehlen können. Schon gar nicht für Individualtouristen, da es schwierig ist, auf eigene Faust etwas zu planen. Man bekommt nur spärliche Informationen, und man benötigt für bessere Informationen einfach zu viel Zeit, zumal die meisten Dinge ausschließlich in Büros oder per Telefon und nicht im Internet zu erfahren sind. Karten mit touristisch interessanten Punkten gibt es gar nicht. Fragen werden oft nur mit 'ja' oder 'nein' beantwortet, also muss man genau wissen, was man fragen muss.
    

Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit sind sämtliche Sitzgelegenheiten aus Holz oder Plaste. Da tut einem auf Dauer ein klein wenig der Hintern weh. Und so langsam sehne ich mich nach einem schönen Sessel so richtig zum reinlümmeln, und manchmal fehlt mir auch mein Bett. Aber erst erkunden wir noch ein wenig Australien!

Ob wir dort wohl die Wallibies, die wir auf NZ vergeblich gesucht haben, nah genug für ein Foto sehen werden?